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Wolfsburg verlor letztes Jahr die Finalserie mit 0:3 gegen Berlin © imago

Höchster Zu-Null-Sieg: Wolfsburg schreibt beim 8:0 gegen Iserlohn Geschichte. Dem Coach ist das Schützenfest nicht recht.

Wolfsburg - Als wollten die EHC-Profis den 200 eingeladenen Angehörigen der Wolfsburger Jugendfeuerwehr eine besondere Freude bereiten, brannten sie auf dem Eis ein Feuerwerk ab.

Mit 8:0 demütigte der EHC Wolfsburg die Iserlohn Roosters und feierte gleich zwei Vereinsrekorde: den achten Heimsieg in Folge und den höchsten Zu-Null-Sieg in der DEL (Bericht).

Während die Fans ihre Spieler für den Gala-Auftritt bejubelten, fühlte sich Wolfsburgs Trainer Pavel Gross gar nicht so wohl in seiner Haut.

"Ich kann meinen Spielern das Toreschießen nicht verbieten, aber wer mich kennt, der weiß, dass ich keine 8:0-Siege mag", sagte Gross und erklärte: "Mir ist ein 3:2-Sieg immer lieber, weil die Spieler dafür mehr kämpfen müssen und ich nicht so viele Probleme habe, sie auf dem Boden zu halten."

Gerupfte "Hähne"

Vor nur 2662 Zuschauern zeigten die Spieler jedoch von Anfang an, dass sie auf ein enges Duell keine Lust hatten. Im ersten Drittel wurden die "Hähne" förmlich gerupft, bereits nach 12:44 Minuten stand es 5:0 (SERVICE: Stenogramme 43. Spieltag).

Der Schock war Iserlohns Trainer Doug Mason deutlich anzusehen, bereits nach sechs Minuten nahm er eine Auszeit, um seinen Profis die Leviten zu lesen.

"Ich habe Wolfsburg in dieser Saison noch nie so gut gesehen", sagte Mason, dem beim Ausflug in die Autostadt nur zwei Dinge Spaß gemacht haben: "Der Spaziergang um den Allersee vor dem Spiel, und dass ich mich endlich mal wieder so richtig über die Schiedsrichter aufregen konnte."

Ergebnis nru zweitrangig

An den Unparteiischen um Richard Schütz lag es aber nicht, dass seine Roosters unter die Räder gerieten, sondern am druckvollen und kompakten Spiel der Gastgeber. "Nicht so sehr das Ergebnis, aber die Art und Weise hat mich beeindruckt", gab dann auch Berufspessimist Gross zu.

Auf Platz drei der DEL-Tabelle sind die Grizzly-Bären den beiden Spitzenteams Eisbären Berlin, die von den Niedersachsen am vergangenen Freitag mit 4:3 nach Verlängerung geschlagen wurden, und Adler Mannheim weiter auf den Fersen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Saison-Aus für Haskins

Dabei ist der Vorjahresfinalist vom Verletzungspech gebeutelt. Am Montag ereilte dem EHC die nächste Hiobsbotschaft: Der US-Amerikaner Tyler Haskins wird am lädierten Hüftknorpel operiert und fällt für den Rest der Saison aus.

Neben dem zehnfachen Saisontorschützen stehen auch Blake Sloan, Stephen Werner und Armin Wurm auf der Langzeit-Verletztenliste.

"Trotz der Verletzungen hat die Mannschaft zuletzt außerordentlich gute Leistungen gebracht und hervorragendes Eishockey gezeigt. Das zeigt, dass der Charakter der Truppe einwandfrei ist und jeder für den anderen einspringt", lobte Sportdirekor "Charly" Fliegauf.

Foster überzeugt

Außerdem scheint sich der kurzfristig verpflichtete Adrian Foster als Glücksgriff zu entpuppen. Der 30 Jahre alte Kanadier hat nach zwei Spielen ein Tor und eine Vorlage auf dem Konto und seinen Coach bereits überzeugt.

"Wir wissen, dass er richtig gute Anlagen hat. Wenn er gesund bleibt, werden wir noch viel Freude an ihm haben", sagte Gross über Foster, der im NHL Entry Draft 2001 in der ersten Runde als insgesamt 28. Spieler von den New Jersey Devils ausgewählt wurde.

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