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Adam Mitchell (r.) wechselte Ende 2007 aus Österreich zu den Hannover Scorpions © getty

Das Überraschungsteam aus Hannover will die Tabellenspitze verteidigen. Einzig finanzielle Probleme trüben die Stimmung.

Berlin - Der voll gepackte Spielplan lässt ein besinnliches Weihnachtsfest nicht zu, deshalb wollen sich die Hannover Scorpions einen Tag vor Heiligabend selbst bescheren.

Holen die Niedersachsen am Dienstag bei den Nürnberg Ice Tigers mindestens einen Punkt, dürfen die Spieler erstmals in der Vereinsgeschichte die Tabellenführung der Deutschen Eishockey Liga (DEL) hübsch eingerahmt am 24. Dezember mit unter den Weihnachtsbaum legen.

"Es zeigt den Charakter der Mannschaft, dass sie sich nicht so leicht von der Spitze verdrängen lässt", sagte Trainer Hans Zach nach dem souveränen 7:3 gegen die Augsburger Panther stolz.

Scorpions die Gejagten

Mit jeweils drei Punkten Vorsprung wird die Überraschungsmannschaft von Titelverteidiger Eisbären Berlin und Rekordmeister Adler Mannheim gejagt. Mannheim behielt im Verfolger-Duell in der Hauptstadt mit 3:2 nach Verlängerung die Oberhand (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Doch der heiße Atem der Verfolger stört Hannover nicht. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, in denen pünktlich zur Weihnachtszeit eine Krise ausbrach, scheint die Höhenluft dem Zach-Team dieses Mal gut zu bekommen.

"Der Schlüssel ist, dass momentan alle vier Reihen regelmäßig treffen", erklärte Top-Scorer Eric Schneider (32 Punkte) und schickte eine unmissverständliche Botschaft an die Konkurrenz: "Gegen Augsburg waren wir gar nicht so gut. Das geht noch viel besser."

Um vernünftige Lösung bemüht

Ein wenig getrübt wird die Stimmung in Hannover jedoch von Zukunftsängsten. Im Januar wollen sich Vertreter der Stadt und Region mit Arena- und Scorpions-Alleingesellschafter Günter Papenburg erneut zusammensetzen, um über eine stärkere öffentliche Beteiligung an der Arena zu verhandeln.

Papenburg droht mit Rückzug, sollten sich Stadt und Region nicht stärker einbringen. Das erste Treffen vor einer Woche verlief ohne Ergebnis, aber zumindest in die richtige Richtung. Papenburg: "Alle sind bemüht, eine vernünftige Lösung zu finden."

Eisbären unzufrieden

Keine finanziellen Probleme haben die Eisbären Berlin mit ihrer neuen Multifunktions-Arena am Ostbahnhof. Gegen Mannheim kamen 13.200 Zuschauer, doch der Heimvorteil scheint langsam aufgebraucht zu sein.

Bereits zum zweiten Mal in Folge hatte Berlin im Penaltyschießen vor eigenem Publikum das Nachsehen.

"Das ist viel zu wenig für unsere Ansprüche. Immer wenn wir nach ganz oben aufschließen können, versagen wir", wetterte Trainer Don Jackson gegen sein eigenes Team.

Aber auch Haupt-Schiedsrichter Daniel Piechaczek, der den Berliner Andre Rankel nach einem Knie-Check gegen Prestin Ryan mit einer Spieldauerstrafe vom Eis schickte, bekam sein Fett weg: "Wenn die Spieler gefallen sind, ging der Arm des Schiedsrichters automatisch nach oben."

"Werbung fürs Eishockey"

Allerdings zog sich der Kanadier Ryan bei der Szene einen Innenband-Teilabriss im linken Knie zu und fällt für sechs Wochen aus.

Mannheim nutzte die Fünf-Minuten-Strafe gegen Rankel und erzielte vier Minuten vor der Schlusssirene durch Nationalspieler Michael Hackert den 2:2-Ausgleich.

Im Penaltyschießen behielt Colin Forbes die Nerven. "Außer der Szene zwischen Rankel und Ryan war das Spiel beste Werbung fürs Eishockey. Es ging Schlag auf Schlag", meinte Mannheims Co-Trainer Teal Fowler.

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