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Harnos (l.) wurde im Juni bei der Mitgliederversammlung als Präsident bestätigt © imago

Der DEB geht mit Rückenwind in die Vertrasgverhandlungen mit der DEL. Die Nationalmannschaft soll als Marke aufgebaut werden.

München - Draußen vor der Türe hat es Temperaturen um die 30 Grad, Uwe Krupp aber denkt schon wieder an den kommenden Winter.

Der Eishockey-Bundestrainer findet das allerdings normal.

Die WM in Deutschland ist gerade mal zwei Monate her - der sensationelle vierte Rang seiner Mannschaft für Krupp aber kein Thema mehr. "Es ist ja nicht vorbei, es geht weiter", sagte er lapidar.

Also hat er seine Nationalspieler und solche, die es mal werden könnten und sollen, zu einem Lehrgang der Nationalmannschaft geladen.

Mehr Aufmerksamkeit

Für den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) ist dieser vierte WM-Rang allerdings nach wie vor ein Thema. Präsident Uwe Harnos empfindet das Resultat der WM als eine Art Segen.

"Wir müssen die Chance, die uns Uwe und die Mannschaft durch diesen phänomenalen Erfolg eröffnet haben, jetzt nutzen", sagt der 49 Jahre alte Rechtsanwalt.

Im Klartext heißt das: Der DEB, die Nationalmannschaft sollen "als Marke aufgebaut werden", Sponsoren sollen gewonnen werden, vor allem aber soll Eishockey wieder mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Negative Schlagzeilen durch DEL-Querelen

Doch Eishockey ist zunächst auch die eigenständige Deutsche Eishockey Liga (DEL), und die hat nach der schönen WM gleich mal wieder negative Schlagzeilen produziert.

Die Frankfurt Lions gibt es nicht mehr, die Kassel Huskies kämpfen weiterhin mit allen Tricks um ihre Spielberechtigung.

"Dass das jetzt nicht so gut passt mit den ganzen Querelen, die die DEL hat, ist ja klar", sagt Harnos. Draufhauen auf die Liga will er allerdings nicht: "Die DEL hat auch ihren Teil zum Erfolg bei der WM beigetragen."

Chance zu Veränderungen

Klar ist allerdings auch: Im September sollen die Gespräche über einen neuen Kooperationsvertrag zwischen DEL und DEB beginnen, und der Verband würde gerne ein paar seiner Positionen durchsetzen.

"Wir haben es ein bisschen leichter, wir haben Rückenwind", betont Harnos, der hofft, im deutschen Eishockey jetzt "nachhaltig etwas verändern zu können", gerade jetzt: "Wer weiß, wann so eine Chance wieder kommt."

Realistisch betrachtet, und das sagt auch Harnos, ist der vierte Rang bei der WM ja nicht jederzeit wiederholbar (Alle Eishockey-News).

Rückkehr zu Auf- und Abstieg

Deshalb hat Harnos auch die Hoffnung, dass die DEL dem DEB entgegenkommt. "Wir wollen näher zusammenrücken", sagt er, und dann müssten beide Partner "das in der Außendarstellung auch leben".

Die Nationalmannschaft, das betont er auch, ist das Aushängeschild.

Seine konkreten Ziele: Mehr Geld für DEB und DEL, die Wiedereinführung von Auf- und Abstieg zwischen DEL und 2. Bundesliga und gemeinsame Anstrengungen, damit Eishockey wieder mehr TV-Präsenz erhält.

Enge Kooperation gewünscht

Bundestrainer Krupp appelliert schon mal an die DEL, sich einer engeren Kooperation nicht zu verschließen.

"Was die Zukunft angeht", sagt er, "müssen wir versuchen, auf einen gemeinsamen Ast zu kommen."

Und den dann bitte nicht ansägen, hätte er noch hinzufügen können.

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