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Stefan Ustdorf und Sven Felski gewannen mit den Eisbären Berlin bereits fünf Meisterschaften © getty

Nach der gewonnen Meisterschaft hoffen zwei Berliner auf eine Zukunft bei den Eisbären. Manager Lee schießt gegen Krupp.

Von Annette Bachert

München ? Grenzenloser Jubel, Sektduschen und Liebeserklärungen für den Verein: Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft gegen den Vorrundenprimus EHC Wolfsburg brechen sich die Emotionen bei den Berliner Eisbären den Bann.

"Unglaublich, dass wir gegen diese starken Wolfsburger mit 3:0 gewonnen haben", sagte Eisbären-Trainer Don Jackson kurz nach dem Spiel (STENOGRAMME: Die Playoffs).

Und fügte gleich an, dass er nach den Titeln 2008, 2009 und 2011 gerne noch mehr erleben würde: "Bei den Eisbären läuft es im ganzen Verein perfekt. Ich hoffe, dass ich weitermachen kann."

Eisbären-Manager Peter-John Lee gab prompt die Antwort: "Aber warum sollten wir nicht mit ihm weiterarbeiten wollen? Die Gespräche mit ihm laufen eher positiv als negativ."

"Sie sind einfach cleverer"

Ähnlich hörte sich das auch bei Eisbären-Urgestein Sven Felski, der seit 1992 für den Verein spielt, an: "Ich bin überglücklich, dass es geklappt hat. Jetzt ist die Hand voll (Anmerk der Red.: fünf DEL-Titel). Und jetzt würde ich auch gerne die 20 bei meinen Saisons voll machen und ein Jahr dran hängen."

Der Wolfsburger Coach Pavel Gross gab sich nach dem Spiel als faierer Verlierer und lobte den Finalgegner: "Die Bären haben verdient gewonnen. Sie sind einfach cleverer und nutzen ihre Chancen eiskalt."

"Das macht das Feiern so schön"

Defensiv-Akteur Jens Baxmann sah wie Andre Rankel ("Eine Truppe mit einem Super-Charakter") und Constantin Braun ("Haben als Mannschaft gewonnen") den Teamgeist als Erfolgsgrund: "Der Kern unserer Mannschaft spielt seit Jahren zusammen. Das macht uns so stark und das Feiern so schön."

Getrübt wurde die Stimmung durch Pfiffe des Wolfsburger Publikums bei der Siegehrung. "Oberpeinlich. Das ist unsportlich hoch zehn", schimpfte Felski.

"Das funktioniert nicht"

Aber zwischen all den Jubelarien auf Verein und Team hört man auch kritische Worte. Denn so schön dieser Titelgewinn ist, ist die Pause bis zur Weltmeisterschaft in der Slowakei (ab dem 29. April LIVE im TV auf SPORT1) nicht lang, damit die Erholungsphase und die gemeinsame Vorbereitung für die Spieler kurz.

Aus diesem Grund hat Bundestrainer Uwe Krupp erst kürzlich verlauten lassen: "Die Meisterspieler, die sich in einem Feuerwehrauto durch die Stadt fahren lassen, sollen fünf, sechs Tage später wieder auf dem selben emotionalen Niveau wie im DEL-Finale das für uns wichtigste Spiel des Jahres spielen. Das funktioniert nicht. Die Spieler, die die komplette Vorbereitung gemacht haben, sind näher dran."

Krupp setzt auf bewährte Kräfte

Auch wenn Berlin nun bereits nach Spiel drei den Titel gewonnen hat und so aus Krupps "fünf, sechs Tagen" nun zehn werden, ändert sich nichts am Kern der Botschaft.

Wer von den Finalisten Berlin und Wolfsburg in den WM-Kader rutschen könnte, ließ Krupp noch offen. "Es müssen bewährte Kräfte sein", sagte er und ergänzte nach dem fünften von insgesamt sieben WM-Vorbereitungsspielen: "Es wird immer schwerer, in die Mannschaft zu kommen, weil die Zeit zur Anpassung immer kürzer wird."

Probetraining für Kölner Haie?

Die Nichtberücksichtigung seiner Spieler treibt Lee die Zornesröte ins Gesicht.

In der "Sportbild" fand er ehrliche Worte: "Uwe geht mir langsam auf die Nerven. Wir Klubs bezahlen die Spieler und bilden sie aus. Als Dank bleiben dann einige von ihnen zu Hause."

Und damit nicht genug. Dass Krupp, der in der nächsten Spielzeit Cheftrainer bei den Kölner Haien wird, mit John Tripp, Philip Gogulla und Neu-Zugang Kevin Lavallee drei Haie-Spieler für die Länderspiele nominierte, setzt der ganzen Sache für Lee die Krone auf: "Ich habe langsam das Gefühl die jetzigen Länderspiele sind ein Probetraining für die Kölner Haie."

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