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Kölns Martin Bartek steckt gegen Frankfurts Michel Periard ein. Beide Klubs kriseln © getty

Die Haie sind wohl gerettet, doch der DEL-Boss wartet auf Zahlen. Die Probleme in München, Frankfurt und Kassel sind ärger.

München - Der achtmalige Deutsche Meister Kölner Haie scheint zwar gerettet, aber mit Blick auf die verbleibenden drei Problemfälle gibt es in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) keinen Grund zum Jubeln.

Ex-Meister Frankfurt Lions droht nach problematischen Verhandlungen mit der Stadt das Aus, mit den Kassel Huskies gibt es Streit vor Gericht, und Zweitligameister EHC

München liebäugelt mit dem Wechsel nach Österreich.

"Das mit den Haien ist eine schöne Nachricht, aber wir dürfen nicht zu früh jubeln. Die guten Signale müssen sich auch noch in Zahlen und Papieren ausdrücken", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke.

Rund eine Million in den Miesen

Dem finanziell angeschlagenen Verein war es gelungen, eine Gruppe privater Investoren rund um den Koblenzer Unternehmer Frank Gotthardt für sich zu gewinnen.

Köln soll in der abgelaufenen Saison ein Defizit von rund einer Million Euro aufgebaut haben.

Der KEC hatte allerdings eine Anpassung der Mietkonditionen bei der Arena erwirkt.

Lions droht der Ruin

In Frankfurt drohen dagegen die finanziellen Probleme den Verein in den Ruin zu treiben. Die Entmachtung von Sportdirektor Erich Kühnhackl und Geschäftsführer Stephan Werner könnten Vorboten davon gewesen sein.

Zum Thema Lizenzerteilung werde ich während des Verfahrens keine Wasserstandsmeldungen abgeben.

"Wir werden die Prüfung bis 2. Juli abschließen", sagte Tripcke. Für Mittwochnachmittag wurde bei den Lions kurzfristig eine Pressekonferenz angekündigt.

Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet

Bei diversen Verhandlungsrunden mit der fußballfixierten Stadt konnte über eine Streichung der Altmiete, die Cateringverträge und über den Ausbau der Eishalle offenbar keine grundlegende Einigung erzielt werden.

Genau diese Punkte sind aber Bedingungen für die Rettung des Vereins. Die Hessen sind mit rund zwei Millionen Euro verschuldet und hatten beim Amtsgericht der Stadt Frankfurt einen Insolvenzantrag gestellt.

Das Verfahren ist allerdings noch nicht eröffnet. Laut DEL-Richtlinien erhalten betroffene Vereine dann keine Lizenz mehr.

Ausschluss der Huskies wirksam?

Genau deswegen tobt jedoch zwischen den Kassel Huskies und der DEL ein Rechtsstreit. Die mit 2,8 Millionen Euro Verbindlichkeiten belasteten "Schlittenhunde" hatten sich mit ihren Gläubigern auf einen Insolvenzplan geeinigt und die Lizenz beantragt.

Die DEL schloss Kassel aus, die Huskies blockierten durch eine Einstweilige Verfügung die Durchsetzung des Beschlusses.

"Wir glauben, dass unser Ausschluss wirksam ist. Aber momentan werden sie wegen des Gerichtsentscheids im Lizenzverfahren wie alle anderen Klubs behandelt", sagte Tripcke zum Thema Kassel. Er befürchtet einen Rechtsstreit im Hauptsacheverfahren, der sich über Jahre hinziehen könnte.

München liebäugelt mit der EBEL

Im Fall des Zweitligameisters EHC München wird es dagegen laut Tripcke eine Entscheidung bis Ende der Woche geben.

Die DEL hatte dem Verein wegen Fristversäumnissen zuerst die Lizenz verweigert, jetzt soll das Schiedsgericht entscheiden.

Bei einer Ablehnung wollen die Münchner in die österreichische Liga EBEL flüchten, wo sie "mit Kusshand" Aufnahme finden würden.

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