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Andreas Renz (l.) spielt seit 2001 bei den Kölner Haien © getty

Im Sport1.de-Interview spricht der Rekordspieler Andreas Renz über sein hartes Image und die bewegendsten Momente seiner Karriere.

Von Manuel Krons

München - Was für ein Jubiläum! KEC-Verteidiger Andreas Renz hat am Freitag sein 800. DEL-Spiel in seine Vita geschrieben. Und zur Feier des Abends beendeten die Kölner bei den Kassel Huskies ihre Auswärtsflaute. Doch trotz des 3:2-Erfolgs hängen die Rheinländer als Drittletzter in den Niederungen der Tabelle.

Im Sport1.de-Interview spricht "Eisen-Herz" über seine bewegendsten DEL-Momente, seinen harten Spielstil und die Krise seines Clubs.

Sport1.de: Fühlt es sich besonders an, ein Rekordspieler zu sein?

Renz: Eigentlich nicht. Es ist einfach nur eine Zahl. Damit sind natürlich schöne Erinnerungen verknüpft. Und wenn man 800 Mal auf dem Eis gestanden hat, sind natürlich auch Freundschaften entstanden, sowohl in Schwenningen als auch in Köln. Aber für mich ist die 800 mehr eine symbolische Zahl, die mich an die schöne Zeit im Eishockey erinnert, dem ich viel zu verdanken habe.

Sport1.de: Sie zählen zu den erfahrendsten Spielern beim KEC. Hat sich ihr Umgang mit den jüngeren Spielern verändert?

Renz: So alt bin ich ja noch nicht. Mit 31 Jahren ist man im mittleren Eishockey-Alter. Zum "Alten Eisen" gehört man erst mit 35, 36 Jahren. Aber ich habe natürlich schon einiges auf dem Buckel und versuche jüngeren Spielern zu helfen.

Sport1.de: Das heißt ihre Rekordmarke ist noch lange nicht ausgereizt?

Renz: Wenn alles normal weitergeht, ist noch einiges möglich. Aber Eishockey ist ein harter Sport, es kann schnell passieren, dass man sich verletzt. Bis jetzt bin ich verschont geblieben, man weiß aber nie, was kommt. Wenn ich gesund bleibe sind vielleicht noch vier, fünf Jahre drin.

Sport1.de: Sie selbst sind auch nicht gerade als Kind von Traurigkeit bekannt. Pflegen Sie ihr Image als "Eisen-Renz" bewusst?

Renz: Das ist vielleicht ein Mix aus meiner hartnäckigen Spielweise einerseits und andererseits der Härte zu mir selbst. Ich gebe niemals auf, beiße immer auf die Zähne und versuche immer zu spielen - auch mit Verletzungen oder wenn ich angeschlagen bin. Ich pflege dieses Image aber nicht. Das ist mein Charakter. Ich bin einfach ein harter Arbeiter. Und es ehrt mich, wenn die Leute sagen: "der ist hart zu sich selbst und hart auf dem Eis". Ich werde nie jemand sein, der durch schöne Spielzüge oder 20 Tore pro Jahr verzückt.

Sport1.de: Was war denn ihr bisheriger Karriere-Höhepunkt in der DEL?

Renz: Sportlich war es sicher der Gewinn der Meisterschaft 2002. Emotional war aber die Tatsache, dass ich mit Robert Müller (der nach einer Tumor-Erkrankung zum Leistungssport zurückkehrte, Anm. d. Red) gemeinsam auf dem Eis stehen konnte, ein sehr schönes Erlebnis. Ich habe immer bewundert, wie er mit seiner Krankheit umgeht und wie schnell er wieder zurückgekommen ist. Ich kenne ihn schon seit unseren gemeinsamen Anfängen in der Nationalmannschaft. Mit ihm wieder zusammen zu spielen, hat mich schon gerührt.

Sport1.de: Mit dem KEC erleben Sie sportlich derzeit keine besonders schöne Phase. Wie erklären Sie sich das Abrutschen in den Tabellenkeller?

Renz: Wir sind mit der Mannschaft in einen Strudel reingeraten. Obwohl wir am Anfang der Saison ganz ordentlich gespielt haben, konnten wir die Spiele nicht gewinnen. Wir haben uns verunsichern lassen von Fans, Medien und der Vereinsführung und haben kein Selbstbewusstsein aufgebaut. Und, wie immer, wenn es nicht läuft, ist dann auch noch Pech dazugekommen. Jetzt müssen wir von Spiel zu Spiel das Feld von hinten aufrollen.

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