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Düsseldorfs kriselnder Torjäger Tyler Beechey (oben) erzielte seinen ersten Saisontreffer © imago

In einer Nervenschlacht unterliegt Mannheim der DEG, ein Referee muss mit gespaltener Lippe vom Eis und seine Kleidung abgeben.

Berlin - Blut und eine Nervenschlacht: Einen Tag nach Halloween wurden die Eishockeyfans erneut auf die Probe gestellt.

Das rassige Duell zwischen der Düsseldorfer EG und Spitzenreiter Adler Mannheim in der DEL war an Spannung kaum zu überbieten.

"Spiele gegen Mannheim sind nichts für schwache Nerven. Da geht es immer rauf und runter", sagte DEG-Manager Lance Nethery nach dem 5:4-Sieg gegen den DEL-Rekordchampion. (DEG stutzt Adlern die Flügel)

Wie schon beim letzten Aufeinandertreffen, als die DEG mit 6:8 das Nachsehen hatte, schonten die Kufencracks weder sich noch die Unparteiischen.

Ex-Profi Krawinkel springt ein

In der 28. Minute wurde Linienrichter Thomas Gemeinhardt von einem Puck getroffen. Seine gespaltene Oberlippe musste mit fünf Stichen genäht, das Eis vom Blut gereinigt werden.

Für den Verletzten sprang im Schlussdrittel Markus Krawinkel ein, der zuvor von der Tribüne aus das Spiel verfolgt hatte.

"Ich war in der Halle, weil ich von Kollegen Karten geschenkt bekommen hatte", sagte der Ex-Profi: "Man hat mich gefragt, ob ich Schiedsrichter-Klamotten dabei habe. Aber so verrückt bin ich dann doch nicht."

Im Dress von Kollege Gemeinhardt erledigte Krawinkel dann seine Aufgabe souverän.

Nur noch fünf Punkte Vorsprung

Am seltenen Tausch lag es jedenfalls nicht, dass die Adler binnen 48 Stunden zum zweiten Mal als Verlierer vom Eis gingen. Wie schon beim 4:5 am Sonntag gegen den EHC Wolfsburg gab Mannheim vor allem in der Defensive ein schlechtes Bild ab. (15. Spieltag: Rückschläge für Meister und Spitzenreiter)

"Beide Mannschaften haben leidenschaftlich gekämpft. Düsseldorf war allerdings etwas intelligenter, während wir einige schlechte Entscheidungen getroffen und unnötige Strafzeiten kassiert haben", bemängelte Adler-Trainer Harold Kreis.

In der Tabelle schmolz der Vorsprung der bislang überragenden Kurpfälzer auf fünf Punkte zusammen, zudem hat Verfolger Eisbären Berlin (3:2 gegen ERC Ingolstadt) ein Spiel weniger auf dem Konto. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Adler gleichen dreimal aus

Doch Rechenspiele so früh in der Saison lehnt Kreis ab: "Es ist keine Floskel: In der Liga geht es so eng zu, da ist es völlig egal, ob man gegen den Ersten oder Letzten spielt."

Enger als zwischen Düsseldorf und Mannheim kann es kaum zugehen. Dreimal lagen die Adler zurück, dreimal glichen sie aus.

In der 48. Minute gingen die Mannheimer durch das zweite Tor von Craig McDonald sogar in Führung, doch die Gastgeber steckten nicht auf und feierten letztlich nicht unverdient den fünften Sieg aus den vergangenen sechs Spielen.

Beechey legt Ladehemmung ab

"Jetzt wollen wir mehr. Wir müssen nachlegen", forderte DEG-Kapitän Daniel Kreutzer.

Am glücklichsten war aber Tyler Beechey. Der früher so treffsichere Angreifer aus Kanada legte seine Ladehemmungen ab und erzielte seinen ersten Saisontreffer zum zwischenzeitlichen 3:2 (40.). (STENOGRAMME des 16. Spieltages)

"Ich bin fast verrückt geworden. Das ist eine Riesenerleichterung für mich", sagte Beechey.

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