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Jubeln tun immer die anderen, Köln trauert meist © imago

Playoff-Ränge außer Reichweite, ein Schuldenloch von einer Million: Die Saison wird für die Kölner Haie zur Katastrophe

Köln - Die Play-off-Ränge sind außer Reichweite, vom Erzrivalen gibt es nur noch Hohn und Spott, und das Minus wächst und wächst.

Für die Kölner Haie wird die Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) sportlich und wirtschaftlich immer mehr zu einer Katastrophe.

"Wir brauchen jetzt nicht mehr die Kugel zu reiben oder die Karten zu legen", stellte Nationalspieler Christoph Ullmann nach dem 1:4 im 183. rheinischen Derby (Im Derby schwindet Kölns letzte Hoffnung ) bei der Düsseldorfer EG resigniert fest.

14 Punkte Rückstand

Mit 14 Punkten Rückstand auf Rang zehn, den letzten Platz für die Vor-Play-offs, steht nicht nur für den Stürmer fest: Erstmals seit Einführung der Meisterrunde 1981 werden die Haie die Playoffs verpassen.

"Wenn man jedesmal mit einer Niederlage nach Hause fährt, schaltet man besser den Videotext nicht mehr ein", sagte Ullmann, den die Tabelle zehn Runden vor Schluss nicht mehr interessiert (DATENCENTER: Erebnisse und Tabellen).

Nur der abgeschlagene Letzte Füchse Duisburg ist noch schlechter als die Haie, was die DEG-Fans höhnisch kommentierten: "Seid froh, dass es Duisburg gibt!"

Loch von einer Million

Das Verpassen der Play-offs wird den letztjährigen Vizemeister zusammen mit dem deutlichen Zuschauerschwund in der Hauptrunde teuer zu stehen kommen: Ein Loch von rund einer Million Euro tut sich auf.

"Fürchterlich" nannte Geschäftsführer Thomas Eichin die Konsequenzen, "wir werden gewaltig leiden."

Wie das Minus zum Saisonende ausgeglichen werden soll, ließ der ehemalige Fußball-Bundesliga-Profi offen. "Wir müssen die Ärmel hochkrempeln und das irgendwie hinkriegen", sagte Eichin. Wahrscheinlich wird wieder Hauptgesellschafter Heinz-Hermann Göttsch nachschießen müssen.

Etat muss schrumpfen

Fest steht bereits, dass der achtmalige Meister seinen 6, 5-Millionen-Euro-Etat - der fünftgrößte der Liga - in der kommenden Saison verkleinern muss.

Eichin will möglichst wenig bei der Mannschaft einsparen. "Wir müssen sehen, wo wir was abzwacken und ob wir nicht auf ein bisschen Schönheit verzichten können", sagte der Geschäftsführer und betonte: "Wir brauchen eine gute Mannschaft, um erfolgreich zu sein."

Allerdings soll in der neuen Saison ein neuer Weg eingeschlagen werden.

Ohne McLlwain?

Für die Altstars um den 41-jährigen Dave McLlwain dürfte die Zeit abgelaufen sein. "Einige haben ihren Zenit überschritten", meinte Eichin, der bei "dem einen oder anderen Hunger und Biss" vermisste.

"Wir brauchen Spieler, die hungrig und dynamisch sind und nicht Stars, die 600 oder 700 NHL-Spiele absolviert haben", sagte er weiter - vor allem mit Blick auf Stürmer Mike Johnson, der dem Vorschusslorbeer in keinster Weise gerecht wurde.

Auf junge Deutsche und schnelle, dynamische Spielertypen will Eichin in der nächsten Saison setzen, "das haben uns andere vorgemacht".

Keine Kritik an Pauels

Mit Kritik an Manager Rodion Pauels, der das aktuelle Team zusammenstellte, hält er sich aber zurück: "Er hat sicherlich auch daraus gelernt."

Die DEG hingegen steuert als Tabellensechster weiter auf direktem Play-off-Kurs.

Gegen Köln war Ersatztorhüter Jochen Reimer einer der Sieggaranten. "Er ist unglaublich gereift und strahlt viel Ruhe aus", lobte Trainer Harold Kreis. Allerdings sitzt dem 23-Jährigen Stammgoalie Jamie Storr, der nach seiner Knieverletzung seit einer Woche wieder im Training ist, im Nacken.

"Ich hoffe, ich kann ein Wörtchen um die Nummer eins mitreden", meinte Reimer, dem bei Storrs Rückkehr wieder die Ersatzbank droht. Kreis sprach sich bereits für den Kanadier aus: "Er hat viel mehr Erfahrung."

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