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Bill Stewart beerbte im Dezember 2009 Igor Pawlow als Chefcoach der Kölner Haie © getty

Die Schuld am Kölner Absturz sehen viele beim Coach. Ein Nachfolger wird schon gehandelt. Ein Nationalstürmer soll helfen.

Köln - Frust statt Lust: Knapp drei Wochen vor dem Start des Karnevals herrscht Krisenstimmung bei den Kölner Haien. Nach der bitteren 2:3-Niederlage bei DEL-Rekordmeister Adler Mannheim ist der einstige rheinische Vorzeigeklub am vorläufigen Tiefpunkt angekommen.

Für Trainer Bill Stewart, der in der Krise zunehmend ratloser wirkt, wird die Luft immer dünner.

Doch Fragen zur Trainerdiskussion wollte Haie-Geschäftsführer Thomas Eichin nicht beantworten, obwohl ihn die erneute Niederlage mächtig wurmte.

"Das ist schlimm"

"Ich habe mich die ganze Nacht geärgert. Es war unser bestes Saisonspiel, trotzdem stehen wir mit leeren Händen da und sind Tabellenletzter. Das ist schlimm", sagte Eichin.

Zwar fand er auch für die Leistung der Schiedsrichter deutliche Worte ("Vollverarschung"), doch die Hauptkritik richtete sich gegen die Mannschaft.

Diese hatte eine 2:0-Führung und damit den dringend benötigten Befreiungsschlag verspielt.

Stewart als Buhmann

Das vor der Hauptrunde formulierte Ziel Platz sechs ist nach nur vier Siegen in 14 Spielen in weite Ferne gerückt, schon wieder droht das hohe Anspruchsdenken der Rheinländer der tristen Realität nicht standhalten zu können.

Mit nur 13 Punkten ist der achtmalige Meister Tabellenschlusslicht der Liga. (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

Bei anhaltender Erfolglosigkeit dürfte Stewart, der bei den Haien Trainer und Manager in Personalunion ist, kaum noch zu halten sein. Nicht wenige machen im Umfeld der Kölner den ehemaligen Mannheimer Coach für die sportliche Talfahrt verantwortlich.

Auch Dennis musste gehen

Vor Saisonbeginn führte der ehemalige NHL-Profi eine Radikalkur durch und krempelte das Team nach seinen Vorstellungen fast komplett um.

Im aktuellen Kader stehen nur noch vier Stammkräfte aus der abgelaufenen Spielzeit. Doch bei seiner Runderneuerung hatte der 53-Jährige offenbar kein besonders glückliches Händchen.

Insbesondere auf der wichtigen Torwartposition wurde kräftig rotiert und ausprobiert. Der ehemalige Schweizer Nationaltorwart und Publikumsliebling Lars Weibel fiel am Saisonende dem Personalkarussell "Kill Bill" Stewart zum Opfer.

Der Vertrag mit seinem kanadischen Nachfolger Adam Dennis wurde nach der Niederlagenserie zum Auftakt nach nur vier Monaten wieder aufgelöst.

Sundblad als Stewart-Nachfolger?

Nun soll sich mit dem NHL-erfahrenen Wade Dubielewicz ein weiterer Kanadier zwischen den Pfosten beweisen.

Zudem konnte nicht jeder nachvollziehen, dass Stewart im vorletzten Spiel gegen die Hamburg Freezers fehlte, weil er "aus persönlichen Gründen" in seine Heimat Kanada flog.

Prompt gewannen die Haie mit Co-Trainer Niklas Sundblad hinter der Bande 3:2 nach Penaltyschießen. Der Schwede gilt als aussichtsreicher Kandidat für den Trainerposten, sollte Stewart entlassen werden.

Entscheidende Spiele vor der Brust

Wer auch immer in Zukunft die Haie trainiert, er wird vor allem an der Konstanz arbeiten müssen.

In den vergangenen acht Partien gab es abwechselnd einen Sieg und eine Niederlage. Am Montag reagierte der KEC und verpflichtete Nationalstürmer John Tripp als Führungsspieler.

Die beiden kommenden Duelle gegen Meister Hannover Scorpions und im Derby bei der Düsseldorfer EG sind richtungweisend für den Altmeister vom Rhein. Mit einer kleinen Siegesserie könnten die Haie pünktlich zu Karnevalsbeginn wieder für gute Laune in der Domstadt sorgen.

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