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Köln (r., Moritz Müller) trifft in den Pre-Playoffs auf München (l., Bryan Adams) © imago

Kölns Auf und Ab steht stellvertretend für den kuriosen DEL-Saisonverlauf. Fast alle Teams werden als Titelkandidat gehandelt.

München - Vor vier Wochen standen die Kölner Haie noch auf dem letzten Platz, am Mittwoch kämpft der achtmalige Deutsche Meister nach einer Achterbahnsaison um den Einzug ins Playoff-Viertelfinale.

"Überraschungen scheinen mir wieder programmiert zu sein, und auch für die Haie beginnt alles wieder bei Null", sagt Trainer Niklas Sundblad.

Nach einem katastrophalen Start in die Saison stabilisierte sich der Traditionsklub in der zweiten Hälfte der Spielzeit.

Hätte das Team von Sundblad von Beginn an die Konstanz der letzten Spiele gezeigt, der als Erfolg gefeierte "Umweg" über die Pre-Playoffs gegen Aufsteiger EHC München (Mi., ab 19.30 Uhr LIVESCORES) wäre niemals nötig gewesen.

Neun verschiedene Tabellenführer

Doch das Auf und Ab der Haie steht stellvertretend für die gesamte Liga. Noch nie war eine Saison so ausgeglichen.

Frei nach dem Motto "jeder darf mal Tabellenführer sein" standen neun der 14 Vereine im Laufe der Saison zumindest einmal an der Spitze. (DATENCENTER: Die Vor-Playoffs)

Nur 33 Punkte trennten am Ende der Saison den Ersten EHC Wolfsburg (96) und den Letzten Augsburg Panther (63), und noch nie seit der Einführung der Drei-Punkte-Regelung holte der Vorrundensieger weniger als 100 Punkte.

Zum Vergleich: Im Vorjahr stellten die Eisbären Berlin mit 123 Punkten einen DEL-Rekord auf, der Vorsprung auf den Zweitplatzierten betrug alleine schon 25 Zähler.

"Sind schwer zu schlagen"

So fällt den an der K.o.-Runde beteiligten Trainern eine klare Aussage zum großen Meisterschaftsfavoriten schwer. (STENOGRAMME: 60. Spieltag)

In einer Umfrage des Sport-Informations-Dienstes wurde der Vorrundenbeste EHC Wolfsburg mit acht Tipps zwar am häufigsten genannt, als klaren Favoriten bezeichnen sich die Niedersachsen aber nicht einmal selbst.

"Wir wollen natürlich dazugehören und uns nicht verstecken. Wenn die gesamte Mannschaft mit Leidenschaft spielt, sind wir schwer zu schlagen", sagte Trainer Pavel Gross.

Fehlende Erfahrung

Gleichzeitig wies der Coach auch auf das möglicherweise größte Problem seines Teams in der entscheidenden Saisonphase hin: "Andere Mannschaften verfügen natürlich über viel mehr Erfahrung. Von meinen Spielern hat noch keiner im Finale gestanden."

Fast ebenso häufig wie die Wolfsburger wurden auch die Düsseldorfer EG und die Eisbären Berlin genannt (je 6), die die Vorrunde nur drei bzw. sechs Punkte hinter Wolfsburg abschlossen.

Kein Favorit auszumachen

Zumindest statistisch haben die Wolfsburger durch ihren ersten Platz in der regulären Saison keinen Vorteil. Lediglich zwölfmal in den 30 Jahren mit Playoff-Entscheidungen siegte der Erstplatzierte nach der Vorrunde, zuletzt 2009 die Eisbären Berlin.

"Es ist brutal schwierig, einen Favoriten auf die Meisterschaft vorauszusehen. Eigentlich haben alle zehn qualifizierten Teams die Chance, den Titel zu gewinnen", sagte der Düsseldorfer Coach Jeff Tomlinson.

Jedes Team hat realistische Chance

Ähnlich sieht es Pat Cortina, der sich mit Aufsteiger EHC München direkt für die Pre-Playoffs qualifizierte.

"Nach dem bisherigen Saisonverlauf ist es für mich nicht möglich, einen oder mehrere Favoriten zu nennen. Jedes Team von Platz eins bis zehn hat absolut realistische Chancen, am Ende den Titel zu holen. Es ist definitiv alles möglich", sagte der ehemalige Nationaltrainer Italiens und Ungarns.

Haie kennen sich mit Überraschungen aus

Zumindest die Haie haben Erfahrung mit Überraschungsmeisterschaften.

1995 und 2002 gingen sie gleich zweimal als Vorrundensechster ins Rennen und holten danach den Titel.

Das gelang außer ihnen keinem Team der Liga.

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