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Unsanfte Landung: Alexander Weiß von den Eisbären Berlin © imago

Nach der Ingolstadt-Pleite sind die als Titelfavorit gestarteten Berliner am Tabellenende angekommen. Doch Jackson bleibt cool.

Ingolstadt/Köln - Als die Schlusssirene ertönte und die 60 Minuten in Ingolstadt beendet waren, sah man bei den Eisbären nur lange Gesichter.

"Wir hatten heute Abend eine schwere Zeit", gab Trainer Don Jackson zu, nachdem der Titelfavorit aus Berlin an der Donau ein 4:7 kassiert und dazu auch noch die Rote Laterne übernommen hatte.

Mit zwei Punkten sind die Eisbären nach dem vierten Spieltag der Deutschen Eishockey Liga (DEL) Letzter. (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

Der viermalige deutsche Meister hat den Schwung vom eindrucksvollen Triumph bei der European Trophy nicht ins Tagesgeschäft mitgenommen und sucht noch nach seiner Form.

Berliner Debakel wie im Vorjahr

Trotz der unbefriedigenden Situation gibt es bei den Berlinern keinen ernsthaften Grund zur Sorge, zu jung ist die Saison und zu frisch sind die Erinnerungen an das vergangene Jahr.

Schon in der abgelaufenen Saison standen die Eisbären im ersten Auswärtsspiel neben sich und kamen mit 3:8 bei den Kassel Huskies unter die Räder.

Es folgten sieben Siege, am Ende gewannen die Berliner die Hauptrunde mit 25 Punkten Vorsprung. (STATISTIK: Stenogramme des 4. Spieltags)

Viele Aufbau-Fehler

Damit die Eisbären, die wegen ihrer Teilnahme an der European Trophy erst zwei Spiele absolviert haben, auch in diesem Jahr die Liga dominieren, müssen Auftritte wie der in Ingolstadt aber die Ausnahme bleiben.

Die Gäste leisteten sich im Aufbau viele unnötige Fehler, waren meist den entscheidenden Tick langsamer als ihre Gegenspieler und hatten in Rob Zepp nicht den erhofften Rückhalt im Kasten.

Gleich mehrmals ließ der Goalie die Scheibe abprallen, und die ERC-Stürmer nutzten ihre Gelegenheiten eiskalt. Nach dem siebten Gegentor wurde Zepp erlöst und räumte seinen Platz.

Jackson wenig erfreut

"Wir haben viele Torchancen zugelassen, und dafür haben wir bezahlt", analysierte Jackson nach dem Spiel, das die Ingolstädter sogar noch deutlicher hätten gewinnen können.

Mit 7:2 führten die Panther nach 43 Minuten, wurden in der Schlussphase zum Ärger von Trainer Greg Thomson aber noch einmal leichtsinning.

"Wenn man so einen Vorsprung hat, heißt es nicht, Schlittschuhe zusammenpacken und nach Hause gehen", kritisierte der Coach.

Ansonsten hatte Thomson nach dem zweiten Saisonsieg nichts an der Vorstellung seiner Mannschaft auszusetzen: "Wir haben über die ersten 50 Minuten sehr gutes Eishockey gespielt. Damit bin ich absolut zufrieden."

Überzahl bringt die Entscheidung

Die Entscheidung in Ingolstadt fiel Anfang des Schlussdrittels, als die Gastgeber eine fünfminütige Überzahl nutzten und die beiden letzten ihrer sieben Tore erzielten.

Wegbereiter war der Berliner Andre Rankel, der nach einem Check gegen den Kopf von Dominik Walsh eine Matchstrafe erhielt und vorzeitig in die Kabine musste.

Auch für das Opfer der Attacke ging das Spiel nicht weiter. Der gebürtige Brite Walsh erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und verbrachte die Nacht im Krankenhaus.

Sieben Ingolstädter Schützen

In Christoph Gawlik (9.), Jakub Ficenec (12.), Richard Girard (22.), Matt Hussey (25.), Joe Motzko (34.), Thomas Greilinger (42.) und Patrick Buzas (43.) hatte Ingolstadt sieben verschiedene Torschützen.

Für Berlin trafen vor 3295 Zuschauern Florian Busch (20.), Constantin Braun (29./46.) und Chris Hahn (59.).

Die Chance zur Wiedergutmachung haben die Eisbären, die beim Saisonauftakt gegen Titelverteidiger Hannover Scorpions zu einem schwer erkämpften 2:1 nach Verlängerung gekommen waren, am nächsten Wochenende.

Jetzt gegen Rekordmeister Mannheim

Am Freitag (19.30 Uhr LIVESCORES) ist DEL-Rekordmeister Adler Mannheim zu Gast in Berlin.

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