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Mit vollem Einsatz: Hannovers Klaus Kathan wirft sich in einen Schuss © imago

Mit dem deutlichen Sieg gegen die Eisbären Berlin machen sich die Scorpions vom Überraschungsteam zum Titelanwärter in der DEL.

München - Die Hannover Scorpions haben Teil eins ihrer Reifeprüfung mit Bravour bestanden und dabei die Konkurrenz geschockt (Hannover enteilt der Konkurrenz).

Nach dem 5:2 bei Titelverteidiger Eisbären Berlin sind die Machtverhältnisse in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) vorerst auf den Kopf gestellt (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle).

Mit Abgeklärtheit, Effektivität und einem überragenden Sascha Goc haben sich die Niedersachsen endgültig von einer Überraschungsmannschaft zum ernsthaften Titelanwärter gemausert.

"Haben einen Lauf"

"Wir haben einen Lauf, es passt alles. Ich bin sehr stolz auf mein Team", meinte Trainer Hans Zach.

Mit einem Augenzwinkern ergänzte der ehemalige Bundestrainer angesichts des dritten Sieges im dritten Saisonduell mit dem Meister: "Im Moment hätte ich nichts dagegen, wenn wir im Finale im April erneut auf Berlin treffen würden."

In der Hauptrunde hat sich der Tabellenführer mit neun Punkten Vorsprung bereits ein komfortables Polster auf die Verfolger Berlin und Adler Mannheim erarbeitet.

Teil zwei der Reifeprüfung

Im Spiel am Dienstag gegen den Rekordmeister will die Zach-Truppe Teil zwei ihrer Reifeprüfung ablegen und dem Gewinn der Hauptrunde und der damit verbundenen Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation einen weiteren Schritt näherkommen.

In Berlin hat Hannover bewiesen, dass es zurecht an der Spitze steht. Schnörkellos und mit taktischer Disziplin gewannen die Scorpions gegen lange Zeit gleichwertige Berliner.

Goc sticht hervor

Aus einer starken Mannschaft stach Verteidiger Goc mit drei Treffern (34., 36. und 58.) heraus, doch der 68-malige Nationalspieler gab das Lob artig an seine Kollegen weiter: "Der Schlüssel zum Erfolg ist unsere Teamarbeit."

Das musste auch der Gegner anerkennen. "Je mehr man sie unter Druck setzt, desto besser werden sie", meinte Eisbären-Kapitän Steve Walker.

Dagegen sah Coach Don Jackson den Grund für die Niederlage eher im eigenen Unvermögen: "Wir befinden uns momentan auf keinem guten Weg. Einige Spieler bringen nicht die Leistung, die wir erwarten."

Schlüsselszene in der 58. Minute

Die Schlüsselszene der Begegnung war die 58. Minute. Beim Stand von 3:2 für Hannover musste der Berliner Denis Pederson auf die Strafbank.

Dennoch nahm Trainer Jackson vor dem Bully Torhüter Rob Zepp zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Nach dem gewonnenen Bully konnte Goc unbedrängt zum 4:2 verwandeln.

Jackson verteidigte seine taktische Maßnahme und kritisierte stattdessen die Spieler: "Es hat einigen an Respekt gegenüber Spielern wie Goc gefehlt."

Hegen wütend

Noch härter ging Dieter Hegen mit seinen Profis ins Gericht. Der Trainer des abgeschlagenen Tabellenschlusslichts Füchse Duisburg verlor nach dem 3:7 gegen den Vorletzten Kassel Huskies die Fassung.

"Wenn es nur ein bisschen härter wird, haben wir keinen Spieler, der beißt. Wir fallen zusammen und zeigen keinen Charakter", sagte der ehemalige Nationalstürmer

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