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Stefan Ustorf (li. mit Derrick Walser) wechselte 2004 von den Krefeld Pinguinen nach Berlin © getty

Nach dem Finaleinzug genießen die Berliner die grandiose Stimmung und hoffen auf mehr. Von den Unterlegen kommen Glückwünsche.

Düsseldorf - Bereits zwei Minuten vor Spielende waren sich die Fans der Eisbären Berlin sicher: "Finale, oho, Finale, ohohoho" schallte es lautstark aus dem Gästeblock.

Nach der Schlusssirene gab es dann kein Halten mehr.

Gemeinsam mit seinen Anhängern feierte das Team von Trainer Don Jackson ausgelassen den Einzug ins Playoff-Finale der DEL.

Zuvor hatten sich die Eisbären im entscheidenden fünften Halbfinale mit 3:1 bei der Düsseldorfer EG durchgesetzt (DATENCENTER: Der Playoff-Spielplan).

"Wir fühlen uns körperlich fit"

In den Endspielen ist ab Freitag Lieblingsgegner EHC Wolfsburg, das beste Team der Hauptrunde, der Gegner.

"Wolfsburg hat eine gute Mannschaft, mit der wir uns ab morgen beschäftigen werden. Heute wollen wir zunächst den Finaleinzug genießen", sagte Berlins Kapitän Stefan Ustorf.

Einen Substanzverlust seiner Mannschaft, die bislang drei Playoff-Partien mehr als der kommende Gegner absolvieren musste, fürchtet der 37-Jährige Routinier nicht: "Dafür trainieren wir die ganze Saison. Wir fühlen uns körperlich fit."

Dass dies keine leeren Worthülsen sind, hatten die Eisbären am Dienstagabend eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

"Die Enttäuschung ist riesengroß"

Vor 9045 Zuschauern im Eishockey-Dome ließen sich die Gäste weder von der stimmungsvollen Kulisse noch von der frühen DEG-Führung durch Nationalspieler Patrick Reimer (7.) verunsichern (STENOGRAMME: Die Playoffs).

Abgeklärt und mit der Erfahrung eines viermaligen Meisters setzten die Berliner die taktischen Vorgaben von Trainer Jackson konsequent um.

Ustorf (17.), Mads Christensen (29.) und Derrick Walser (40.) drehten mit ihren Treffern das Spiel und erzielten bereits vor dem Schlussdrittel eine Vorentscheidung. Düsseldorf, das seit 2004 alle fünf Playoff-Duelle gegen Berlin verloren hat, muss damit weiter auf seinen neunten Meistertitel warten.

"Die Enttäuschung ist natürlich riesengroß. Wir waren sehr nah dran. Kompliment an die Eisbären", sagte DEG-Kapitän Daniel Kreutzer mit ausdrucksloser Miene.

Grizzlies treffen auf den Angstgegner

Im ersten Duell der "Best-of-five"-Finalserie müssen die Eisbären zunächst bei den Grizzlies in Wolfsburg antreten.

Der EHC war souverän durch die Hauptrunde marschiert und hatte sich nach zwei glatten 3:0-Erfolgen gegen die Kölner Haie (Viertelfinale) und die Krefeld Pinguine (Halbfinale) für die Enspiele qualifiziert.

Allerdings sind die Eisbären der Angstgegner der Wolfsburger.

Die vergangenen acht Ligaduelle konnten die Hauptstädter allesamt zu ihren Gunsten entscheiden. Die letzte Niederlage gegen das Team von EHC-Coach Pavel Gross gab es vor über zwei Jahren am 13. Februar 2009 in Wolfsburg (2:3).

Der Funke soll überspringen

Wolfsburgs Sportdirektor Karl-Heinz "Charly" Fliegauf will die ganzen Zahlenspiele und Statistiken aber nicht überbewerten.

"Alles was bis jetzt war, zählt nicht mehr. Im Finale geht es bei für beide Teams bei Null los", sagte Fliegauf.

Auch im Umfeld der Niedersachsen, die erstmals die DEL-Endspiele erreicht haben, herrscht große Begeisterung und Vorfreude auf das Kräftemessen mit den Berlinern. Für die beiden ersten der drei möglichen Heimspiele der Finalserie in der EisArena waren am Mittwoch nur noch wenige Restkarten verfügbar.

Fliegauf hofft, dass die EHC-Fans als "siebter Mann" den entscheidenden Ausschlag geben: "Wir erwarten eine ausverkaufte Halle und wünschen uns, dass der Funke von der Mannschaft auf die Zuschauer überspringt."

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