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Auch Münchens Sören Sturm (l.) kam nicht an Starubings Keeper Dimitri Pätzold vorbei © imago

München und Straubing liefern sich einen Penalty-Shutout noch nie dagewesen Ausmaßes. Selbst der Video-Beweis muss helfen.

München - Einen Penalty im Eishockey zu verwandeln, ist eine nicht ganz einfache Angelegenheit.

Der Schütze nimmt den Puck am Anspielpunkt im Mittelkreis auf, bis zum Tor sind es von dort in der Regel 26,5 Meter. Das Tor ist nur 1,83 Meter breit und 1,22 Meter hoch, und der Torwart ist mit seinen Polstern außerdem derart voluminös, dass er unüberwindbar scheint.

Einen Elfmeter im Fußball zu verwandeln ist im Vergleich dazu ein Kinderspiel.

Wie schwierig es ist einen Penalty im Tor unterzubringen, stellten am Sonntagabend besonders der EHC München und die Straubing Tigers unter Beweis.

Zusammen mussten die beiden Teams 42 Penaltys schießen, um in ihrer ohnehin schon spannenden Begegnung einen Sieger zu finden.

Schon zuvor verrückte Partie

4:4 stand es nach 60 turbulenten Minuten (2:1, 1:1, 1:2) mit verrückten Toren. 4:4 stand es auch nach Ende der fünfminütigen Verlängerung. In der DEL ist für diesen Fall ein Penaltyschießen vorgesehen, drei Schützen pro Mannschaft treten dazu an.

Im Normalfall. (STENOGRAMME 24. Spieltag)

Am Sonntagabend in der Olympia-Eishalle aber war nichts normal.

Weiter, immer weiter

Justin Mapletoft, der dritte Schütze der Straubinger, verwandelte seinen Penalty.

Martin Buchwieser, der dritte Schütze der Münchner, verwandelte ebenfalls. Von da an ging es munter weiter, immer weiter.

Traf der eine, traf danach auch der andere. Traf der eine nicht, traf auch der andere nicht. "Hey, was geht ab, wir schießen die ganze Nacht, die ganze Nacht", sangen die Zuschauer, 4999 an der Zahl.

Torhüter nicht zu überwinden

Die ganze Nacht dauerte es selbstverständlich nicht, aber nach dem Treffer von Neu-Nationalspieler Buchwieser gab es eine Phase, da waren die Torhüter Sebastian Elwing für München und Dimitri Pätzold für Straubing nicht zu überwinden.

Es folgten 20 Fehlversuche, ehe Tobias Draxinger als Schütze Nummer 27 für die Gäste traf - und der Münchner Christian Wichert prompt ausglich.

Video-Beweis muss helfen

Nach Schütze Nummer 34 wäre es beinahe vorbeigewesen.

Schiedsrichter Lars Brüggemann freilich entschied nach Betrachtung der Videoaufzeichnung: Der Schuss des Münchner Kapitäns Stephane Julien hatte die Torlinie nicht vollständig überschritten.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Julian war später dann auch Schütze Nummer 42 - und der letzte: Er brachte den Puck nicht an Pätzold vorbei, zuvor jedoch hatte Schütze Nummer 41, Eric Meloche, für Straubing getroffen: 4:5.

Rumrich wollte eingreifen

"So etwas habe ich noch nie erlebt", war nach gut drei Stunden die unvermeidliche, allgemeine Feststellung der Beteiligten.

42 Penaltys, nur neun davon waren drin. "So nach 15, 20 Schüssen habe ich überlegt, ob ich nicht selbst die Schlittschuhe anziehen sollte", sagte Straubings Trainer Jürgen Rumrich.

Ob er allerdings getroffen hätte ...?

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