Er ist wieder da: Ex-Nationaltrainer Erich Kühnhackl anaylisiert in seiner Sport1.de-Kolumne wieder die DEL - und zeigt sich angetan von den Scorpions.

Hallo liebe Eishockey-Freunde,

ich melde mich zurück als Kolumnist bei Sport1.de und freue mich sehr, wieder das Geschehen der Kufencracks unter die Lupe zu nehmen.

Zum Neu-Einstieg möchte ich doch gleich mal auf die DEL zu sprechen kommen: Die macht mir in diesem Jahr soviel Spaß wie schon lang nicht mehr: Warum? Die Liga ist so ausgeglichen wie wohl nie.

Vorbei ist die Zeit, in der es Mannschaften gibt, die über Jahren Rang eins und zwei unter sich ausmachen ? so wie früher Mannheim oder mein Ex-Klub Köln.

Auf einmal zaubern Klubs wie Hannover, Augsburg und Iserlohn - Mannschaften, die vom Namen her da oben nicht unbedingt zu erwarten waren. Die aber trotzdem in der Lage sind, jeden zu schlagen.

Und umgekehrt hast du mit Nürnberg, Ingolstadt, Köln und Hamburg Kaliber, die da unten bisher gar nicht hingehörten. Es gibt 12,13, 14 Mannschaften, die jederzeit jeden schlagen können.

Kurzum: Es gibt nun wirklich keine leichten Spiele mehr. Das ist sehr schön, auch für die Fans. Und für die Spieler sowieso. Gerade die vielen jungen deutschen Akteure, die stärker als zuvor eingesetzt werden, können sich nun gleich in der Liga etablieren. Das wiederum kommt dann auch der Nationalmannschaft zugute, die dann die notwendigen Erfahrungen sammeln kann.

Wie aber erklärt sich nun der Hannoveraner Höhenflug? Eine Eintagsfliege ist das sicherlich nicht. Diese Entwicklung hat sich abgezeichnet - das die da vorn stehen, kommt sicherlich nicht von ungefähr.

Die Erklärung: Die Scorpions haben einen geduldigen Hauptgesellschafter, sich über mehrere Jahre kontinuierlich verstärkt und mit Hans Zach auch den richtigen Macher-Trainer vorneweg. Das ist eine eingespielte Einheit. Tore Vikingstad ist dabei ein toller Leader, zudem hat Hannover mit Dimitri Pätzold neben Alexander Jung einen Ausnahmetorhüter.

Umgekehrt ist es in Köln: Dort haben sie es versäumt, die Mannschaft zu verjüngen. Wie das funktionieren kann, wenn man verstärkt auf die Jugend setzt, haben ja die Krefelder Nachbarn vorgemacht.

Die Haie dagegen scheinen mir ein wenig in die Jahre gekommen zu sein - man hätte früher einen Neuaufbau wagen sollen. Dazu kommt, dass man einen Mike Johnson geholt hat, der die Erwartungen nicht erfüllt hat und einen Ivan Ciernik nie ersetzen konnte.

Obendrein zwei Trainerwechsel - irgendwann gewinnt so etwas dann eine Eigendynamik.

Die Kölner gehören natürlich nicht auf Rang 14, werden aus diesem Strudel aber auch wieder rauskommen: Nur mit dem Playoff-Platz - damit wird es in dieser Saison wohl nichts mehr.

Bis nächste Woche,

Euer Erich Kühnhackl

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