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Stefan Ustorf (l.) wurde mit den Eisbären bereits viermal Deutscher Meister © getty

Berlins geballte Playoff-Routine bringt Wolfsburg ein zweites Mal zur Verzweiflung. Die Meisterparty soll in Wolfsburg steigen.

Berlin - Um den fünften DEL-Titel ihrer Geschichte einzufahren, setzen die Berliner Eisbären auf eine alte Fußball-Weisheit - in leicht adaptierter Form.

"Der letzte Sieg ist immer der schwerste", sagt Kapitän Stefan Ustorf vor dem dritten und möglicherweise letzten Play-off-Finale (ab 19.35 Uhr LIVESCORES) beim EHC Wolfsburg.

Frei nach Sepp Herbergers legendärem Ausspruch "Das nächste Spiel ist immer das schwerste".

Neben den allgemeingültigen Sport-Gesetzen hofft der Hauptstadt-Klub auch auf die Magie der Kleidung.

Glaube an die Meister-Krawatte

Seit Beginn der Playoffs tragen Trainer Don Jackson und seine Assistenten auf der Bank grüne Krawatten.

Assistenzcoach Hartmut Nickel ist überzeugt von deren Wirkung: "Einmal müssen sie noch wirken, dann sind wir Meister", macht er in der "B.Z." aus seiner Vorfreude auf die Titelfeier keinen Hehl.

Busch will kein "Larifari"

Auch wenn die Feier nicht vor den heimischen Fans in der O2-World stattfinden würde - auf eine Verlängerung im nervenaufreibenden Finale haben die Eisbären wenig Lust.

"Wir spielen in Wolfsburg nicht Larifari. Ich habe keinen Bock auf ein viertes Spiel, langsam tut einem alles weh", sagte Florian Busch vor

Der ehemalige Nationalspieler war beim packenden 5:4 am Sonntag mit zwei Treffern maßgeblich daran beteiligt, dass Berlin nur noch ein Sieg vom Triumph entfernt ist (DATENCENTER: Der Playoff-Spielplan).

Statistik spricht für Berlin

Wenn es nach der Statistik geht, ist den Berlinern der fünfte Meistertitel der Vereinsgeschichte nicht mehr zu nehmen:

Weder zu Bundesligazeiten noch in der DEL hat ein Klub eine 2:0-Führung in einer "Best-of-Five"-Finalserie noch aus den Händen gegeben (STENOGRAMME: Die Playoffs).

Psychologisch sind die Eisbären also im Vorteil, doch Wolfsburg präsentierte sich in beiden bisherigen Partien auf Augenhöhe.

"Ich bin kein Wahrsager, und eine Hexe bin ich auch nicht. Man kann in dieser Serie nichts voraussagen", meinte Busch.

"Fighten bis zum Umfallen"

Eines kann man aber mit Bestimmtheit sagen: Vorrundenprimus Wolfsburg wird sich nicht bloß zum Gratulieren in der heimischen Arena einfinden.

"Wir werden fighten bis zum Umfallen", kündigte Grizzlys-Trainer Pavel Gross an. Allerdings hat der Finaldebütant die vergangenen zehn Duelle gegen Angstgegner Berlin verloren.

"Unschlagbär", jubelt folglich schon der Berliner Boulevard, während EHC-Manager Charly Fliegauf schon fast verzweifelt fordert: "Das ist Wahnsinn. Das muss jetzt aufhören."

Geballte Playoff-Routine

Bislang gab im packenden Duell zweier gleichwertiger Teams die größere Erfahrung den Ausschlag für Berlin.

Im Kern ist es die gleiche Mannschaft, die seit 2005 vier Meistertitel gewonnen hat.

Selbst relativ junge Spieler wie Busch (26), der neunfache Playoff-Torschütze Andre Rankel (25) oder Frank Hördler (26) haben mehr Playoff-Erfahrung als alle Wolfsburger zusammen.

Dazu kommen Haudegen wie Kapitän Stefan Ustorf oder "Ur-Eisbär" Sven Felski.

Manager würdigt Felski

"In engen Situationen treffen wir die richtigen Entscheidungen", erklärte ebenjener Felski in bester Philipp-Lahm-Sprache.

Eisbären-Manager Peter John Lee sieht diese Abgebrühtheit als Felskis Verdienst: "Er lässt uns seit Jahren im Kern zusammenspielen. Dadurch konnten gerade die jungen Spieler viel Erfahrung sammeln, die ihnen jetzt hilft."

Egal, wer am Ende den Pott in die Höhe stemmen darf, für DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke ist das tempo- und torreiche Finale schon jetzt ein Gewinn.

"Die Serie ist hochinteressant. Es spielen zwei Teams auf Augenhöhe, die sich nichts schenken. So macht Eishockey Spaß", sagte der Liga-Boss.

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