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Augsburgs Brett Engelhardt (r.) fällt über Berlins Andre Rankel © imago

Die Eisbären erwarten in Augsburg unfaire Tricks - und sind sauer auf den Bundestrainer, weil der ihren Gegnern Tipps gibt.

Von Martin Hoffmann

München - Die allgemeine Erwartungshaltung war eindeutig.

So deutlich wie die Eisbären Berlin die reguläre DEL-Saison dominiert hatten, so leichtfüßig müssten sie ja nun auch durch die Playoffs spazieren. 216718 (DIASHOW: Die Meistertipps der Trainer)

Der knappe 2:1-Heimsieg im ersten Viertelfinal-Duell mit dem Vorrunden-Achten aus Augsburg hat aber schnell in Erinnerung gerufen: Auch die Eisbären sind keine Halbgötter auf Eis, sondern müssen sich die Titelverteidigung erst erarbeiten. (DATENCENTER: Viertelfinale)

Und gerade auswärts bei den Panthern (ab 19.30 Uhr LIVESCORES) droht Berlin ein Rückschlag: In der regulären Saison setzte es im Curt-Frenzel-Stadion zwei Niederlagen in zwei Spielen für die Mannschaft von Don Jackson.

"Es wird viele Schwalben geben"

4:6 und 2:5 hatte der Meister verloren, beide Male entschieden späte Powerplay-Tore der Augsburger das Spiel.

Es sind Niederlagen, die Jackson wurmen, zumal sie aus seiner Sicht unsauber waren: "Sie haben viele Schwalben gemacht und somit Strafzeiten gezogen", wirft er den Augsburgern vor.

Und er erwartet wieder unlautere Tricks der Augsburger: "Es wird viele Schwalben geben", zitiert ihn die "Bild".

Es komme viel Verantwortung auf die Schiedsrichter zu, zumal die Atmosphäre in Augsburg "obergiftig" ist, wie sein Assistent Hartmut Nickel es formuliert.

Unmut über Krupp

Zum "Schwalben-Zoff" kommt bei den Berlinern auch Ärger über den deutschen Bundestrainer.

Uwe Krupp hat in den "Eishockey News" vor dem Playoff-Auftakt bereitwillig gefachsimpelt, wie die Eisbären zu schlagen sind und den Gegnern Tipps gegeben wie etwa: "Man muss immer an der Grenze des Erlaubten gegen sie spielen."

Ein diplomatisches Foul, findet Nickel: "Unmöglich. Herr Krupp soll lieber zusehen, wie man Weißrussland schlagen kann?, bemerkt er in der "Bild".

"Es gibt keine Geheimnisse"

Aus Sicht von Augsburgs Brett Engelhardt braucht sein Team aber gar keine Tipps von Krupp:

"Es gibt keine Geheimnisse mehr zwischen beiden Mannschaften, wir wissen, wie Berlin zu packen ist", befindet der Torjäger in der "Augsburger Allgemeinen".

Trainer Larry Mitchell warnt seine Schützlinge aber vor zu rustikaler Spielweise: "Im zweiten Drittel in Berlin haben wir so gespielt, wie wir eigentlich nicht spielen wollen, nämlich zu viel in Unterzahl."

Bei Augsburg wird der aussortierte Matt Ryan ins Team zurückkehren, man wolle einen Stürmer "mit frischen Beinen" aufbieten, so Sportmanager Duanne Moeser.

Heimteams unter Druck

Auf Eisbären-Seite wird TJ Mulock wohl auflaufen, obwohl er im ersten Spiel von Jeff Likens mit dem Puck am Hals erwischt wurde und mit Atemnot ins Krankenhaus musste.

Augsburg ist nicht das einzige Team, das zu Hause unter Druck steht

In allen "Best-of-Five"-Serien gab es in den ersten Aufeinandertreffen Heimsiege ? so dass nun Ingolstadt gegen Frankfurt, Düsseldorf gegen Wolfsburg und Nürnberg gegen Hannover unter Erfolgsdruck sind, um der Bürde eines 0:2-Rückstands zu entgehen.

Marathon-Spiel und Stau

Die Frage, wie gut die Auftaktniederlage verdaut ist, ist besonders bei den Ice Tigers spannend:

Nach der 2:3-Niederlage im Sudden Death am Dienstag nach über vier Stunden Brutto-Spielzeit in Hannover, hatten die Franken auch noch mit Stau auf der Rückfahrt zu kämpfen.

Erst 6.30 Uhr morgens kamen die Ice Tigers an.

Glaubt man jedoch Nürnbergs Routinier Martin Ancicka, kann sein Team die Erschöpfung wegstecken: "Unsere Lust auf diese Playoffs ist so groß, wir spüren keine Schmerzen."

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