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Mindestens zwei Spiele Strafe: Iserlohns Brad Tapper © getty

Ein brutaler Hieb in Düsseldorf macht Iserlohns Jimmy Roy bewusstlos und die Roosters wütend. Die Gemüter sind kaum zu beruhigen.

Von Tobias Schröter

Düsseldorf - Eine Dreiviertelstunde lang steht beim Spiel der DEG Metro Stars gegen die Iserlohn Roosters Eishockey im Vordergrund.

Dann ähnelt der ISS-Dome eher einem großen Boxring - eine minutenlange Massenschlägerei überschattet den 5:2-Heimsieg der Düsseldorfer.

Auslöser dafür: Ein barbarischer Check von Düsseldorf-Rowdy Ryan Ramsay.

Er nimmt Schwung und stoppt Iserlohns Torschützen Jimmy Roy derart heftig, dass der krachend aufs Eis knallt. und benommen davon getragen werden muss.

Der Skandal: Schiedsrichter Daniel Piechaczek (Finning) übersieht das brutale Foul, verhängt keine Strafe! Das sorgt dafür, dass die Roosters einen Rachefeldzug starten, ihrerseits heftigst dazwischenhauen.

75 Strafminuten

Nachdem Brad Tapper Düsseldorfs Korbinian Holzer ebenfalls ungestüm von den Beinen holt, brechen schließlich alle Dämme: Minutenplang prügeln die Spieler aufeinander ein, fast alle tragen Blessuren im Gesicht davon.

Als sich die Lage endlich beruhigt, sprechen die Schiedsrichter insgesamt 75 Strafminuten aus - 32 gegen die DEG, 43 gegen Iserlohn.

Hinzu kommen Spieldauerdisziplinarstrafen gegen die Düsseldorfer Korbinian Holzer und Ryan Ramsay sowie den Iserlohner Chris Schmidt. Die Drei sind damit für die nächste Partie gesperrt.

Längere Sperre für Brad Tapper

Gleich mehrere Spiele lang nicht mitwirken darf Brad Tapper. Seinen Check ahndeten die Referees mit einer Matchstrafe.

Eishockey gespielt wurde nebenbei auch: Brandon Reid (2), Patrick Reimer, Andrew Hedlund und Adan Courchaine trafen für die DEG, Jimmy Roy und David Sulkovsky gelang nur Ergebniskosmetik.

Damit rehabilitierte sich Düsseldorf für die 0:4-Pleite bei den Adlern Mannheim, während für Iserlohn die dritte Auswärtspleite in Folge zu Buche stand.

Schiedsrichter attackiert

Nach der Partie war die Stimmung gegensätzlich: Beschwichtigend im Düsseldorfer, gereizt im Iserlohner Lager.

"Ein aufregender Eishockey-Abend. Im letzten Drittel wurde es ein bißchen hektisch wegen einiger Auseinandersetzungen", redete DEG-Coach Harold Kreis die Massenprügelei klein.

Roosters-Captain Robert Hock hatte sich hingegen noch nicht wieder beruhigt, schimpfte auf Gegner und Schiedsrichter: "Es ist nur wegen dieser Szene so ausgeartet. Wir kommen doch nicht hierher, um uns abschlachten zu lassen. Wenn der Schiri das nicht im Griff hat, müssen wir Spieler das machen."

Robert Müller in Köln auf der Bank

Mit dem Sieg schob sich die DEG vorübergehend auf Rang zwei vor. Das kann sich in den restlichen Partien des 19. Spieltags (ab 19.30 UhrLIVESCORES) schnell wieder ändern: Mit einem Sieg in Berlin wären die Hannover Scorpions wieder Krefeld-Verfolger Nummer eins.

Die Pinguine selbst können mit einem Heimsieg gegen den Tabellenfünften Frankfurt ihren Vorsprung wieder ausbauen.

Zum Schlusslicht Duisburg müssen die Kölner. Dabei wird der trotz Krebserkrankung spielwillige Robert Müller auf der Bank der Haie Platz nehmen.

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