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Keine Zauberkunst, sondern lediglich das Spiegelbild von Uwe Krupp an der Bande © getty

Nach sechs Pleiten in Folge für seine Kölner will der Ex-Bundestrainer gegen Berlin die Kaninchen aus dem Hut holen.

Von Katharina Blum

München - Nach der ersten Niederlage gegen die Metro Stars aus Düsseldorf zuckte Uwe Krupp vermutlich nur kurz mit den Schultern.

Ein 2:4 im Derby ist ärgerlich, aber noch kein Weltuntergang.

Nach Pleite Nummer zwei in Krefeld sprach der Boulevard schon von der Star-Krise, in der der Ex-Bundestrainer in seiner ersten Saison als Vereinscoach stecken soll.

Die jungen Spieler würden für ihn bis zum Umfallen laufen, die gestandenen hingegen teilweise die Arbeit verweigern.

Und als die Haie vier Wochen später gegen die Straubing Tigers (2:3) zum fünften Mal in Folge unterlagen, erklärte Krupp, er könne schließlich keine weißen Kaninchen aus dem Hut zaubern.

Playoffs in Gefahr

Den Kölnern droht nun eine Saison ohne Teilnahme an den Playoffs - am Sonntag kam mit dem 2:6 bei den Grizzly Adams Wolfsburg noch die sechste Niederlage in Folge dazu.

"Es war ein emotionales und hart umkämpftes Spiel. Wir haben einen guten Start erwischt, doch dann wurde Wolfsburg stärker. Wir hatten bei 5 gegen 3 die Möglichkeit, im Spiel zu bleiben", erklärt Krupp.

Ausgerechnet in der Endphase der regulären Saison geht den Haien anscheinend die Puste aus. Von Tabellenplatz neun wurden die Haie innerhalb kürzester Zeit auf Rang zwölf durchgereicht.

Krupp weiß: "Die Situation ist extrem schwierig."

Pettinger steht zu Krupp

Routinier Mirko Lüdemann wirkt aufgrund der sechs Pleiten in Folge geknickt. "So eine Niederlagenserie kommt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt der Saison und für mich völlig überraschend, denn wir waren die gesamte Saison stabil und immer an Platz sechs dran", sagt der Verteidiger.

Und Lüdemann greift schon auf Platitüden zurück: "Die Hoffnung stirbt zuletzt."

Sturmkollege Matt Pettinger nimmt Krupp aus der Schusslinie und die Mannschaft in die Pflicht: "Unser Trainer kennt diese Situation als Spieler, er macht einen guten Job. Aber jetzt kommt es auf uns an. Nur wir haben uns in diese Lage gebracht und nur wir können uns da wieder rausholen. Wer Tore schießt, ist egal, wir müssen einen Weg finden, zu gewinnen."

Riefers und Breitkreuz schmerzlich vermisst

Dafür sind jetzt Krupps Zauberkünste mehr denn je gefragt.

Sein Team, das in Wolfsburg auf die verletzten Spieler Philip Riefers (Gehirnerschütterung) und Brett Breitkreuz (Schulter-OP) verzichten musste, liegt bereits sieben Punkte hinter dem zehnten Rang zurück, der noch zur Teilnahme an den Pre-Playoffs berechtigt.

Die Haie haben allerdings zwei Partien weniger ausgetragen als die auf Rang zehn liegenden Krefeld Pinguine (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Verteidiger Moritz Müller hadert: "Wir haben es noch selbst in der Hand, im Moment geht der Puck einfach nicht ins Tor."

Vier Spiele in sechs Tagen

Doch die Aufgaben werden für die Kölner nicht leichter. Im Gegenteil.

Vier Spiele in sechs Tagen warten auf den KEC.

Am Dienstag (ab 19.30 Uhr LIVESCORES) ist in einem Nachholspiel des 43. Spieltags der Deutsche Meister und Tabellenführer aus Berlin zu Gast, ein Sieg ist Voraussetzung, um die Pre-Playoffs nicht frühzeitig abzuschreiben.

"Rechnen, spekulieren oder mutmaßen wird die Mannschaft nicht. Sie wird mit Vollgas ins Spiel gehen und drei Punkte einfahren wollen", heißt es von Kölner Vereinsseite.

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