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Die Kölner Johnson (l.) und Sturm (r.) gegen den Straubinger Hussey © imago

Härte, Disziplinlosigkeit, Frust: Die Kölner schwächen sich und drohen die Playoffs zu verpassen. Ganz anders die Berliner.

Köln - Angst und Schrecken verbreiten die Kölner Haie schon lange nicht mehr, jetzt droht der Vizemeister sogar erstmals seit Einführung der Playoffs 1981 die K.o.-Runde in der Meisterschaft zu verpassen.

Doch anstatt für den Endspurt alle Kräfte zu bündeln, schwächen sich die Haie mit Disziplinlosigkeiten und gegenseitigen Schuldzuweisungen selbst.

"Das ist mehr als frustrierend. Nicht alle kämpfen mit der letzten Konsequenz", wetterte Trainer Rupert Meister, nachdem sein Team beim 3:4 gegen die Straubing Tigers eine 3:1-Führung noch aus der Hand gegeben hatte.

Als Drittletzter der DEL hat der achtmalige Meister bereits sechs Punkte Rückstand auf Platz zehn, der noch zur Teilnahme an den Pre-Playoffs berechtigt.

Sportdirektor nimmt Spieler zur Brust

Auch Sportdirektor Rodion Pauels nahm sich die Spieler zur Brust: "Die fehlende Disziplin geht gar nicht. Wir pfeifen personell auf dem letzten Loch, und einige erweisen uns einen Bärendienst."

Gemeint waren vor allem die Kanadier Mike Johnson und Todd Warriner. Während Johnson wegen Schiedsrichter-Beleidigung mit einer Zehn-Minuten-Strafe davonkam, wurde Warriner mit einer Matchstrafe belegt und droht nun mehrere Wochen gesperrt zu werden.

Der 34-Jährige soll mit einer Wasserflasche nach einem der Schiedsrichter geworfen haben, weil der Treffer zum vermeintlichen 4:4-Ausgleich 21 Sekunden vor der Schlusssirene nach der Videoanalyse aberkannt worden war.

Johnson fliegt aus dem Kader

Bei dem vor der Saison als Star-Einkauf gefeierten ehemaligen NHL-Crack (661 Spiele) Johnson riss Pauels endgültig der Geduldsfaden: "Die Leistung war indiskutabel. Das wird Konsequenzen haben."

Mickrige 13 Scorerpunkte hat der Stürmer bislang auf dem Konto und konnte damit nicht mal ansatzweise den im Streit nach Russland gewechselten Top-Scorer Ivan Ciernik ersetzen.

Die Haie haben am Montag reagiert und hat den ehemaligen NHL-Spieler aus sportlichen Gründen aus dem Kader gestrichen. Die verletzungsgeplagten Kölner verzichten damit bis auf Weiteres freiwillig auf die Dienste des 34-Jährigen. Bereits im Auswärtsspiel am Dienstag bei Meister Eisbären Berlin ist Johnson nicht mehr dabei.

Warriner für vier Spiele gesperrt

Am Dienstag kam es dann noch schlimmer für die Kölner: Der Disziplinarausschuss der DEL hat gegen den Todd Warriner eine Sperre von vier DEL-Spielen ausgesprochen. Zudem wurde eine Geldstrafe von 1200 Euro verhängt.

Warriner wird den Haien somit bei den Spielen gegen Berlin (Dienstag), Mannheim (2. Januar), Krefeld (4. Januar) und Frankfurt (6. Januar) nicht zur Verfügung stehen.

Der Angreifer hatte beim Spiel gegen Straubing am Sonntag eine Matchstrafe wegen unsportlichen Verhaltens kassiert.

Rückendeckung für Meister

"Ich erwarte gewisse Dinge von jedem Spieler, egal, welches Talent er hat. Dazu gehört auch die volle Identifikation mit der Aufgabe und der Organisation", erklärte Meister.

Sportdirektor Pauels gab seinem Trainer bei der Entscheidung Rückendeckung: "Johnson hat eine grundlegende Arbeitseinstellung nicht erkennen lassen."

Trainerwechsel ohne Wirkung

Den Trainer werden die Kölner wohl auch nicht mehr wechseln, diese Maßnahme ist in dieser Saison bereits zweimal ohne Wirkung verpufft.

Unter der Regie des früheren Jugendtrainers Meister gelangen gerade mal zwei Siege aus acht Spielen. Am Dienstag treten die Haie zum Auswärtsspiel bei Meister Eisbären Berlin an.

Berlin für Final-Auflage gerüstet

Der Titelverteidiger ist im Gegensatz zu Köln für die Final-Auflage der vergangenen Saison gerüstet.

Beim 6:4 gegen den EHC Wolfsburg rehabilitierten sich die Berliner für das zwei Tage zuvor erlebte 1:6-Debakel im "Bruder-Duell" bei den Hamburg Freezers.

"Haben gute Reaktion gezeigt"

"Wir haben eine gute Reaktion gezeigt. Ich bin vor allem mit dem Überzahlspiel sehr zufrieden", sagte Coach Don Jackson.

Dagegen war sein Wolfsburger Trainerkollege Toni Krinner nach der neunten Niederlage aus den vergangenen elf Spielen restlos bedient: "Wir hatten zu viele Passagiere dabei. Einige müssen endlich aus dem Quark kommen, ansonsten ist der zehnte Platz nicht zu erreichen."

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