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Andreas Brockmann übernahm zu Beginn der Saison das Ruder bei den Ice Tigers © getty

Coach unter Druck, Lizenzentzug im Hinterkopf - in Nürnberg gibt's reichlich Wirbel. Aber auch bei den Eisbären hängt der Haussegen schief.

Nürnberg/Berlin - Die Zukunft hängt am seidenen Faden, die Play-offs sind in Gefahr, der Trainer ist angezählt:

Nach der peinlichen 1:5-Heimpleite gegen die Augsburger Panther hat sich das interne Klima bei den Nürnberg Ice Tigers den frostigen Außentemperaturen bedenklich angenähert.

Beim nach wie vor von der Insolvenz bedrohten Klub ist von Geschlossheit derzeit kaum etwas zu spüren.

"Ich möchte mich bei allen Fans für die Leistung im zweiten und dritten Drittel entschuldigen", sagte ein sichtlich geschockter Trainer Andreas Brockmann und kritisierte seine größtenteils desolaten Spieler: "Mir fehlen die Worte. So dürfen wir uns nicht verkaufen."

Großer Rückstand auf Playoff-Plätze

Als Zehnter hat der zweimalige Vizemeister bereits fünf Punkte Rückstand auf den letzten direkten Playoff-Platz. Ob Brockmanns Worte die Mannschaft noch erreichen, scheint fraglich.

Seit dem Wochenende ist die Position des 41-Jährigen erheblich geschwächt. Gegen die Straubing Tigers (1:4) und Adler Mannheim (3:2) nahm Sportdirektor Otto Sykora jeweils auf der Tribüne neben dem ehemaligen Nürnberger Erfolgstrainer Benoit Laporte Platz - was für reichlich Spekulation sorgte.

Anschließend verweigerte Sykora in einem Fernseh-Interview ein eindeutiges Treuebekenntnis zu Brockmann. All das sorgt für Unverständnis innerhalb des Teams.

"Dann lacht ganz Deutschland"

"Wir bangen um unsere Arbeitsplätze. Wenn ich mich dann in dieser Situation zweimal mit Laporte zeige und solche Aussagen mache, dann lacht ganz Deutschland darüber", sagte Nationalspieler Björn Barta.

Brockmann selbst kämpft um seinen Job: "Ich will meinen Vertrag hier erfüllen." Sportdirektor Sykora ließ am Montag in einer Pressemitteilung lediglich verlauten: "Wir wollen und werden auf professioneller Ebene erfolgreich zusammenarbeiten."

Ob die Zweckgemeinschaft allerdings über die Saison hinaus eine Zukunft hat, bleibt fraglich. Die Zukunft des gesamten Klubs hängt weiterhin hauptsächlich von der finanziellen Lage ab.

Leise Hoffnung

Zwar gebe es leichte Hoffnung, dass die "Eistiger" auch in der kommenden Saison in der DEL spielen werden, "aber es müssen noch einige Hindernisse überwunden werden", erklärte Insolvenzverwalter Volker Böhm.

Um das liebe Geld gibt es derzeit auch in Berlin heftige Diskussionen. Mit einer zweiten Flugblatt-Aktion wollen die Fans des Meisters Eisbären Berlin am Dienstag beim Spiel gegen die Iserlohn Roosters (19.30 Uhr LIVESCORES ) zum Bier-Boykott aufrufen.

Einem Großteil der Anhänger sind in der neuen Arena die Preise für den Gerstensaft zu hoch.

Mühlenhaus bleibt Füchse-Trainer

Unterdessen gab Alleingesellschafter Ralf Pape vom abgeschlagenen Schlusslicht Füchse Duisburg bekannt, dass Interimstrainer Willy Mühlenhaus bis zum Saisonende Coach bleibt.

Immerhin konnten die Füchse bei der 3:4-Niederlage nach Verlängerung gegen die Kölner Haie erstmals seit elf Spielen wieder einen Punkt einfahren.

Mühlenhaus hatte am vergangenen Freitag das Traineramt beim abgeschlagenen DEL-Schlusslicht übernommen, nachdem die komplette sportliche Leitung mit Trainer Dieter Hegen, Assistent Karel Lang sowie Manager Franz Fritzmeier zurückgetreten war.

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