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Hans Zach gewann vor 17 Jahren seine letzte Meisterschaft mit der DEG © getty

Hans Zach tut Hannovers Spielern nach dem Finaleinzug etwas Gutes. Nach dem Endspiel ist womöglich doch noch nicht Schluss.

Hannover - Als der größte Erfolg der Vereinsgeschichte perfekt war, zeigte sich der sonst so knochenharte Hans Zach von seiner weichen Seite.

"Die Jungs spielen zwar wie Roboter, sind aber auch nur Menschen. Deswegen bekommen sie jetzt erstmal zwei Tage frei", sagte der Trainer der Hannover Scorpions nach dem packenden 5:4-Sieg nach Verlängerung gegen den ERC Ingolstadt.

Der mit dem dritten Halbfinalsieg verbundene Einzug ins Endspiel ist vor allem ein Verdienst von Zach. Der "Alpenvulkan" ist auch in seiner letzten Saison vor dem angekündigten Ruhestand heiß auf den Erfolg.

Akribisch und kompromisslos wie bei seinem Trainerdebüt vor einem Vierteljahrhundert formte der gelernte Metzgermeister sein Team mit oft eigenwilligen Methoden zu einem Meisteranwärter. (DATENCENTER: Das Halbfinale)

Finale gegen Wolfsburg oder Augsburg

In der am kommenden Dienstag beginnenden Finalserie treffen die Scorpions auf den EHC Wolfsburg oder die Augsburger Panther. Der AEV kann beim Stand von 2:0 mit einem Sieg beim Vorrunden-Dritten am Mittwochabend (ab 19.30 Uhr LIVESCORES) Hannover ins Endspiel folgen.

Mit der Gewissheit des bereits gebuchten Finaltickets wird sich Zach die Partie auf der Tribüne in aller Ruhe anschauen.

"Ich freue mich für die Spieler und die Fans, dass sie so etwas Tolles erleben dürfen", sagte Zach.

Zach stand vor dem Aus

Über seine eigene Rolle in Hannovers Erfolgsgeschichte spricht der 61-Jährige nicht gerne, doch er dürfte die Aussicht auf seinen möglichen vierten Meistertitel genießen.

Den letzten hatte Zach vor 17 Jahren mit der Düsseldorfer EG geholt. Dabei stand der impulsive Bayer zu Beginn der Saison vor einem schmachvollen Abgang aus Hannover.

Als das Team nach einer Niederlagenserie im September Letzter war, drohte Zach mit Rücktritt: "Ich bin ja nicht auf das Gehalt der Scorpions angewiesen und bin keiner, der das aussitzt und wartet, bis sie mich feuern."

Kehrtwende dank Wutausbruch

Mit seinem Wutausbruch kitzelte der Trainerfuchs aus Tölz die Spieler zu Höchstleistungen. Auch das ist bemerkensswert, denn angesichts knapper Kassen mussten die Profis auf einen Teil ihres Gehalts verzichten.

Einige Leistungsträger sträubten sich dagegen, wechselten den Klub - und dürften sich nun ärgern. "Alle halten zusammen, keiner begehrt auf. Das ist Zachs Verdienst", sagte Stürmer Klaus Kathan.

Bester Beweis dafür war das Spiel am Dienstagabend. Die Scorpions kämpften sich nach einem 1:4-Rückstand mit toller Moral zurück.

97 Sekunden waren in der Verlängerung gespielt, als Sascha Goc mit seinem Siegtreffer die 7000 Fans in der diesmal gut besuchten Hannover-Arena erlöste. (Stenogramme: Spiel 3)

"Wir waren mit den Kräften am Ende. Hannover hat verdient das Finale erreicht", sagte Ingolstadts Trainer Greg Thomson, der auch noch eine Bierdusche von einem ERC-Fan über sich ergehen lassen musste.

Zach sucht neue Herausforderung

Zach fliegen derzeit nur Sympathien entgegen. Nimmt er von seinem angekündigten Ruhestand vielleicht doch noch Abstand?

"Es juckt noch - fragen Sie meine Frau", antwortete Zach kürzlich scherzhaft auf diese Frage. Es gibt Gerüchte, Zach könnte Nachfolger von Bundestrainer Uwe Krupp werden, falls dieser nach der Heim-WM (7. bis 23. Mai) seinen Stuhl räumt.

"Wenn jemand etwas von mir will, dann wird er mit mir sprechen. Und ich werde denen erklären, was ich mache und was ich nicht mache", sagte Zach, der die Nationalmannschaft bereits von 1998 bis 2004 betreute.

Ein Verbleib in Hannover ist dagegen ausgeschlossen, denn der Wolfsburger Coach Toni Krinner steht bereits als Nachfolger fest.

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