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Bradley Tutschek jubelt über seinen Treffer gegen die Ice Tigers © imago

Düsseldorf fährt in der DEL einen Sieg nach dem anderen ein. Doch beim Spitzenklub herrscht alles andere als Zufriedenheit.

München - Die Düsseldorfer EG eilt in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) von Sieg zu Sieg und hat wieder die Tabellenführung vor Augen.

Nach dem überzeugenden 4:1 gegen die Nürnberg Ice Tigers, dem siebten Erfolg in Serie, fehlten dem achtmaligen Meister noch drei Tore, um am punktgleichen rheinischen Rivalen Krefeld Pinguine vorbeizuziehen.

Mit einem weiteren Erfolg am Donnerstag gegen die Augsburger Panther könnte die DEG wieder Platz eins übernehmen - zumindest für einen Tag, wie bereits am 9. September. Länger als 24 Stunden an der Spitze standen die Düsseldorfer zuletzt im September 2002.

"Können wir zufrieden sein"

"Die Rädchen greifen langsam ineinander", befand Nationalspieler Daniel Kreutzer und schloss den 5:4-Sieg nach Penaltyschießen am Freitag in Krefeld gleich in seine Beurteilung mit ein: "Mit diesem Wochenende können wir zufrieden sein."

Das war Trainer Harold Kreis nicht ganz. Den Ex-Nationalspieler wurmte, dass die Düsseldorfer am Freitag einen 4:2-Vorsprung noch aus der Hand gegeben hatten. "Wir spielen noch nicht 60 Minuten konstant", bemängelte der einstige Weltklasseverteidiger.

DEG nimmt zu früh den Gang raus

Denn nicht nur in Krefeld, sondern auch schon zuvor gegen Ingolstadt (3:2 n.P.), in Wolfsburg (3:4) und in Straubing (5:6 n.V. ) verspielte die DEG im letzten Drittel einen Vorsprung und mögliche Dreier.

"Wir verschenken immer noch zu viel", meinte auch Manager Lance Nethery: "Die Mannschaft hört im letzten Drittel auf zu spielen." Gegen Nürnberg allerdings "war das nicht so, da hat sie konstant gespielt."

Letzter Platz der Powerplay-Statistik

Auch wenn der Sieg nicht ernsthaft in Gefahr geriet und sich auch wieder die dritte Sturmreihe mit zwei Toren beteiligte, war noch nicht alles perfekt. "Das Einzige, was immer noch Probleme bereitet, ist das Powerplay", bemängelte Kreutzer, nachdem die DEG nur eine von insgesamt elf Überzahlsituationen zu einem Tor genutzt hatte.

Mit einer Erfolgsquote von 13,19 Prozent liegen die Düsseldorfer auf dem vorletzten Platz der Powerplay-Statistik. "Aber wir haben ja noch genug Zeit bis zu den Play-offs zum Üben", sagte Kreutzer.

Zuschauer bleiben aus

Enttäuschend ist in Düsseldorf auch weiterhin die Zuschauerresonanz. Gegen Nürnberg verloren sich 5500 Fans im 13.400 Besucher fassenden Dome.

Mit durchschnittlich 5705 Zuschauern liegt die DEG schon wieder weit hinter der Kalkulation (7000) zurück. "Wir hätten es jetzt verdient, dass mal mehr Leute kommen", sagte Nethery, "weil wir gutes Eishockey spielen."

"In 10 Jahren spielt Eishockey keine Rolle mehr"

Doch die neue Arena haben die Fans in Düsseldorf nach dem Umzug von der traditionsreichen Brehmstraße nicht angenommen.

Die Gründe sind vielfältig: die schlechte Verkehrsanbindung, die mangelnde Werbung im ersten Jahr, fehlende Identifikationsfiguren auf dem Eis, aber auch der ständig wechselnde DEL-Modus.

Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp schoss deshalb bereits gegen die DEL. "Unter den jetzigen Bedingungen hat Eishockey in zehn Jahren keinen nennenswerten Stellenwert mehr", meinte er und landete damit sogar in der "New York Times", die am Montag den Zuschauerschwund in Deutschland thematisierte.

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