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Die Scorpions bejubeln Dolaks Treffer in der Verlängerung © imago

Nach dem Sieg im zweiten Finalspiel erinnert Hannovers Trainer an 1991. Mitchell glaubt weiterhin an eine "mission possible".

Augsburg - Der Ministerpräsident sprach schon vom Verdienstorden, doch Hans Zach wehrte alle vorzeitigen Gratulationen ab.

"Das wird noch ein ganz schwerer Gang", sagte der Trainer der Hannover Scorpions (nach dem 3:2 nach Verlängerung) bei den Augsburger Panthern im zweiten Playoff-Finale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft.

Noch fehlt den Niedersachsen, die am Sonntag (ab 14.30 Uhr LIVESCORES) wieder Heimrecht haben, ein Sieg zum ersten Titelgewinn der Vereinsgeschichte.

"Ich kann aus Erfahrung sprechen", mahnte Zach und erinnerte an die Endspielserie 1991: "In Düsseldorf war auch schon einmal alles vorbereitet für die Meisterfeier. Die Blaskapelle stand schon vor der Tür, und dann mussten wir doch noch mal nach Köln."

Gute Erinnerungen

Allerdings triumphierte Zach damals doch: Durch ein 4:0 beim Erzrivalen im fünften und entscheidenden Spiel sicherte sich die DEG die Meisterschaft - die erste von dreien in drei Jahren unter dem "Alpenvulkan".

17 Jahre nach seinem letzten Titelgewinn mit Düsseldorf hat Zach nun wieder die Hand am Meisterpokal (DATENCENTER: Das Finale).

"Werde alles für den Titel tun"

Doch darüber will der ehemalige Bundestrainer nicht reden. Ihm selbst sei der Titel nicht so wichtig, betont er.

"Auch wenn man es mir nicht glaubt und sagt, was redet der jetzt wieder: Ich persönlich kann auch mit Vize leben", sagte Zach: "Aber ich werde für die Mannschaft und die Fans alles tun, damit der Titel nach Hannover kommt."

"Ich brauche keine Orden"

Landesvater Horst Seehofer brachte Zach sogar für den bayerischen Verdienstorden ins Gespräch: "Wenn jemand über so lange Zeit so erfolgreich war und ist, kann er durchaus in Frage kommen."

Zach antwortete auf seine typische Art: "Ich brauche keine Orden, ich habe genug bayerische Meisterschaften gewonnen. Die waren damals mehr wert als deutsche, zumindest haben wir es damals so dargestellt."

Zach ignoriert Glückwünsche

Verfrühte Glückwünsche will Zach weitgehend ignorieren. "SMS kommen sowieso wenige, weil alle wissen, dass ich sie nicht lesen kann", berichtete er.

Weniger lustig fand er den wiederholten Vorwurf des destruktiven Eishockeys, den nach dem Spiel sogar der Augsburger Stadionsprecher über das Mikrofon erhob. "Ich lasse so spielen, wie es erfolgreich ist", sagte der Scorpions-Coach und verwies auf die 35 Tore in den bisherigen zehn Playoff-Spielen.

Dolak trifft per Konter

Das entscheidende Tor in Augsburg war ein Paradebeispiel für die Zachsche Spielweise: Thomas Dolak schloss einen blitzschnellen, perfekten Konter nach 90 Sekunden der Verlängerung zum 3:2 ab (STENOGRAMME: Finale).

Damit zerstörte der Ex-Nationalspieler wohl auch die Titelträume der Augsburger, die zuvor einen 0:2-Rückstand aufgeholt hatten. (Hannover gewinnt erstes Finale)

"Mission possible"

Trainer Larry Mitchell wollte dennoch die Flinte nicht ins Korn werfen. "Wir haben unser bestes Spiel in den gesamten Playoffs gezeigt", sagte der Deutsch-Kanadier: "Deshalb gibt es überhaupt keinen Grund, traurig oder wütend zu sein."

Spiel drei in Hannover sei eine "riesengroße Herausforderung", aber eine "mission possible, und wir wollen das Spiel für Spiel schaffen."

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