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John Laliberte verlängerte Anfang Januar seinen Vertrag in Wolfsburg bis 2013 © imago

Wolfsburg ist nur noch einen Sieg vom Finale entfernt und hält alle Trümpfe in der Hand. Hospelt schwärmt vom Krefelder Publikum.

Krefeld - Nach 2:41 Minuten in der Verlängerung herrschte für einige Augenblicke Totenstille im Krefelder König-Palast.

Wolfsburgs John Laliberte hatte mit seinem Tor in der Verlängerung die Finaltüre für den EHC weit aufgestoßen und gleichzeitig die Anhänger der Pinguine in eine Schockstarre versetzt.

Nach dem 4:3-Erfolg der Wolfsburger im zweiten Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga bei den Krefeld Pinguinen liegen die Niedersachsen in der Best-of-Five-Serie mit 2:0 in Führung.

Damit fehlt dem Hauptrundenersten nur ein weiterer Sieg, um ins DEL-Finale einzuziehen.

"Wir haben in Krefeld ein wichtiges Break geschafft und wollen nun den Matchball verwerten", bestätigte Wolfsburgs Sportdirektor Karl-Heinz "Charly" Fliegauf.

"Alles ist möglich"

Mit einem Finaleinzug würde der DEB-Pokalsieger von 2009 den bis dato größten Erfolg der Klubgeschichte feiern. Für die DEL-Trainer war Wolfsburg bereits vor den Playoffs der große Titelfavorit gewesen.

"Wir sind uns unserer Stärke bewusst und wehren uns nicht gegen die Favoritenrolle. Allerdings ist den Playoffs alles möglich", so Fliegauf weiter.

Alle Trümpfe bei Wolfsburg

Während ungefähr 50 mitgereiste Wolfsburger Fans ausgelassen den Sieg feierten, richtete EHC-Chefcoach Pavel Gross bereits den Blick auf das dritte Spiel am Freitag in der EisArena Wolfsburg.

"Wir haben nun im Heimspiel alle Trümpfe in der Hand", sagte der Tscheche, "trotzdem dürfen wir nicht den Fehler machen und die kampfstarken Krefelder vorzeitig abschreiben."

Diese Ansicht teilt auch sein Trainerkollege Rick Adduono. "Unsere Situation hat sich nicht verbessert, aber ich glaube weiter an mein Team. Unsere tollen Fans hätten auf jeden Fall ein weiteres Heimspiel verdient", so der 56-jährige Kanadier.

"Da macht Eishockey richtig Spaß"

8029 Zuschauer hatten den ausverkauften König-Palast von Beginn an in ein Tollhaus verwandelt. "Seit meiner Zeit bei den Kölner Haien habe ich nicht mehr solch eine Stimmung erlebt. Da macht Eishockey richtig Spaß", lobte EHC-Stürmer Kai Hospelt.

Krefeld erwischte einen Blitzstart. Schon nach 24 Sekunden traf der Lette Herberts Vasiljevs per Konter zum 1:0. (STENOGRAMME: Die Playoffs)

Nach dem Ausgleich durch Kai Hospelt (8.) brachte Vasiljevs die Gastgeber noch vor der ersten Drittelpause mit 2:1 in Führung (12.).

Laliberte sichert den Sieg

Anschließend spielte der Titelaspirant aus Wolfsburg seine läuferische und stocktechnische Überlegenheit aus. Nach Treffern von Ken Magowan (24.) und Christoph Höhenleitner (45.) hatte der EHC das Spiel zu seinen Gunsten gedreht.

Mit großer Moral, hoher Einsatzbereitschaft und der vehementen Unterstützung des Publikums kamen die Seidenstädter neun Minuten vor der Schlusssirene durch Justin Kelly zurück ins Spiel.

Im "Sudden death" sicherte schließlich der 27-jährige US-Amerikaner Laliberte den Wolfsburger Sieg (DATENCENTER: Der Playoff-Spielplan).

Mehr Spiele bei Krefeld

Vor der dritten Partie am Freitag spricht vieles für das Team von EHC-Coach Gross. In der Hauptrunde wurden beide Heimspiele gegen die Pinguine gewonnen.

Darüber hinaus hatten die Wolfsburger in den Playoffs mehr Zeit zur Regeneration. Während den Pinguinen bereits sieben kräftezehrende Spiele in den Knochen stecken, mussten die Niedersachsen erst fünfmal ran.

Wolfsburg hat den Vorteil auf seiner Seite und muss den Matchball "nur noch" verwandeln.

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