vergrößernverkleinern
Ratlosigkeit in Nürnberg: Coach Andreas Brockmann, Eigner Günther Hertel © imago

Die Nürnberger, die am Dienstag 3:2 bei den Freezers gewannen, beantragen am Dienstag die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Nürnberg - Den Nürnberg Ice Tigers droht angesichts der akuten Finanzkrise das Aus in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Der Vizemeister von 2007, der noch am Dienstag mit 3:2 bei den Hamburg Freezers gewann, beantragte am Dienstag die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Dieser Schritt sei unumgänglich geworden, nachdem Verhandlungen mit potentiellen Sponsoren zur Rettung des finanziell angeschlagenen Klubs gescheitert seien, erklärte Geschäftsführer Nobert Schumacher.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Volker Böhm bestellt.

Noch keine unmittelbaren Konsequenzen

Der Antrag allein hat noch keine unmittelbaren Konsequenzen seitens der DEL für die Ice Tigers.

"Erst wenn das Insolvenzverfahren auch eröffnet wird, führt das zum Lizenzentzug und zum Ausschluss als Gesellschafter", erklärte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke.

Ob Nürnberg dann schon während der laufenden Saison ausscheiden würde, "müsste noch von den DEL-Gesellschaftern geklärt werden". Tripcke ist jedoch optimistisch: "Es gibt Signale des Verwalters, dass er den Spielbetrieb aufrechterhalten will und auch kann."

Außerordentliche Prüfung

Böhm sowie die Klub-Verantwortlichen wollten auf einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag über weitere Schritte und Konsequenzen informieren.

Bereits am Montag hatte die DEL eine außerordentliche Prüfung der wirtschaftlichen Situation bei den Franken angekündigt.

Deckungslücken im sechsstelligen Bereich

Die Nürnberger sollen beim Lizenzierungsverfahren vor der Saison Angaben zu Sponsorenverträgen gemacht haben, die jedoch nicht zustande kamen.

Es soll sich um Deckungslücken im sechsstelligen Bereich handeln, für die ursprünglich Alleingesellschafter Günther Hertel einspringen sollte.

"Wir waren zahlungsunfähig"

Zum Insolvenzantrag der Nürnberger, die Außenstände in sechsstelliger Höhe haben, gab es laut Geschäftsführer Norbert Schumacher keine Alternative.

"Wir waren zahlungsunfähig", sagte Schumacher und ergänzte: "Wir wollten lieber einen kontrollierten als einen tödlichen Sturz."

Bei der Nürnberger Arena sollen die Franken mit einem fünfstelligen Betrag in der Kreide stehen, die Spielergehälter für Oktober wurden verspätet gezahlt.

COMMUNITY - Diskutieren Sie mit! Zurück zur Startseite!

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel