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Für Robert Hock sind die Roosters bereits die elfte Station als Profi © getty

Gegen den EHC München macht Robert Hock sein 800. Spiel in der DEL. Dennoch scheiden sich am Rooster-Center die Geister.

München/Iserlohn - In der Liga ein Star, in der Nationalmannschaft ein Statist: Die Karriere von Robert Hock ist genauso zwiegespalten wie sein Ruf.

Für die einen ist der Mittelstürmer der Iserlohn Roosters ein Schönspieler, der viel zu wenig aus seinem Talent gemacht hat.

Für die anderen ist er einer der besten Techniker, den das deutsche Eishockey in jüngster Vergangenheit hervorgebracht hat.

An kaum einem anderen Spieler scheiden sich die Geister so wie an Robert Hock. Selbst die nackten Fakten lassen zwei Meinungen zu.

"Ich bereue nichts"

Am Sonntag in der Partie gegen den EHC München durchbricht der 38-Jährige als neunter Spieler die Schallmauer von 800 DEL-Spielen, die ewigen Bestenlisten für die meisten Tore und Torvorlagen führt er sogar an.

Aber die Anzahl seiner Titel lautet: Null. Doch Hock sagt: "Es gibt nichts, das ich bereue. Wenn ich alles noch einmal so machen könnte - ich würde es tun."

Er hat sich damit abgefunden, das seine Karriere wohl eine unvollendete bleibt.

Selbst auf das unrühmliche Kapitel Nationalmannschaft (24 Einsätze) blickt der Mittelstürmer inzwischen gelassener zurück.

Für die Nationalmannschaft nicht robust genug

"Das lag nicht an meinen sportlichen Leistungen. Aber ich will keine dreckige Wäsche waschen. Es hat mit einem gewissen Herrn einfach nicht geklappt", erklärte Hock.

Dieser "gewisse Herr" ist Hans Zach. Er war Bundestrainer, als Hock seine sportlich wohl beste Zeit hatte. Doch das Urteil des "Alpenvulkans" war vernichtend.

Körperlich nicht robust genug, in der Defensive zu schwach. Zach sortierte Hock 2001 aus und ließ ihn fortan links liegen.

Obwohl der Center in den Jahren danach mit seiner Technik und Spielübersicht glänzte, machten auch Zachs Nachfolger Greg Poss und Uwe Krupp einen Bogen um ihn.

Keine Rückkehr ins Nationalteam

Unter Krupp durfte der im tschechischen Sternberk geborene Hock zwar 2008 noch einmal ein Comeback feiern, doch nach zwei Spielen trennten sich ihre Wege.

Eine erneute Rückkehr ins Nationalteam sei kein Thema mehr, betonte Hock: "Es gibt in Deutschland auf meiner Position viele gute Jungs, da wäre es verheerend, ihnen einen fast 40-Jährigen vor die Nase zu setzen."

14 Scorerpunkte in 16 Spielen

Dass aber Leistung keine Frage des Alters ist, beweist der fünfmalige Allstar-Spieler Woche für Woche in Iserlohn. Auch in dieser Saison hat der Roosters-Kapitän nach 16 Spielen bereits 14 Scorerpunkte auf dem Konto. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Das Zusammenspiel mit seinem kongenialen Partner Michael Wolf verzückt selbst gegnerische Fans.

"Hand und Handschuh" nennt man das Duo, weil Hock mit seiner feinen Stocktechnik den Puck meist auf den pfeilschnelle Wolf passt, der dann vor dem Tor vollendet. Seit mehr als fünf Jahren geht das nun schon so in Iserlohn.

Titel sind keine Motivation mehr

Natürlich hatte der zweimalige DEL-Topscorer auch besser dotierte Angebote, doch sein Leben am Seilersee will er nicht missen: "Hier fühle ich mich wohl. Warum sollte ich das für ein paar Scheine mehr aufgeben?"

Über seine Zukunft entscheidet Hock von Jahr zu Jahr.

Ein Titel ist dabei schon lange nicht mehr seine Motivation, und schon gar nicht, es seinen Kritikern zu zeigen: "Sollen die nur reden. Ich bin mit dem zufrieden, was ich erreicht habe."

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