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Für das Team von Keeper Jean-Sebastien Aubin lief zuletzt einiges schief © getty

Eben noch träumten die DEG Metro Stars von der Meisterschaft, nun haben sie es nur mit Schützenhilfe in die Playoffs geschafft.

Berlin - Vor einigen Wochen war noch das Endspiel das Ziel der DEG Metros Stars.

Davon ist keine Rede mehr, nachdem die Düsseldorfer nur mit Schützenhilfe die "Strafrunde" in der DEL verhindert hatte.

"Das Ziel ist nicht mehr das Finale wie noch vor ein paar Wochen, sondern wir denken nur noch von Spiel zu Spiel", sagte Manager und Aushilfstrainer Lance Nethery nach dem 3:6 zum Hauptrundenschluss bei den Augsburger Panthern (Roundup: Der letzte Spieltag).

Nur dank des 3:1-Sieges der Hannover Scorpions beim ERC Ingolstadt muss der Vizemeister nicht in den am Mittwoch beginnenden Vor-Play-offs um ein Viertelfinal-Ticket kämpfen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zehn Niederlagen in 13 Spielen

Kritiker meinen, dass er dies angesichts der Talfahrt der vergangenen Wochen verdient gehabt hätte:

Zehn der letzten 13 Hauptrundenspiele gingen verloren, in der Tabelle stürzte die DEG vom zweiten auf den sechsten Platz ab. Zwischendurch wurde auch noch Trainer Harold Kreis entlassen.

"Zu sehr auf die Eisbären geschaut"

"Wir haben vor ein paar Wochen vielleicht den Fehler gemacht, zu sehr auf die Eisbären Berlin und zu wenig auf uns zu schauen", sagte Nethery.

Die Wege des Hauptrundensiegers aus der Hauptstadt, der trotz der 3:4-Niederlage bei den Straubing Tigers mit 123 Punkten so erfolgreich wie keine andere DEL-Mannschaft zuvor war, und der Düsseldorfer haben sich seitdem für jeden erkennbar getrennt.

"Geschäft vor Freundschaft"

Ob es auch ein Fehler war, Coach Kreis zwei Spieltage vor dem Hauptrundenende zu entlassen, darüber wird heftig diskutiert in Düsseldorf.

Unter Nethery, der schon einmal vor zwei Jahren bei der DEG sowie in Köln und Frankfurt als "Trainer-Manager" fungierte, kassierte das auf dem Papier gut besetzte Team zwei Niederlagen in zwei Spielen.

Doch nach der Bekanntgabe seines Wechsels zur kommenden Saison zum Rekordmeister Adler Mannheim war Kreis für Nethery trotz eines bis dahin freundschaftlichen Verhältnisses nicht mehr zu halten.

"Manchmal muss das Geschäft vor Freundschaft gehen. Dafür werde ich vom Verein bezahlt", sagte der 52-Jährige.

Viele Baustellen zu bearbeiten

Nethery muss nun aber viele Baustellen alleine bearbeiten - und mutet sich dabei womöglich zu viel zu.

Zur nächsten Saison muss er nicht nur einen neuen Headcoach, sondern auch einen Nachfolger für den scheidenden Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp suchen. Zudem steht die Kaderplanung für die kommende Saison an.

Und nebenbei muss Nethery das Team auch noch im Play-off-Viertelfinale gegen den EHC Wolfsburg möglichst zum Sieg führen.

"Wir sind eine Wundertüte"

Trotz dieser Mammutaufgabe ist der machtbewusste Manager um Zuversicht bemüht. "Wir sind eine Wundertüte, alles ist drin", sagte der frühere NHL-Spieler.

Stürmer Patrick Reimer forderte einen "Neu-Start" in den Köpfen seiner Mitspieler: "Was war, müssen wir ab sofort vergessen. Wir sind nach wie vor eine gute Mannschaft, und wenn wir zusammenhalten, ist vieles möglich."

Düsseldorfs Playoff-Gegner Wolfsburg verspielte Platz zwei durch ein 1:2 beim Ex-Meister Frankfurt Lions, der nun als erster Verfolger der Eisbären in die entscheidende Saisonphase geht (Stenogramme 60. Spieltag).

Hannover trifft im Viertelfinale auf die Nürnberg Ice Tigers.

In den Vor-Playoffs werden unterdessen zwischen Ingolstadt und den Kölner Haien sowie zwischen Augsburger und Mannheim die Viertelfinal-Gegner von Frankfurt und Berlin ermittelt.

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