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Toni Krinner trat vor der Saison die Nachfolge von Hans Zach in Hannover an © getty

Hannover fehlen vor dem fünften Viertelfinale in Krefeld die Leistungsträger. Die DEG will im Halbfinale gegen Berlin Revanche.

München - Die Düsseldorfer EG und die Eisbären Berlin freuen sich auf ein Wiedersehen zwischen alten Bekannten, die Hannover Scorpions fürchten dagegen schon den Abschied vom Meisterpokal.

"Wir sind erst besiegt, wenn wir auf der Rückfahrt im Bus sitzen", sagte Trainer Toni Krinner zwar nach der 2:3-Heimpleite im vierten Playoff-Viertelfinale des Titelverteidigers gegen die Krefeld Pinguine.

Doch es klang wie das Pfeifen im Wald. (DATENCENTER: Die Playoff-Ergebnisse)

Nur drei Verteidiger

Der amtierende DEL-Meister war stehend k.o., als er trotz 2:1-Führung den Matchball zum Halbfinaleinzug noch verspielte.

Am Donnerstag (ab 19.30 Uhr LIVESCORES) in Krefeld sind die stark ersatzgeschwächten Niedersachsen im entscheidenden fünften Spiel klarer Außenseiter.

"Wir sind schon öfter wieder aufgestanden", sagte Krinner, musste aber zugeben: "Mit nur drei gestandenen Verteidigern ist es schwer."

Leistungsträger fehlen

Ohne Ex-Nationalspieler Sascha Goc, der in der Hauptrunde als Verteidiger mit 51 Punkten Topscorer war und wegen einer Schulterverletzung ausfällt, und Stürmer Adam Mitchell, der bis zu seiner Schulter-OP im Schnitt einen Punkt pro Spiel verbuchte, fehlen den Scorpions ausgerechnet in der entscheidenden Saisonphase die wichtigsten Kräfte.

Zudem fiel auch noch Abwehrspieler Paul Manning aus.

DEG will Revanche

Derartige Personalprobleme haben die alten Rivalen Berlin und Düsseldorf nicht, die am Dienstag jeweils mit ihrem dritten Sieg ihr fünftes Playoff-Duell in acht Jahren perfekt machten.

Für die DEG ist die Motivation besonders groß: In den bisherigen vier Serien gewannen immer die Eisbären, 2006 und 2009 sogar im Finale.

Tomlinson gegen Ex-Klub

"Natürlich ist Berlin ein besonderer Gegner", sagte DEG-Trainer Jeff Tomlinson, meinte damit aber weniger die bisherigen Duelle.

Der Kanadier, der in Düsseldorf erstmals als Chefcoach an der Bande steht, spielte selbst jahrelang bei den Eisbären, war Nachwuchstrainer und Assistent des Berliner Meistermachers Don Jackson.

Reise in die Vergangenheit

Sein ehemaliger Chef sieht dem Duell mit gemischten Gefühlen entgegen. "Ich gönne keinem den Titel so sehr wie Jeff", sagte der US-Amerikaner und fügte schnell an: "Aber jetzt natürlich nicht mehr."

Auch für Jackson ist das Halbfinale ab Sonntag (ab 18.35 Uhr LIVESCORES) eine Reise in die eigene Vergangenheit. Als die Düsseldorfer vor fünf Jahren in nur drei Endspielen gegen die Eisbären sang- und klanglos untergingen, stand er an der DEG-Bande.

Mulock in Top-Form

Dass es zum Wiedersehen der alten Bekannten kommt, hatten die Berliner vor allem Nationalspieler T.J. Mulock zu verdanken. Der Deutsch-Kanadier war beim 4:1 beim ERC Ingolstadt mit zwei Toren und einer Vorlage der Matchwinner. (STENOGRAMME: Viertelfinals)

"Die Playoffs sind meine Zeit", sagte Mulock, der mit neun Punkten aus vier Spielen Topscorer der Meisterrunde ist.

Mulock drängt DEG in Favoritenrolle

Im Vorteil sieht er dennoch die DEG, die sich mit einem 5:2 bei den Mannheimer Adlern durchsetzte.

"Wir sind klar die Underdogs", sagte Mulock: "Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens haben wir kein Heimrecht. Und zweitens spielen wir gegen einen Trainer, der unsere Mannschaft genau kennt."

Düsseldorf hat als Vorrundenzweiter im ersten, dritten und möglichen fünften Spiel der Best-of-five-Serie Heimrecht. 365610(DIASHOW: Die Meistertipps der Trainer)

Adler stehen zu Kreis

Beendet ist die Saison bereits für den DEL-Rekordmeister Mannheim. Nach dem Aus gegen die DEG stellte Trainer Harold Kreis ein wenig entschuldigend fest: "Dieses Jahr war als Umstrukturierung gedacht."

Der Assistent von Bundestrainer Uwe Krupp darf in der nächsten Saison beim Branchenprimus trotz des enttäuschenden Abschneidens weitermachen, dann kann er erstmals selbst sein Team zusammenstellen.

An der Seite Krupps zur WM

Doch zunächst ruft der Deutsche Eishockey-Bund (DEB):

Bei der WM in der Slowakei (29. April bis 15. Mai LIVE im TV auf SPORT1) soll der Ex-Nationalspieler wieder Krupp unterstützen, was im vergangenen Jahr beim sensationellen Halbfinaleinzug vor eigenem Publikum hervorragend gelang.

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