vergrößernverkleinern
Ernüchterter Skorpion: Patrick Köppchen spielt seit 2004 für Hannover © imago

Die Hannover Scorpions stecken tief in der Krise: Der Meister taumelt - auch zuletzt gegen Wolfsburg. Gründe gibt es viele.

Hannover - Die Spieler frustriert, die Titelverteidigung in weiter Ferne: Die Erinnerungen der Hannover Scorpions an die Meisterschaft in der DEL sind längst verblasst. Nach nur einem Sieg aus den letzten neun Spielen steckt das beste Team der vergangenen Saison vielmehr mitten in einer Krise.

"Wenn es nicht läuft, steigert man sich in so etwas hinein, und der Frust wird immer größer", sagte Trainer Toni Krinner nach der 2:3-Niederlage in der Verlängerung gegen Spitzenreiter EHC Wolfsburg: "Das ist wie bei einer Schraube."

Mittlerweile sind die Scorpions auf Platz acht abgerutscht. Ende November stand der Titelverteidiger, der sich in der vergangenen Saison die erste Meisterschaft in der DEL sicherte, noch an der Tabellenspitze. Danach setzte es Niederlage um Niederlage. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ungewisse Zukunft

Die Vermutung, dass möglicherweise die immer noch nicht geklärte Situation des Vereins und die offene Zukunft der meisten Spieler dabei eine Rolle spielen, weist Manager Marco Stichnoth entschieden zurück. "Das ist Blödsinn. Das lasse ich nicht gelten. Die Mannschaft ist stabil", sagte Stichnoth: "Jeder Spieler, der auf das Eis geht, denkt nicht an die Situation, sondern will gewinnen."

Derzeit gibt es in Hannover aufgrund der ungewissen Zukunft des Vereins keine Vertragsgespräche. Am Ende der Spielzeit laufen allerdings die Verträge von 17 Spielern aus.

Die brachten sich zuletzt vor allem durch Disziplinlosigkeit und fehlende Konzentration meist selbst um den Erfolg. Hannover kassierte viele Strafminuten und fing sich in der daraus resultierenden Unterzahl unnötige Gegentore ein.

Wüste Massenschlägerei

Die Neuauflage des Vorjahresfinales gegen Augsburg am vergangenen Donnerstag wurde von einer wüsten Massenschlägerei überschattet, bei der David Wolf das "Kunststück" schaffte, eine doppelte Spieldauerdisziplinarstrafe zu kassieren.

Zumindest gegen Wolfsburg gab es aber auch wieder einen Hoffnungsschimmer.

Nach 0:2-Rückstand kämpften sich die Gastgeber wieder heran und erzwangen durch den Ausgleichstreffer zwei Minuten vor Ende der Begegnung zumindest die Verlängerung und damit einen Punkt. Zum lang ersehnten Befreiungsschlag reichte es dann allerdings wieder nicht.

"Wir müssen im Moment Geduld haben. Es kommt darauf an, wo wir am Ende der Saison stehen, und nicht darauf, wo wir jetzt sind", sagte Stichnoth: "In der vergangenen Saison waren wir zwischenzeitlich auch einmal Tabellenletzter."

Gerangel hinter den Kulissen

Hinter den Kulissen gibt es immer noch Gerangel.

Grund ist die Forderung von Eigentümer Günter Papenburg, gleichzeitig alleiniger Betreiber der Spielstätte, dass sich Stadt, Land und private Investoren an einer Betreibergesellschaft für die Mehrzweckarena beteiligen. Der Bauunternehmer ist nicht mehr gewillt, Arena und Team alleine zu finanzieren.

Bereits vor der laufenden Saison drohte er mit einer Rückgabe der DEL-Lizenz, was allerdings wohl mehr Druckmittel als ernsthafte Absicht war.

Eine Betreibergesellschaft, wie an vielen anderen Standorten üblich, gibt es allerdings immer noch nicht. Im Januar sollen die nächsten Gespräche über deren Gründung stattfinden.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel