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In Spiel 5 geht es zwischen den Eisbären und der DEG um den Einzug ins Playoff-Finale © getty

Vor dem entscheidenden Spiel 5 sehen sich die Eisbären als Favorit. Die DEG spürt keine Nervosität und setzt auf eine Statistik.

Berlin - Die eine Minute Wartezeit kam den 14.200 Fans und den Spielern der Eisbären Berlin vor wie eine halbe Ewigkeit.

Als Schiedsrichter Richard Schütz nach dem Videostudium endlich aufs Eis zurückkam und mit ausgetrecktem Arm auf die Spielfeldmitte zeigte, löste sich die angespannte Atmosphäre in der Arena in grenzenlosen Jubel auf.

Der 4:3-Siegtreffer von Steve Walker in der 14. Minute der Verlängerung gegen die Düsseldorfer EG zählte.

Die Berliner sehen sich im fünften und entscheidenden Playoff-Halbfinalspiel am Dienstag bei den Metro Stars nun als Favoriten.

"Psychologisch im Vorteil"

"Das war ein ganz großer und ein ganz emotionaler Sieg", sagte Eisbären-Trainer Don Jackson. (DATENCENTER: Der Playoff-Spielplan)

Er meinte mit Blick auf den Showdown in der Düsseldorfer Arena: "Jetzt sind wir psychologisch im Vorteil."

Auch Kapitän Stefan Ustorf glaubt fest daran, dass sein Team der Finalgegner für den bereits qualifizierten EHC Wolfsburg sein wird: "Jetzt haben auch die Düsseldorfer erstmals Druck. Das sollten wir nutzen."

DEG will Heimvorteil nutzen

Beim achtmaligen Meister aus dem Rheinland ist nach dem ersten vergebenen Matchball aber keine Nervosität zu spüren.

"Ich habe damit gerechnet, dass es gegen Berlin über fünf Spiele gehen wird", sagte DEG-Trainer Jeff Tomlinson gefasst:

"Beide Mannschaften spielen auf sehr hohem Niveau. Jetzt müssen wir unseren Heimvorteil nutzen."

In der größtenteils hochklassigen Serie zweier ausgeglichener Teams hat bislang jeweils die Heimmannschaft als Sieger das Eis verlassen.

Statt im Dienst wieder auf dem Eis

"Was war, zählt nicht mehr. Jetzt kommt es drauf an", sagte Walker, der die Berliner mit seinem Stocher-Tor im Rennen gehalten hatte.

Ausgerechnet Walker. Der langjährige Eisbären-Kapitän wurde erst im November aus dem Ruhestand reaktiviert.

Nach seinem Rücktritt am Ende der vergangenen Saison hatte er in seiner Heimat Kanada eine Ausbildung zum Polizisten begonnen.

Doch seine Liebe zum Eishockey und zu den Eisbären brachten ihn schnell zurück. (STENOGRAMME: Die Playoffs)

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"Wichtigste Tor seit meinem Comeback"

"Das war das wichtigste Tor seit meinem Comeback. Allein deshalb hat es sich gelohnt, zurückzukehren", sagte der 38-Jährige, der lange Zeit brauchte, um in Tritt zu kommen.

Doch jetzt könnten Walkers Erfahrung und Klasse zum großen Trumpf für die Berliner werden.

"In den Playoffs zeigt sich, wo die Männer sind", sagte der ehemalige Bundestrainer Hans Zach.

Schiedsrichter mit wenig Durchblick

Für Aufregung sorgte am Sonntag eine Szene in der Verlängerung, in der die Schiedsrichter wenig Durchblick bewiesen.

Nach einem Stockschlag des Düsseldorfers Evan Kaufmann, der im dritten Spiel mit einem Unterzahltor noch umjubelter Matchwinner war, verletzte sich Alexander Weiß im Gesicht.

Das fällige fünfminütige Überzahlspiel gab es für die Eisbären jedoch nicht, denn keiner der vier Schiedsrichter hatte das klare Foul gesehen.

Sogar Gäste-Manager Lance Nethery wetterte hinterher: "Ich schäme mich für diese Schiris."

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