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Gerüchte über den "Big Bang" sorgen vor den Playoffs für Zündstoff © getty

Die Verantwortlichen reagieren zwar gelassen auf Europaliga-Gerüchte, doch der Beginn der Playoffs rückt in den Hintergrund.

München - Der angekündigte Urknall ist wohl nicht mehr als das berühmte Klappern im Eishockey-Geschäft.

Die Gerüchte um die Einführung einer Europaliga zur Saison 2012/13 unter dem Projekttitel "Big Bang" (Urknall) sorgen in der Deutschen Eishockey Liga zwar für rege Diskussionen, doch Angst um die Zukunft herrscht nicht. (Alle Eishockey-News)

Eher Ärger darüber, dass die Spekulationen über eine Abspaltung der Top-Klubs Eisbären Berlin und Adler Mannheim die sportlichen Schlagzeilen rund um den Playoff-Viertelfinalstart am Dienstag verdrängen.

"Die Zeit ist noch nicht reif"

"Dass ausgerechnet jetzt diese Spekulationen ins Kraut schießen, ist nicht glücklich für uns", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke: "Aber ich mache mir keine Sorgen, denn das meiste davon ist Wunschdenken. Die Zeit ist noch nicht reif für eine vernünftige, überregionale Liga. Das sieht man auch daran, dass die Champions League nicht auf die Beine kommt."

Gerüchte über eine Liga der besten europäischen Teams gibt es schon lange. Die "Bild am Sonntag" berichtete nun von einer angeblichen Einigung der Top-Klubs mit dem Projekt-Initiator und ehemaligen schwedischen NHL-Star Hakan Loob.

Das am Montag bestätigte Vorbereitungsturnier "European Trophy", bei dem sich im Sommer 18 europäischen Spitzenklubs, darunter Berlin und Mannheim, duellieren, soll angeblich nur der Wegbereiter für eine ständige Europaliga ab 2012 sein.

Eisbären dementieren

"Mir ist beim Zeitungslesen glatt das Frühstücksei runtergefallen", sagte Marco Stichnoth, Geschäftsführer der Hannover Scorpions: "Aber das Ganze muss eine Ente sein, denn im Aufsichtsrat sitzen zwei Vertreter aus Berlin und Mannheim. Es wäre ein Skandal, wenn Mitglieder des Aufsichtsrats gegen die Interessen der Liga handeln würden."

Die Berliner dementierten bereits. "Von 'Big Bang' habe ich noch nie etwas gehört", sagte Eisbären Manager Peter John Lee und betonte: "Ein Ausstieg kommt nicht in Frage. Wir sind sehr stolz darauf, in Deutschland zu spielen."

Bei den prominent besetzten Vorbereitungsturnieren werde man allerdings teilnehmen. Adler-Manager Marcus Kuhl signalisierte dagegen sein Interesse: "Die Strukturen im europäischen Eishockey sind veraltet. Wir müssen etwas ändern."

Kritik an Adler Mannheim

Das halbherzige Dementieren der Mannheimer stößt bei den Liga-Konkurrenten auf Kritik.

"Wenn sie denken, sie sind zu gut für unsere Liga, dann sollen sie es machen", sagte Lorenz Funk, der sportliche Leiter der Nürnberg Ice Tigers, und konnte sich eine Spitze gegen den in den Vor-Playoffs kläglich gescheiterten Rekordmeister nicht verkneifen: "Mannheim schafft es nicht einmal bei uns unter die besten Acht, will aber in die Europaliga."

Der Startschuss für das DEL-Viertelfinale rückte angesichts der angeblichen Reform-Pläne ein wenig in den Hintergrund.

Panther wollen Stolperstein spielen

Der überlegene Hauptrundensieger Berlin will sich gegen die Augsburger Panther im Heimspiel am Dienstag "gleich den nötigen Respekt verschaffen", wie Trainer Don Jackson forderte.

Doch die Gäste würden nur zu gern den Stolperstein für den großen Titelfavoriten spielen. "Wir haben die Eisbären in der Vorrunde nicht zweimal geschlagen, weil die Sterne auf unserer Seite waren", sagte Augsburgs Trainer Larry Mitchell. 216718 (DIASHOW: Die Meistertipps der Trainer)

Außerdem stehen sich in der Runde der besten acht Teams die Frankfurt Lions und der ERC Ingolstadt gegenüber.

Hannover bekommt es mit Nürnberg zu tun, und Geheimfavorit EHC Wolfsburg empfängt den achtmaligen Meister Düsseldorfer EG.

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