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Auch Daniel Tkaczuk muss sich zur neuen Saison einen anderen Klub suchen © imago

Aus Verärgerung über das Auftreten seiner Mannschaft wirft Füchse-Boss Ralf Pape fast die komplette Mannschaft raus.

Duisburg/Berlin - Dem Ober-Fuchs ist der Kragen geplatzt:

Ralf Pape, Alleingesellschafter des abgeschlagenen Schlusslichts Füchse Duisburg, hat quasi das komplette Team zur neuen Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) vor die Tür gesetzt.

"Das Schlaraffenland Duisburg ist geschlossen", sagte Pape am Donnerstag.

Alle noch laufenden Verträge würden zum Ende der Spielzeit entweder gekündigt oder nicht mehr verlängert werden, erklärte der Unternehmer.

Einzig die beiden Torhüter Ilpo Kauhanen und Lukas Lang bleiben neben Trainer Dieter Hegen und Manager Franz Fritzmeier von der "Kündigungswelle" verschont.

"Das Trikot spazieren getragen"

Auslöser der ungewöhnlichen Aktion war der blutleere Auftritt des Teams beim 1:4 bei den Frankfurt Lions am Dienstag (Datencenter: Ergebnisse), erklärte Pape: "Unser Trikot ist das schönste der Liga, und die Spieler haben es nur spazieren getragen."

Im Anschluss an die Begegnung sei er nicht mit der Mannschaft, sondern allein mit dem Zug nach Hause gefahren und habe sich die Konsequenzen reichlich überlegt.

Die Mannschaft habe über die gesamte Saison "kollektiv versagt", so das Urteil des Spediteurs. Trotz zahlreicher namhafter Neuverpflichtungen holte das Team unter dem Mitte September entlassenen Coach Karel Lang und seinem Nachfolger Hegen nur 14 Punkte aus 23 Spielen.

"Schnauze voll vom ewigen Verlieren"

Viel zu wenig für Pape, der noch vor der Saison mit einem Pre-Play-off-Platz geliebäugelt und dafür den Etat auf etwa 4,0 Millionen Euro aus eigener Tasche erhöht hatte.

"Ich habe die Schnauze voll vom ewigen Verlieren", hatte Pape damals gemeint. Seit dem Aufstieg 2005 hat die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet die Hauptrunde stets als Tabellenschlusslicht beendet.

Pape nimmt Hegen in Schutz

Der Unternehmer betonte, Trainer Hegen treffe keine Schuld an den größtenteils miserablen Auftritten.

Er entschuldigte sich beim ehemaligen Weltklassestürmer sogar: "Ich kenne Didi sehr gut und mag ihn. Es tut mir leid, dass ich ihm diese Aufgabe angetan habe."

Der Grund für die Krise sei die verfehlte Personalpolitik zu Saisonbeginn: "Es gab durch die Bank Fehleinschätzungen bei den Neuverpflichtungen."

"Die Jungs sind jetzt gebrandmarkt"

Die Liga reagierte unaufgeregt und teilweise mit Verständnis.

"Er hat beim Blick auf die Tabelle und Einstellung seiner Spieler einen dicken Hals bekommen", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke und ergänzte: "Ralf Pape ist für spektakuläre Dinge bekannt. Er macht es halt etwas anders als meine anderen Kinder. Das ist sein gutes Recht."

Wie Tripcke hat auch Marco Stichnoth, Geschäftsführer von Spitzenreiter Hannover Scorpions, keine Sorge vor einer Wettbewerbsverzerrung: "Die Jungs sind jetzt gebrandmarkt und werden sich für andere Vereine anbieten wollen."

Mit Verkauf der Lizenz gedroht

Die drastische Maßnahme bedeute nicht das Ende seines Engagements bei den Füchsen, erklärte Pape. In der Vergangenheit hatte er immer wieder mit einem Verkauf der Lizenz gedroht.

Erst am Dienstag musste Ligakonkurrent Nürnberg Ice Tigers die Insolvenz beantragen, nachdem Mäzen Günther Hertel nicht mehr bereit war, neues Geld in den Klub zu stecken.

"Ich bezahle den DJ"

Pape ist einer der schillerndsten Gesellschafter in der DEL und hat in der Vergangenheit immer wieder für Aufsehen gesorgt.

So hatte der mächtige Füchse-Chef in der vergangenen Saison den ehemaligen Nationalspieler Peter Draisaitl entlassen, weil er mit dem Trainer in zwei Personalfragen nicht einer Meinung war. "Ich bezahle den DJ, also möchte ich auch bestimmen, welche Musik gespielt wird", stellte Pape damals klar.

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