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Evan Kaufmann (r.) spielt seine dritte Saison bei den DEG Metro Stars © getty

Die Düsseldorfer feiern nach dem Auftaktsieg Matchwinner Kaufmann. Berlins Unglücksrabe Busch nimmt die Niederlage auf seine Kappe.

Düsseldorf/Berlin - Nachdem sich Evan Kaufmann endlich aus der Traube jubelnder Mitspieler befreit hatte, kam Schiedsrichter Lars Brüggemann mit dem Puck in der Hand auf den Matchwinner zu.

"Hier, das ist deiner. Den hast du dir verdient", sagte der Unparteiische und überreichte Kaufmann die Scheibe. (DATENCENTER: Der Playoff-Spielplan)

Die hatte der Eishockey-Profi der Düsseldorfer EG in der achten Minute der Verlängerung des ersten Playoff-Halbfinalspiels gegen die Eisbären Berlin zum 3:2-Siegtreffer im Tor der Gäste versenkt.

Tor mit der Rückhand

In Unterzahl attackierte Kaufmann den Berliner Florian Busch und spekulierte auf einen Fehler des ehemaligen Nationalstürmers.

Busch zeigte tatsächlich Nerven und schoss Kaufmann an, der sich die abprallende Scheibe schnappte, allein auf Eisbären-Torhüter Rob Zepp zulief und eiskalt mit der Rückhand vollstreckte. (STENOGRAMME: Viertelfinals)

"Ich kann meine Emotionen nicht beschreiben", sagte Kaufmann: "Aber so ist das in den Playoffs, da wird jeder Fehler knallhart bestraft."

Busch ist niedergeschlagen

Unglücksrabe Busch sprach hinterher von einem "Schock" und nahm die Niederlage auf seine Kappe. "So ein Ding ist mir in den vergangenen Jahren nie passiert, und jetzt ausgerechnet in den Playoffs", sagte Berlins Top-Scorer der Hauptrunde.

Gäste-Coach Don Jackson ließ mit Blick auf das zweite Spiel am Dienstag (ab 19.35 Uhr LIVESCORES) vor heimischen Publikum aber keine Untergangsstimmung zu: "Das war erst das erste Match. Die Jungs müssen den Kopf oben behalten."

Mäßiges Zuschauerinteresse

Im zweiten Halbfinale kann auch Vorrundensieger EHC Wolfsburg nach dem 4:2-Auftakterfolg am Mittwoch (ab 19.35 Uhr LIVESCORES) bei den Krefeld Pinguinen bereits für eine Vorentscheidung sorgen.

In einem packenden Playoff-Fight vor der allerdings erneut enttäuschenden Zuschauerzahl von nur 8031 Besuchern in der Düsseldorfer Arena lagen die Berliner durch Gegentreffer von Connor James (8.) und Sasha Pokulok (13.) bereits mit 0:2 zurück, ehe sie dank der Tore von Andre Rankel (18.) und Derrick Walser (56.) noch einmal Hoffnung schöpften.

Diese machte dann aber der listige Kaufmann zunichte.

Die Mannschaft will

In Düsseldorf träumen die Fans mehr denn je vom ersten Meistertitel seit 15 Jahren. Chefcoach Jeff Tomlinson bremst diese Euphorie nicht, zumal seinen Spielern die Höhenluft anscheinend gut bekommt.

"Die Mannschaft ist charakterlich einwandfrei. Die Jungs zeigen in jedem Training, dass sie unbedingt bis Ende April weiterspielen wollen", sagte der ehemalige Co-Trainer der Eisbären.

Kreutzer gibt Druck an Berlin weiter

Die Berliner, die seit 2005 alle vier Playoff-Duelle gegen die DEG gewinnen konnten, stehen nun schon mit dem Rücken zur Wand.

"Berlin steht nun unter Druck. Wir sind in den Playoffs auswärts noch ungeschlagen, das soll auch so bleiben", meinte DEG-Urgestein Daniel Kreutzer.

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