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Stürmer Tino Boos steht seit August 2007 in Hannover unter Vertrag © imago

Die klammen Hannoveraner gehen in die Offensive. Doch die Zukunft des Deutschen Meisters hängt weiter am seidenen Faden.

Hannover/Berlin - Meister Hannover Scorpions kämpft mit einem Alleingang ums Überleben in der Deutschen Eishockey Liga, doch die Zukunft des Klubs hängt nach wie vor am seidenen Faden.

Klub-Boss Günter Papenburg begrüßte zwar die ohne ihn geplante Initiative zur Rettung der Scorpions, drohte aber weiter mit der Lizenzrückgabe.

Sollten beim Meister tatsächlich die Lichter ausgehen, wäre das ein Desaster für die krisengeplagte DEL.

"Der Aufruf an die Fans und Sponsoren ist zu begrüßen, allerdings ist das allein noch nicht die Rettung. Wenn sich aber eine breitere Öffentlichkeit zu den Scorpions bekennt, wird das sicher Einfluss auf meine Entscheidung haben", sagte Papenburg.

Der 70-Jährige wollte die Mannschaft am Dienstagabend über den Stand der Dinge informieren.

Letzter Rettungsversuch

Zuvor hatten die Vereinsverantwortlichen beim Trainingsauftakt bekannt gegeben, auf eigene Faust einen letzten Rettungsversuch starten zu wollen.

"Wir werden jetzt einen Schlachtplan erstellen und versuchen, die Löcher eigenständig zu stopfen. Der Verein soll wieder mehr auf eigenen Beinen stehen. Das ist von uns als Signal gedacht, aber es wird ein harter Kampf", sagte Geschäftsführer Marco Stichnoth.

Finanzloch von zwei Millionen Euro

Man hoffe, dass Papenburg ihnen "ein paar Tage Luft lässt, damit wir Fakten schaffen können", erklärte Stichnoth.

Man wolle versuchen, durch zusätzliche Sponsoren, einen besseren Kartenverkauf und Einsparungen das Finanzloch in Höhe von etwa zwei Millionen Euro zu stopfen.

Bis zum kommenden Montag, so der Plan, muss der Dauerkartenverkauf signifikant ansteigen. Ansonsten ist das Aus des Meisters besiegelt.

Kapitän Boos schließt Gehaltsverzicht aus

Dies wollen auch die Spieler verhindern, damit sie wie geplant zum Saisonauftakt am 3. September beim EHC Wolfsburg für Hannover auflaufen können.

"Der Meistertitel hat uns zusammengeschweißt. Wir wollen etwas zurückgeben. Wir können uns auch vorstellen, dass wir die Tickets persönlich zu den Fans bringen", sagte Kapitän Tino Boos.

Einen freiwilligen Gehaltsverzicht wie schon vor der vergangenen Saison schloss Boos jedoch aus.

Verhandlungen am Mittwoch

Wesentlich besser stünden die Chancen auf eine Rettung, wenn sich Klubchef Papenburg mit der Stadt und dem Hauptsponsor auf eine Beteiligung an der Besitz- und Betreibergesellschaft für die Arena einigen würde.

Am Mittwoch soll es zwischen dem Arena-Eigner, Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil, Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode und Vertretern des Sponsors zu finalen Verhandlungen kommen.

Chaoswochen in der Liga

Eine Lizenzrückgabe wäre für die DEL der vorläufige Tiefpunkt der Chaoswochen.

Zuvor hatten sich bereits die Frankfurt Lions wegen Verbindlichkeiten in Höhe von 4,4 Millionen Euro zurückgezogen.

Mit den Kassel Huskies, die von der DEL nach der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ausgeschlossen worden waren, kämpft die Liga derzeit erbittert vor Gericht.

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