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Rick Berry (Füchse Duisburg) ging 2002/03 für die Washington Capitals in der NHL auf Eis © imago

Die Feldspieler der Füchse Duisburg haben die Kündigung zum Saisonende in der Tasche. Plötzlich läuft es wieder auf dem Eis.

München - Mit dem zum Saisonende angekündigten kollektiven Rausschmiss aller Feldspieler hat Alleingesellschafter Ralf Pape den Schlingerkurs der Füchse Duisburg in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) offenbar gestoppt.

Der Kündigungswelle vom Donnerstag folgte das erste Sechs-Punkte-Wochenende für das abgeschlagene DEL-Schlusslicht. Zweimal drehten die Duisburger einen 0: 2-Rückstand noch in einen 3:2-Sieg - erst in Nürnberg und dann am Sonntag gegen die Kassel Huskies.

"Ich sehe schon einen Zusammenhang zwischen den aufrüttelnden Worten von Ralf Pape und den Leistungen des Wochenendes. Die Spieler haben erkannt, dass es jetzt Zeit ist, etwas zurückzugeben", meinte Trainer Dieter Hegen.

Rausschmiss aller Feldspieler

Nach den zuvor enttäuschenden Leistungen hatte Pape am Donnerstag Tabula rasa gemacht und alle Feldspieler zum Saisonende vor die Tür gesetzt (Duisburgs Fuchsbau ausgeräuchert) .

"Das Schlaraffenland Duisburg ist geschlossen", sagte Pape, der den Etat des Klubs in dieser Saison aus eigener Tasche auf 4,0 Millionen Euro erhöht hatte, was sich auf dem Eis bislang jedoch nur selten auszahlte.

Auslöser der Kündigungswelle war der blutleere Auftritt vor wenigen Tagen in Frankfurt (1:4).

Torhüter dürfen bleiben

Rückendeckung fand Pape bei der sportlichen Führung seines Klubs, die genau wie die beiden Torhüter Ilpo Kauhanen und Lukas Lang von der Maßnahme nicht betroffen ist.

"Ich finde es authentisch, wie mein Chef auf die Situation reagiert hat", meinte der sportliche Leiter Franz Fritzmeier. Pape erklärte am Sonntag, dies sei eine spontane Entscheidung gewesen.

Duisburg hat nach 25 Spieltagen als Tabellenletzter aber weiter sechs Punkte Rückstand (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle) auf den Vorletzten ERC Ingolstadt, der am Samstag Trainer Benoit Laporte durch den bisherigen Assistenten Greg Thomson ersetzte und am Dienstag (19.30 Uhr) bei den Hamburg Freezers antreten muss.

Scorpions schwächeln

Während der Tabellenletzte aufdreht, beginnt Überraschungs-Spitzenreiter Hannover Scorpions zu schwächeln. Das 2: 3 gegen DEL-Rekordmeister Adler Mannheim war die erste Heimniederlage seit 5. Oktober.

"Vielleicht kam sie zur richtigen Zeit, damit wir nicht abheben. Die Spieler haben jetzt gemerkt: Hopla, da sind noch andere Spitzenmannschaften da", sagte Trainer Hans Zach.

Sein Team hat bei einem Spiel mehr nur noch einen Zähler Vorsprung auf die Frankfurt Lions, die die Krefeld Pinguine 2:1 im Verfolger-Duell besiegten. Titelverteidiger Eisbären Berlin brachte einen 3:2-Erfolg aus Wolfsburg mit.

Ice Tigers punkten trotz Misere

Unterdessen erleben die finanziell am Abgrund stehenden Ice Tigers aus Nürnberg derzeit ein Wechselbad der Gefühle. Dem 2:3 gegen Duisburg vor heimischer Kulisse folgte ein 3:2 nach Penaltyschießen bei den Iserlohn Roosters.

Weil das Überleben längst nicht gesichert ist, scheinen viele Spieler die Chance zum Schaulaufen nutzen zu wollen. "Nürnberg war das hungrigere Team und hat mit mehr Energie gespielt", lobte sogar Roosters-Trainer Steve Stirling.

Der achtmalige deutsche Meister Düsseldorfer EG hält durch ein 3:1 gegen die Straubing Tigers als Sechster den Kontakt zur Spitzengruppe, während der rheinische Rivale Kölner Haie die Play-off-Plätze nach einem 2:4 gegen die Augsburger Panther weiter aus den Augen verliert.

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