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Barry Brust (m.) wechselte 2011 von den Binghamton Senators zu den Straubing Tigers © imago

Die Tigers sind als Fünfter auf dem Weg, erstmals die Playoffs zu erreichen. Doch übermütig wird in Straubing niemand.

Straubing/München - Mit Mini-Etat auf Höhenflug: Die Straubing Tigers sind das Überraschungsteam der DEL.

Zehn Spiele vor Abschluss der Hauptrunde mischen die Niederbayern als Tabellenfünfter im Konzert der Großen mit. Trotz eines Budgets von nur vier Millionen Euro ist die erste Teilnahme an den Playoffs zum Greifen nahe.

Doch beim Klub aus dem kleinsten DEL-Standort hebt niemand ab.

"Wir haben vor der Saison keine Ziele ausgegeben und machen das auch jetzt nicht. Ich sage immer: Geht raus und gebt 110 Prozent! Dann ergibt sich der Rest schon von alleine", sagte Manager Jason Dunham vor der Partie bei den Nürnberg Ice Tigers am Dienstagabend (ab 19.30 Uhr LIVESCORES).

Der Kanadier mit dem kuriosen englisch-bayerischen Akzent stellte aber auch klar: "Wir sind komplett zufrieden mit dem Verlauf der Saison. Die Stimmung im Team ist natürlich gut."

Erfolgreichste Saison überhaupt

Nach der Länderspielpause wollen die Straubinger, die seit 2006 im Oberhaus spielen, die restlichen Aufgaben mit neuem Elan angehen.

Damit die Mannschaft den Kopf richtig frei bekam, ließ Coach Dan Ratushny seine Kufencracks erst am Freitag wieder zum Training antreten.

Trotz der Heimniederlage zuletzt gegen Tabellenschlusslicht Hannover Scorpions verfielen die Tigers nicht in blinden Aktionismus.

Warum auch? Schließlich spielt der Klub, der die DEL-Playoffs in den Vorjahren stets klar verfehlte, die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte.

Im Gäuboden ist Eishockey ohnehin die große Nummer und die Euphorie groß. 4689 Zuschauer kamen bislang im Schnitt ins Stadion am Pulverturm - jeder Zehnte der 45.000 Einwohner.

Bleibt Ratushny in Straubing?

In dieser Spielzeit dürfte bei einem Vorsprung von elf Punkten auf den elften Platz zumindest die Teilnahme an den Vor-Playoffs Formsache sein.

Doch "darüber reden wir erst, wenn es so weit ist", sagte Dunham betont entspannt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Gelassen gibt sich der Sportliche Leiter auch in Sachen Ratushny. Der Kanadier, der auch schon als Anwalt tätig war, steht seit März 2011 hinter der Bande der Tigers, die ihn mit einem Einjahresvertrag plus klubseitiger Option ausstatteten.

Eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung sei noch nicht gefallen, teilte Dunham mit.

Brust bald wieder im Training

Fortschritte macht dagegen der kanadische Torhüter Barry Brust, der seit Ende Januar mit einer Knieverletzung ausfällt.

"Die Reha geht gut. Wir hoffen, dass er in den nächsten zehn Tagen wieder in das Training eingreifen kann", sagte Dunham.

Brust, der im Sommer vom AHL-Champion Binghamton Senators an die Donau kam, gehört nicht nur zu den Leistungsträgern in Straubing, sondern auch zu den schillerndsten Figuren der Liga.

"Psycho" Brust mit Rekord

Mit 109 Strafminuten hat Brust Jason Muzatti, der es in der Saison 2000/01 für die Augsbuger Panther auf 76 Strafminuten brachte, den Strafzeitrekord für Goalies längst abgejagt.

Der Kanadier scheut keine Auseinandersetzung auf dem Eis und erinnert an Co-Trainer Bernie Englbrecht, der sich einst beim EV Landshut den Spitznamen "Psycho" erwarb.

Für seinen manchmal überharten Einsatz hat Brust eine einfache Erklärung: "Ich spiele nun mal so, wie ich spiele. Wir sind ein Team auf dem Eis. Wenn einer Hilfe braucht, helfe ich ihm, und umgekehrt ist es genauso."

Auf gewisse Weise also auch ein Ausdruck des engen Zusammenhalts in der Mannschaft, den Ryan Ramsay als eines der Erfolgsgeheimnisse ausgemacht hat.

"Die Spieler passen in dieser Saison einfach zusammen", sagte der Stürmer.

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