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Die Kölner Haie gewannen bereits acht Mal die Deutsche Meisterschaft © getty

Köln misst sich im Playoff-Viertelfinale mit dem Liga-Primus. Krupp stapelt tief. Mannheim fordert die DEG im Traditionsduell.

Köln - Geliebt, geachtet und vor allem gefürchtet: Wenn die Traditionsklubs Kölner Haie und Adler Mannheim aber am Mittwoch in das Playoff-Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) einsteigen, schlottern den Kontrahenten der Gegenwart nicht gerade die Knie.

Die Haie haben sich ebenso erst über die Pre-Play-offs für die Duelle mit Vorrundenmeister EHC Wolfsburg (Mi., ab 19.30 Uhr LIVESCORES) qualifiziert wie Mannheim. Der DEL-Rekordmeister muss sich mit dem Zweiten Düsseldorfer EG in maximal fünf Spielen auseinandersetzen. (STENOGRAMME: Pre-Playoffs)

"Wolfsburg ist klarer Favorit gegen die Haie. Sie stehen nicht umsonst ganz oben", sagte Bundestrainer Uwe Krupp, der im Juni bei den Haien seine Tätigkeit aufnimmt, dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

(Auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Der einzige deutsche Stanley-Cup-Sieger, der 1984 an der Seite von Udo Kießling oder Gerd Truntschka mit Köln Meister wurde, macht das vor allem an der Ausgeglichenheit der Wolfsburger fest. Die Niedersachsen könnten mit vier Sturmreihen durchspielen, seien ausgeglichener.

"Es wird kein Selbstläufer"

Auch die Wirtschaftskraft spielt da nicht eine ganz unerhebliche Rolle, denn der EHC hat seit Jahren die VW-Tochter Skoda im Rücken.

Fünf ehemalige Kölner hat es in die Auto-Stadt gezogen. Dennoch zeigen sich Spieler und Verantwortliche zurückhaltend.

"Man muss keine Angst haben. Aber natürlich ist der Respekt da. Köln ist ja im Aufwind, es wird kein Selbstläufer", sagte zum Beispiel Sebastian Furchner.

Schlussspurt sichert Playoffs

Die Haie waren im Februar noch Tabellenletzter und haben sich mit einem Schlussspurt noch für die Play-offs qualifiziert.

Und die Unterstützung kann auch ein Faktor sein. Knapp 10.000 Zuschauer kamen im Schnitt in die Kölnarena, mickrige 2500 waren es für den "Tabellenletzten" Wolfsburg. Der hofft für Spiel 1 auf 3000 Fans.

Kreis wirbt für Traditionsduell

Für das Traditionsduell zwischen Düsseldorf, das auch schon bessere Zeiten in der Zuschauergunst hatte, und Mannheim machte Adler-Coach Harold Kreis am Dienstag ordentlich Werbung.

"Ich kann den Fans nur sagen, dass sie gutes Eishockey sehen werden", erklärte der einstige Meisterspieler.

Brisante Auseinandersetzung

Die Auseinandersetzung birgt Brisanz. Vier von fünf Play-off-Serien entschied die DEG für sich, die letzte 1998 im Viertelfinale ging aber klar an Mannheim.

Damals stieg Düsseldorf wegen drohender Insolvenz freiwillig in die Zweitklassigkeit ab. Und Harold Kreis war vor der Saison zwei Jahre in Düsseldorf in der sportlichen Verantwortung.

Als er seinen Wechsel nach Mannheim bekannt gab, wurde er noch vor den Play-offs 2010 von seinen Aufgaben entbunden.

"Es geht nicht um Personen, sondern um zwei Mannschaften auf dem Eis", sagte Düsseldorfs Manager Lance Nethery, der die Adler 1998 als Coach zur Meisterschaft führte.

"Das ist eine Katastrophe"

Ein wenig im Hintergrund stehen die beiden weiteren Viertelfinal-Ansetzungen am Mittwoch: Titelverteidiger Hannover Scorpions tritt zunächst bei den Krefeld Pinguinen an, Ex-Meister und Zuschauerkrösus Eisbären Berlin empfängt den ERC Ingolstadt.

"Wenn wir alle mit Leidenschaft dabei sind, sind wir schwer zu schlagen. Aber auch nur dann. Für mich sind aber Berlin und Ingolstadt die Favoriten", sagte Wolfsburgs Trainer Pavel Gross.

Berlins Kapitän Stefan Ustorf macht vor dem Playoff-Auftakt seinem Ärger über das "Best-of-five"-Format Luft.

"Das ist eine Katastrophe. Alle Top-Ligen in Europa spielen mittlerweile 'Best-of-seven', obwohl die Saison dort genauso lang ist, wie bei uns in Deutschland", sagte der 37-Jährige den "Eishockey News".

"Ich halte 'Best-of-five' sportlich für eine schlechte Lösung, weil bei einer kurzen Serie dem Zufall Tür und Tor geöffnet wird. Ein schwacher Moment und man steht mit dem Rücken zur Wand. In einer 'Best-of-seven'-Serie setzt sich fast immer der sportlich Bessere durch", erklärte Ustorf.

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