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Der achtmalige Meister Köln wird die Playoffs wohl verpassen © getty

Die Kölner Haie stehen so schlecht da wie noch. Die Playoffs sind außer Reichweite und selbst Fans nehmen es schon mit Humor.

Köln/Berlin - Die Fans flüchteten sich in Sarkasmus, der ratlose Trainer entschuldigte sich, und die Spieler wirkten bei den Erklärungen so hilflos wie auf dem Eis: Die Kölner Haie sind in der DEL nur noch kleine Fische (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle ).

Zum ersten Mal seit ihrer Einführung wird der achtmalige Meister die Play-offs sportlich wohl verpassen, und auch für die Zukunft sieht es düster aus.

Nach der sportlichen Bankrotterklärung beim 1:2 gegen die Frankfurt Lions ist der Traditionsklub damit am vorläufigen Tiefpunkt angekommen.

Fans sehen Talfahrt mit Humor

"Ich möchte mich als Vertreter der Mannschaft für die Leistung entschuldigen. Die Fans haben in dieser Saison sehr viel Geduld aufgebracht", sagte Haie-Coach Rupert Meister und meinte zum Versagen seines Teams: "Wer mehr kämpft und bessere Pässe spielt, der gewinnt das Spiel. Und das war heute Frankfurt."

Doch aufopferungsvollen Einsatz vermissen die Anhänger schon seit Wochen. Deshalb probten sie bereits während des Spiels den Aufstand, ohne ihren rheinischen Humor zu verlieren. "Wir sind nur ein Punktelieferant", sang ein Großteil der 7695 Zuschauer in der Kölner Arena. Kam ein Haie-Spieler an die Scheibe, riefen die Fans erstaunt: "Oijoijoijoi."

"Die Gesänge waren nicht gerade förderlich", meinte Nationalstürmer Philip Gogulla, der wie die Mehrzahl seiner Kollegen seit Wochen der Bestform hinterherläuft. Allerdings habe er auch Verständnis für den Unmut der Fans: "Unsere Vorstellung war ein Witz."

Eine Siegesserie muss her

Der Blick auf die Tabelle wird den Vizemeister auch nicht zum Lachen bringen.

Als Drittletzter haben die Haie bereits zehn Punkte Rückstand auf Platz zehn, der zumindest noch zur Teilnahme an den Pre-Play-offs berechtigt.

"Es besteht noch eine theoretische Chance, aber da müssten wir wohl zehn der letzten 14 Spiele gewinnen", sagte Gogulla und klang wenig optimistisch. Zumal das Team dabei neunmal auswärts antreten muss.

Auch Sportdirektor Rodion Paules hat die Hoffnung aufgegeben: "Nach dem Spiel gegen Frankfurt von den Play-offs zu sprechen, wäre unseriös."

Verpassen der Playoffs hat finanzielle Konsequenzen

Das Verpassen der K.o.-Phase würde den Klub jedoch auch finanziell hart treffen, denn in dieser Saison schlagen bereits die rückläufigen Zuschauerzahlen negativ zu Buche.

Sportdirektor Rodion Pauels hat bereits angekündigt, dass der Etat in der kommenden Saison erheblich reduziert wird.

Trainer Meister darf daher auf eine Weiterbeschäftigung hoffen, obwohl er sich bislang nicht als Meister seines Fachs ausgezeichnet hat. Der frühere Torwarttrainer löste Anfang Dezember Clayton Beddoes ab, der zuvor Doug Mason beerbt hatte.

Scorpions reif für die Meisterschaft

Mit ganz anderem Eishockey wurden die Fans in Hannover verwöhnt. Das Gipfeltreffen zwischen den Scorpions und Rekordmeister Adler Mannheim begeisterte Zuschauer, Spieler und Trainer gleichermaßen.

Am Ende behielt Tabellenführer Hannover mit 3:2 nach Penaltyschießen die Oberhand und bestand nach dem 5:2 vor zwei Tagen bei Meister Eisbären Berlin auch Teil zwei seiner Reifeprüfung.

"Ein Kompliment an meine Mannschaft für das, was sie alle zwei Tage abliefert. Es war ein absolutes Top-Spiel", sagte Scorpions-Trainer Hans Zach nach dem siebten Sieg in Folge. Den entscheidenden Penalty versenkte Thomas Dolak.

Doch auch die Adler, die von Berlin vom zweiten Platz verdrängt wurden, waren nicht betrübt. "Wir sind zufrieden mit dem einen Punkt und hoffen, dass wir den Schwung in die nächsten Spiele mitnehmen können", erklärte Co-Trainer Teal Fowler.

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