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Robert Müller spielte in der vergangenen Saison 24 Mal für die Kölner Haie © imago

Der Tumor von Robert Müller ist unheilbar, wie der Haie-Keeper erst jetzt bekanntgibt. Dennoch will er nochmal zurück aufs Eis.

Von Martin Hoffmann

München - Die Geschichte von Robert Müller, dem krebskranken Torwart der Kölner Haie, ist traurig.

Doch nun ist herausgekommen, dass diese Geschichte vom Hirntumor des 28-Jährigen noch trauriger ist, als sie ohnehin schon schien - und dass sie kein glückliches Ende mehr nehmen wird.

Gemeinsam mit seinem behandelnden Arzt hat Müller erklärt, dass seine Erkrankung nicht heilbar ist.

"Robert Müller ist schon über die mittlere Lebenserwartung bei dieser Art von Tumoren hinweg", erklärte der Heidelberger Krebs-Spezialist Wolfgang Wick im "Spiegel".

Es gibt kein Mittel

Darüber, wie ernst sein Zustand wirklich ist, hatte Müller sich die Öffentlichkeit bislang im Unklaren gelassen.

Und auch jetzt überließ er es Wick zu erläutern, was wirklich Sache ist: "Der Professor kann am besten erklären, was mit mir los ist."

Die tragische Wahrheit: Müller leidet an einem so genannten Glioblastom, einer besonders aggressiven und schnell wachsenden Krebsart, gegen die es kein Mittel gibt - und das ist den Ärzten klar, seit sie den Tumor im November 2006 entdeckt haben.

Die meisten überleben kein Jahr

An Glioblastomen erkranken meist Patienten über 60, die meisten von ihnen überleben nicht mehr als ein Jahr. Nur drei von hundert schaffen fünf Jahre.

In einer ersten Operation kurz nach der Diagnose wurde Müller ein Teil des Tumors entfernt, dennoch feierte er schon drei Monate sein Comeback, damals noch bei den Adlern Mannheim.

Die Krankheit tat seiner Leistung keinen Abbruch, Müller wurde zwischenzeitlich sogar wieder ins Nationalteam berufen.

Resistent gegen jede Behandlung

Im August 2008 folgte die zweite OP, die aber nicht den gewünschten Effekt hatte.

Die Geschwulstreste haben sich trotz Strahlen- und Chemotherapie nicht zurückgebildet, die Zellen des Tumors sind mittlerweile resistent gegen jede Art von Behandlung.

Trotzdem will Müller noch einmal auf Eis und weder sein Arzt noch sein Team stehen dem im Weg.

"Über ihn müsste man ein Buch schreiben"

"Wir stehen voll hinter Robert - ob die Krankheit unheilbar ist oder nicht", sagte Haie-Chef Thomas Eichin der "Bild": "Wenn er bereit ist, wird er wieder bei uns im Tor stehen."

Müllers Teamkollege Andreas Renz bewundert an selber Stelle die Art und Weise, wie Müller mit seinem Schicksal umgeht.

"Über ihn müsste man ein Buch schreiben. Ein unglaublicher Mensch, der anderen trotz des eigenen Leidens immer Mut macht", so der DEL-Rekordspieler. Müller lasse andere nie spüren, wie schwer seine Krankheit sei, "nur um einen selbst damit nicht zu belasten".

Stoischer Gleichmut

Müller erträgt sein Schicksal gleichmütig. Er ließ sich nicht mal Bestürzung anmerken, als einige "Fans" seines alten Vereins Mannheim ihn anfeindeten und skandierten: "Schade, dass du den Krebs überlebt hast."

"So ist das halt im Leben", kommentierte Müller den Skandal damals gefasst: "Wenn du im Verein bist, bist du der Held. Wenn du weg bist, wirst du von den Fans gehasst."

Der zweifache Familienvater spricht auch jetzt kaum über seine Krankheit. "Ich bin keiner, der über seine Gefühle redet, das war ich noch nie, und außerdem ändert es nichts an der Diagnose", erläuterte er im "Spiegel".

Auf die Frage, wie es ihm gehe, antwortet Müller mit einem Wort: "Gut."

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