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Die Kölner Haie kassierten gegen die DEG eine bittere Derby-Pleite © imago

Köln schlittert offenbar nun auch finanziell voll in die Krise. Aussagen des Klub-Mäzens sind zweideutig, Unterstützer werden dringend gesucht.

München - Die Situation der Kölner Haie wird von Tag zu Tag schlimmer.

Während die Hannover Scorpions in der DEL weiter einsam an der Spitze ihre Kreise ziehen, ist beim rheinischen Traditionsklub kein Ende der Krise abzusehen.

Im Gegenteil: Nach der bitteren Niederlage im Derby gegen die Metro Stars aus Düsseldorf sieht es für die Kölner offenbar auch noch finanziell ganz düster aus. Hauptgesellschafter Heinz-Hermann Göttsch droht nun sogar damit, den Geldhahn endgültig zuzudrehen.

"Ich werde das Finanzloch nicht stopfen", wird Göttsch im "Express" zitiert.

"Brauchen neue Geldgeber"

"Wir brauchen neue Investoren, weitere Geldgeber", erklärte Kölns Mäzen weiter. "Wir haben uns zu sehr auf den Erfolgen der letzten Jahre ausgeruht." Heftige Worte.

Göttsch will dem Verein zwar weiterhin die Treue halten. Inwieweit er persönlich aber künftig die Geldschatulle öffnen wird, ist damit nicht beantwortet: "Eine öffentliche Aussage, wie mein Engagement konkret aussieht, treffe ich wie gewohnt nicht."

Und weiter: "Allerdings muss einmal gesagt werden, dass ich den Klub 15 Jahre lang mit nicht unerheblichen Beträgen aus eigener Tasche, das heißt mit versteuertem, privatem Geld, unterstützt habe. Dieses erfolgte stets mit der Maßgabe, dass sich der KEC irgendwann selbst finanzieren muss."

Scorpions zurück auf Erfolgsspur

Göttsch findet, Klub und Fans sollten "einsehen, dass auch die Möglichkeiten, vor allem angesichts der globalen gesamtwirtschaftlichen Situation, begrenzt sind".

Derweil blamierte sich der amtierende deutsche Meister bis auf die Knochen, während der Spitzenreiter zurück in die Erfolgsspur fand: Zehn Spieltage vor Ende der Hauptrunde haben die Scorpions ihren Vorsprung vor Titelverteidiger Eisbären Berlin wieder ausgebaut.

Sieben Punkte liegen die Niedersachsen nach dem 4:3 gegen den ERC Ingolstadt vor dem hartnäckigsten Verfolger. Ganz zufrieden war Trainer Hans Zach dennoch nicht.

Zielstrebigkeit fehlt

"Wenn man den Schlendrian hat reinkommen lassen, dauert es ein wenig, bis man ihn wieder rausbekommt", meinte der ehemalige Bundestrainer, der nach zwei Niederlagen die Sturmreihen durcheinandergewirbelt hatte.

Der Tabellenführer beendete zwar seine Minikrise, ließ nach einer frühen 3:0-Führung nach knapp fünf Minuten aber wieder die Zügel schleifen. Nicht zielstrebig genug habe sein Team gespielt, klagte Zach und betonte: "Wir müssen einfach spielen."

Verfolger patzen erneut

Dass Hannover weiter relativ unbehelligt Platz eins nach der Vorrunde ansteuert, liegt auch an den Verfolgern. Nachdem am Sonntag schon Rekordmeister Adler Mannheim mit 1:5 gegen die Augsburger Panther gepatzt hatte, stolperten die Eisbären nun beim peinlichen 2:4 ausgerechnet über den abgeschlagenen Tabellenletzten Füchse Duisburg.

"So kann es nicht weitergehen", schimpfte Trainer Don Jackson nach der sechsten Heimniederlage des Titelverteidigers. Die 13.000 Zuschauer warteten geduldig bis in die Schlussphase auf eine Wende. Erst nach dem entscheidenden 2:4 durch Cameron Mann 91 Sekunden vor Schluss gab es Pfiffe.

"Uns fehlt der Rythmus"

Jackson suchte nach Erklärungen. "Uns fehlt ein bisschen der Rhythmus, außerdem haben wir viele Verletzte", sagte der US-Amerikaner mit Blick auf vier verletzte Stammspieler. Verteidiger Deron Quint redete gar den Gegner stark: "Duisburg hat ein bisschen wie Hannover gespielt - sehr defensiv, da ist es schwer."

Hans-Willi Mühlenhaus freute sich indes über seinen ersten Sieg als Duisburger Trainer. "Ich bin sehr glücklich, dass ich die ersten drei Punkte einfahren konnte", sagte der dritte Füchse-Coach der laufenden Saison: "Der Eishockey-Gott war auf Duisburger Seite."

Lions verpassen Sprung

Den Sprung auf den dritten Platz verpassten die Frankfurt Lions durch eine 0:1-Niederlage bei den Nürnberg Ice Tigers. Hinter Hannover (85 Punkte) und Berlin (78) blieben die am Dienstag spielfreien Mannheimer Adler Dritte (73).

Hinter Frankfurt (72) folgen die punktgleichen West-Klubs Krefeld Pinguine und Düsseldorfer EG (beide 70) auf den Plätzen fünf und sechs. Die DEG verspielte beim 3:4 nach Penaltyschießen bei den Kassel Huskies trotz einer 3:1-Führung zwei wichtige Punkte.

Nürnberg (65) ist durch den Erfolg nun Achter, da Konkurrent EHC Wolfsburg bei den Hamburg Freezers 3:6 verlor.

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