vergrößernverkleinern
Uwe Harnos (M.) ist seit 2008 Präsident des Deutschen Eishockey Bundes © imago

Verband und Profiliga einigen sich auf eine Kooperation und wenden einen Ausschluss ab. Den Fokus bildet das Nationalteam.

München - Das lange Verhandlungs-Hick-Hack ist beendet.

Der Deutsche Eishockey Bund und die Deutsche Eishockey Liga haben sich schlussendlich auf einen neuen Kooperationsvertrag geeinigt und ihn im Rahmen einer Pressekonferenz in München präsentiert.

Die Zusammenarbeit zwischen Verband und Profiliga läuft unbefristet und kann frühestens am 30. Juni 2018 gekündigt werden.

"Das ist heute ein historischer Tag für das deutsche Eishockey. Ich freue mich außerordentlich, dass uns dieser Durchbruch gelungen ist", lobte DEL-Aufsichtsratschef Jürgen Arnold bei SPORT1 den Ausgang der Verhandlungen.

Ab der Saison 2012/2013 soll der neue Kooperationsvertrag zwischen DEB und DEL in Kraft treten, darauf hatten sich die Verhandlungspartner zuletzt geeinigt. "Es liegen harte Monate hinter uns", sagte DEB-Präsident Uwe Harnos, der zugab, "verbal"mit der DEL gestritten zu haben, nachdem der alte Vertrag am 30. April ausgelaufen war.

DEL entkommt "wilder Liga"

Ein Durchbruch, der bitter nötig war. Sowohl für den Verband, als auch für die Liga.

Wäre die Einigung der beiden Parteien nicht zustande gekommen, wären die deutschen Teams von internationalen Spielen ausgeschlossen worden.

Die DEL wäre bei diesem Szenario zu einer "wilden Liga" verkommen und somit hätte der Weltverband IIHF u.a. den Erstliga-Klubs Eisbären Berlin und Adler Mannheim die Teilnahme an der "European Trophy" verweigert.

Diese Situation konnte nun abgewendet werden.

Fokus auf der Nationalmannschaft

Der Fokus der Kooperation liegt aber weniger auf den Profiklubs, sondern in erster Linie auf der Nationalmannschaft.

[kaltura id="0_y7g5id70" class="full_size" title="Langes Gezeter beendet"]

Unter dem Namen "Joint Venture Nationalmannschaft" soll das "wichtigste Gut des deutschen Eishockeys", wie DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke die Nationalmannschaft nannte, sportlich wie auch vermarktungstechnisch weiter vorangetrieben werden.

Das neugegründete Gremium dieser Organisation wird mit jeweils zwei Plätzen aus der DEL sowie dem DEB besetzt.

Der neue Bundestrainer Jakob Kölliker soll neben seiner sportlichen Funktion auch beratend tätig werden.

Harnos betont Nachhaltigkeit

"Die Nationalmannschaft ist der zentrale Punkt. Sie macht das deutsche Eishockey aus", sagte Tripcke. Auch für die Vermarktung des Aushängeschildes werden in Zukunft beide Parteien gleichermaßen verantwortlich sein.

"Mit dieser Kooperation legen wir die Basis für eine langfristig und nachhaltige erfolgreiche Nationalmannschaft. Denn diese ist und bleibt das Zugpferd des deutschen Eishockeys. Davon profitieren alle, auch die Nachwuchsförderung, die ohne diese Erfolge so nicht möglich wäre", erklärte Uwe Harnos.

Zwei Ex-Nationalspieler als Sportdirektor im Gespräch

Nächstes Ziel ist somit die Suche nach einem Sportdirektor.

"Das wird das nächste Ziel der Zusammenarbeit zwischen Verband und Liga sein. Wir gründen dafür das Kompetenzzentrum Sport", sagte DEL-Geschäftsführer Tripcke.

Kandidaten sollen die beide Ex-Nationalspieler Jürgen Rumrich und Bernd Truntschka sein.

Zu keiner Einigung kam es dagegen zwischen der DEL und der Vermarktungsgesellschaft der Zweiten Bundesliga (ESBG). Diese hatte die Verhandlungen über eine Relegation abgebrochen.

Keine Relegationsspiele mit der Zweiten Liga

"Aus unserer Sicht hat die ESBG mit ihrer Entscheidung eine große Chance vertan", sagte DEL-Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Arnold. Harnos fügte hinzu: "Die Durchlässigkeit der Ligen war unser Ziel. Der DEB hat hart verhandelt, um die Interessen der Zweiten Bundesliga zu wahren. Leider hat sich die ESBG anders entschieden."

Somit wird es nach der regulären Saison zu keinen Relegationsspielen zwischen dem letzten der DEL und dem Ersten in der Zweiten Liga geben.

Mögliche Plätze sollen nun stattdessen durch eine "Wildcard" vergeben werden.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel