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Bruno St. Jacques spielt seit 2008 bei den Ingolstädtern © imago

Beim Duell zwischen den Eisbären und dem ERC fliegen die Fetzen. Andre Rankel steht im Zentrum des Ingolstädter Zorns.

Berlin - Den Eisbären droht beim zweiten Viertelfinal-Duell der "best-of-five"-Serie in Ingolstadt (ab 19.35 Uhr LIVESCORES) ein Spießrutenlauf.

Die Fans der Oberbayern werden die Berliner nicht gerade freundlich begrüßen. Vor allem Andre Rankel droht der Hass entgegenzuschlagen.

Bereits nach der nach der 3:5-Niederlage zum Auftakt des Play-off-Viertelfinals in Berlin hatte der ERC bei der DEL eine nachträgliche Sperre gegen Rankel beanntragt.

Die DEL befasste sich mit dem Fall, sprach aber keine Sperre gegen den Eisbären-Spieler aus.

Verschwörung gegen ERC?

Die Verantwortlichen der Ingolstädter tobten und witterten eine Verschwörung.

"Was da passiert ist, ist eine Sauerei", sagte Rudi Hofweber, Leiter Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei den Ingolstädtern, und äußerte gar eine Verschwörungstheorie:

"Vier Schiedsrichter haben die Szene nicht richtig gesehen, da stellen wir uns schon die Frage, ob das große Berlin mit allen Mitteln ins Finale gebracht werden soll."

Auslöser für den Wirbel war eine folgenschwere Szene in der Schlussminute des ersten Drittels.

Gehirnerschütterung bei St. Jacques

Nach einem Check von Rankel gegen den ERC-Verteidiger St. Jacques blieb der Kanadier regungslos auf dem Eis liegen und musste mit einer Trage vom Eis gebracht werden.

Im Krankenhaus gab es jedoch Entwarnung: Der 30-Jährige zog sich "nur" eine Gehirnerschütterung zu und konnte mit dem Team am Donnerstag wieder heimkehren.

Trotzdem sind die Ingolstädter sauer. "Andre Rankel ist mit dem Ellenbogen voran in unseren Spieler gesprungen. Das war kein Zufall, Rankel ist ja kein Unbekannter", sagte Hofweber nach der Videoanalyse.

Augenzeugen: Fairer Check

Rankel hatte im Hauptrundenspiel zwischen beiden Klubs im September des vergangenen Jahres wegen eines Checks gegen Kopf und Nacken eine Matchstrafe erhalten und ist seitdem ein "rotes Tuch" beim ERC.

Die Berliner wehren sich jedoch gegen die Anschuldigungen, auch viele Augenzeugen berichten von einem fairen Check.

"Es sah schlimm aus, aber es war keine Absicht. Wir haben uns die Szene mehrmals angeschaut und sehen kein Foul", sagte Eisbären-Manager Peter John Lee.

"Erheblicher Einfluss auf den Spielausgang"

Die Ingolstädter fühlen sich durch die umstrittene Szene beim Spielstand von 3:2 um den möglichen Sieg betrogen.

Zum einen hätte sich bei einer Matchstrafe eine 5:3-Überzahl für die Gäste ergeben, zudem hätte der dann gesperrte Rankel seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 4:3 (34.) nicht erzielen können, so lautete die Argumentation der Panther.

"Die klare Fehlentscheidung hatte einen erheblichen Einfluss auf den Spielausgang. Wenn das keine Konsequenzen hat, brauchen wir über Regelwerke nicht mehr zu diskutieren", sagte Ingolstadts Trainer Rich Chernomaz.

Chernomaz bangt um Job

Er könnte bei einem Ausscheiden des als Titel-Mitfavoriten in die Saison gestarteten ERC seinen Job verlieren.

Sauer waren die Ingolstädter auch auf die Fans der Eisbären, die sich unfair verhalten haben sollen.

"Als unser Spieler auf dem Eis lag, haben die 'Steh' auf, du Sau' geschrien. Das ist unterste Schublade", sagte Hofweber. Allerdings wurde St. Jacques auch mit aufmunternden Beifall verabschiedet, als er abtransportiert wurde.

(STENOGRAMME: Playoffs).

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