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Larry Mitchell ist seit Dezember 2007 Trainer der Augsburger Panther © imago

Augsburgs Coach Mitchell beschimpft nach der Klatsche in Wolfsburg einen EHC-Spieler als Schauspieler. Krinner ist außer sich.

Wolfsburg - Kaum hatte der EHC Wolfsburg die Halbfinalserie gegen die Augsburger Panther wieder spannend gemacht, da heizte ein heftiger Trainer-Zoff die Stimmung zwischen den Lagern zusätzlich an.

Augsburgs Coach Larry Mitchell wetterte gegen die angebliche Schauspielerei des Gegners und zettelte vor laufender Kamera einen Streit mit Kollege Toni Krinner an. Beide Hitzköpfe verbindet seit Jahren eine tiefe Abneigung.

"Ich schäme mich, dass ich Angestellter in der gleichen Liga bin wie Kai Hospelt. Das war jetzt das vierte Mal, dass er angeblich schwer verletzt auf dem Eis liegt."

"Und jedes Mal war er beim nächsten Überzahlspiel wieder dabei", sagte Mitchell nach dem deutlichen 1:6 beim EHC, der damit ein viertes Spiel am Freitag (ab 19.30 Uhr LIVESCORES) in Augsburg erzwang.

Krinner "schlägt" zurück

Wolfsburgs Coach Krinner ließ sich diese Verbal-Attacke gegen seinen Profi nicht gefallen.

"Wie er vom Leder zieht und einen Spieler beleidigt, das ist einmalig im deutschen Eishockey. Das ist absolut niveaulos", sagte der zukünftige Trainer der Hannover Scorpions .

Ein Versöhnungsbier kommt für den Bad Tölzer nicht in Frage: "So lang und so heiß kann der Sommer gar nicht werden."

Kritik ungerechtfertigt

Auslöser für den Zwist war die Zweiminutenstrafe gegen Brett Engelhardt (28.) nach einem Zweikampf mit Hospelt, die das 1:3 zur Folge hatte und nach Meinung von Mitchell unberechtigt war.

Hier allerdings lag der 42-Jährige, der mit dem "Armenhaus der Liga" (Etat: 3,3 Millionen Euro) bislang so positive Schlagzeilen schrieb, deutlich daneben.

Der Amerikaner Engelhardt traf Hospelt mit einem Cross-Check gegen den Kopf und hatte noch Glück, keine Spieldauerstrafe kassiert zu haben. "Das sieht doch jeder Blinde, dass da ein Cross-Check gegen den Kopf geht", sagte Krinner und nahm sich Kollege Mitchell zur Brust:

"Wenn er Jungs aus Stahl hat, okay. Aber wenn er sich die Szene anschaut und trotzdem so einen Blödsinn erzählt, dann fehlen mir die Worte."

Zwist kein Novum

Beide Trainer waren in dieser Saison schon einmal aneinandergeraten.

Beim 7:2 der Wolfsburger Mitte November wäre es beinahe zu Handgreiflichkeiten gekommen, ehe sie sich dann doch "nur" verbal bekämpften.

"Wenn ich einen Ruf wie Toni Krinner hätte, würde ich an seiner Stelle ganz ruhig sein", hatte Mitchell gesagt. Krinners Konter damals: "Der Mitchell soll sich um sein Team kümmern, da hat er mehr als genug zu tun."

Wolfsburg "war bissiger"

Jetzt wartet auf Mitchell vor allem psychologische Arbeit. Zwar haben die Schwaben am Freitag erneut Matchball, doch die auch in der Höhe verdiente Niederlage dürfte gewaltig am Selbstvertrauen nagen. (DATENCENTER: Das Halbfinale)

"Die Wolfsburger waren bissiger, die waren besser, die haben fast alle Zweikämpfe gewonnen. Und wir haben blöde Fouls gemacht", kritisierte Mitchell.

Bei den Niedersachsen dagegen sind die Hoffnungen auf den ersten Finaleinzug der Vereinsgeschichte wieder gestiegen.

"Wir sind von den Toten auferstanden", sagte Krinner. Seine Mannschaft sei nun nur noch schwer zu stoppen: "Ich glaube an den Ketchup-Flaschen-Effekt. Erst kommt lange nichts, aber dann - patsch - kommt es in Massen."

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