vergrößernverkleinern
Der EHC Wolfsburg startete als bestes Team der Hauptrunde in die Playoffs © getty

Nach Overtime-Krimi gegen Krefeld feiert Wolfsburg mit dem Playoff-Final-Einzug Geschichte. Die Fans stürmen die Ticketschalter.

München/Wolfsburg - Der EHC Wolfsburg hat erstmals den Einzug ins Playoff-Finale der DEL geschafft.

Nach einem an Spannung kaum zu überbietenden Krimi behaupteten sich die Niedersachsen in einer "Nachtschicht" gegen die Krefeld Pinguine. (DATENCENTER: Der Playoff-Spielplan)

Nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte stürmten die Anhänger des EHC Wolfsburg die Kassenhäuschen.

Bereits 15 Minuten nach Spielende begann beim DEL-Pokalsieger von 2009 der Run auf die heißbegehrten Tickets für die Finalserie in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Doppelte Overtime

Zuvor hatte sich der Vorrundenmeister in einem hart umkämpften Krimi nach zweimaliger Verlängerung mit 2:1 (1:0, 0:1, 0:0, 1:0) gegen die Krefeld Pinguine durchgesetzt und mit dem dritten Sieg im dritten Halbfinalduell erstmals das DEL-Finale erreicht. (STENOGRAMME: Die Playoffs)

"Ein großes Kompliment an unsere Fans, die heute erfreulicherweise zahlreich erschienen sind. Das haben sich die Mannschaft und der gesamte Klub verdient", sagte EHC-Headcoach Pavel Gross.

Immerhin 4087 Zuschauer hatten den Weg in die EisArena Wolfsburg gefunden: Ein rekordverdächtiger Zuspruch für das Team des Tschechen, das in dieser Spielzeit nur einmal volles Haus vermelden konnte.

Kai Hospelt wird zum Helden

Am 50. Spieltag der Hauptrunde waren gegen die Eisbären Berlin 4503 Besucher gekommen. Eine Entwicklung über die sich auch Karl-Heinz "Charly" Fliegauf freut. "Wir haben unseren Zuschauerschnitt in dieser Saison kontinuierlich steigern können. Unser Ziel ist es, die Menschen mit gutem Sport zu begeistern", sagte Wolfsburgs Sportdirektor.

Guten Sport und beste Unterhaltung bekamen die Zuschauer am Freitagabend im Überfluss geboten.

Gefeierter EHC-Held in einer packenden Partie war Kai Hospelt, der nach insgesamt 86:39 Spielminuten um kurz vor 23 Uhr in der dramatischen Overtime mit zahlreichen Chancen auf beiden Seiten den Siegtreffer erzielte.

Krefeld scheitert tragisch

"Dass wir nach drei Spielen auf diese Weise ins Finale einziehen, ist natürlich der Wahnsinn", sagte Wolfsburgs überragender Torwart Jochen Reimer.

Dabei lieferten die Pinguine, die die ersten beiden Spiele mit 2:4 sowie 3:4 nach Verlängerung verloren hatten, den Niedersachsen einen großen Kampf.

"Das Spiel war sehr intensiv, Krefeld war stark und optisch überlegen. Aber wir haben das eine Tor mehr geschossen", meinte Gross.

Duell der Torhüter

Auch Krefelds Trainer Rick Adduono machte seinem Team ein Kompliment: "Die Jungs haben hart gearbeitet und niemals aufgegeben. Ich bin stolz auf jeden Einzelnen."

Torjäger Ken Magowan hatte die Gastgeber mit seinem neunten Play-off-Tor in der siebten Minute in Führung geschossen. Die Gäste hielten dagegen und kamen durch Roland Verwey (29.), der in der Meisterrunde zum fünften Mal traf, zum verdienten Ausgleich.

Nach einem torlosen Schlussdrittel boten beide Goalies, Reimer auf Wolfsburger und Scott Langkow auf Krefelder Seite, auch in der Verlängerung überragende Leistungen.

Wolfsburg jetzt Favorit

Als dann Hospelt den Siegtreffer erzielte, brandeten in der EisArena bisher kaum gekannte Jubelstürme auf.

Nach zwei glatten 3:0-Erfolgen gegen die Kölner Haie (Viertelfinale) und Krefeld starten die Wolfsburger, die zuvor auch als bestes Team durch die Hauptrunde marschierten, als Favorit in die Endspiele.

In der "Best of five"-Serie trifft der EHC ab Freitag entweder auf die Düsseldorfer EG oder die Eisbären Berlin (Play-off-Stand: 2:1).

Die Wolfsburger Fans dürfen sich zumindest auf zwei weitere spannende Heimspiele freuen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel