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Der Kanadier Matt Dzieduszycki spielt seit 2007 für die Hannover Scorpions © getty

Stichnoth erklärt den Verzug der Prämienzahlung. Ein angekündigter Sparkurs und Irritationen um ein Zitat bergen aber neuen Zündstoff.

Berlin/Hannover - Nach dem Trainingsboykott in der vergangenen Woche kehrt beim deutschen Meister Hannover Scorpions zumindest wieder etwas Ruhe ein.

Wie Manager Marco Stichnoth erklärte, seien alle Zahlungen - auch Prämien in Höhe von 60.000 Euro - bereits überwiesen worden.

"Die Überweisung hat am 6. September stattgefunden", betonte der Manager - und fügte hinzu: "In den Verträgen steht, dass das Geld am Anfang des Monats überwiesen wird, nicht am Ersten."

Nach Angaben des Managers habe eine Umstellung in der Buchhaltung zu der verspäteten Zahlung der Gehälter geführt.

Boykott oder kein Boykott?

Außerdem habe Gesellschafter Günter Papenburg noch Unterlagen zu den Prämien der vergangenen Saison einsehen wollen. (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle).

Nach Medienberichten hatten die Spieler wegen ausbleibender Gehälter- und Prämienzahlungen am vergangenen Dienstag das Training boykottiert.

Das suchte Stichnoth nun zu relativieren: "Das Training hat aus unterschiedlichen Gründen nicht stattgefunden. Von einem Boykott möchte ich aber nicht sprechen."

"Technische Probleme"

In einer ersten Stellungnahme wurde Stichnoth jedoch in der "Bild" zitiert: "Der Trainer rief mich an und sprach von Chaos."

Offiziell begründete der Klub den Ausfall des Trainings in der vergangenen Woche nun mit "technischen Problemen". (SERVICE: Stenogramme der 6. Spieltags).

Entschieden trat Stichnoth jetzt auch Meldungen entgegen, nach denen die beiden letzten Niederlagen in der DEL in Ingolstadt (2:7) und gegen Hamburg (3:5) auf die Unzufriedenheit der Spieler zurückzuführen seien.

Irritation um Boos-Zitat

Der derzeit verletzte Kapitän Tino Boos hatte auf die Frage, ob die zwei Pleiten mit den Vorgängen im Klub in Zusammenhang gebracht werden könnten, der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" gesagt: "Ich denke schon."

"Ich denke nicht, dass er das gesagt hat", erklärte Stichnoth: "Da ist bestimmt etwas falsch übermittelt worden."

Immer das ist Fakt: Bereits im vergangenen Jahr hatten die Spieler freiwillig auf einen Teil ihrer Gehälter verzichtet.

Angekündigter Sparkurs birgt nächsten Konflikt

Vor der aktuellen Saison hatte Papenburg erst nach der Gründung einer Besitz- und Betreibergesellschaft für die Mehrzweckarena seine Drohung zurückgezogen, die Lizenz wieder abzugeben.

Dennoch hatte Stichnoth erst vor wenigen Tagen einen Sparkurs in Hannover angekündigt.

Demnach sei das aktuelle Gehaltsniveau des Meisters nicht mehr zu halten - womit der nächste Konflikt programmiert ist.

Viele Klubs in Finanznöten

Vor der Saison hatte der Ex-Meister Frankfurt Lions aufgeben müssen.

Den Kassel Huskies wurde wegen der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens die Lizenz verwehrt - ein monatelanger Rechtsstreit folgte.

Die Krefeld Pinguine standen ebenfalls kurz vor dem Aus, konnten sich aber retten.

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