Dank NHL-Stars Giroux und Briere: Festtage in Berlin
Von Rainer Nachtwey
München/Berlin - Es geht zwar langsam darauf zu, die ersten Lebkuchen stehen ja schon seit Wochen in den Geschäften, aber Weihnachten ist noch nicht.
Auch wenn es bei den Eisbären Berlin schon die große Bescherung gab.
Einmal für die Spieler, die vor dem 4:3 nach Verlängerung gegen die Hamburg Freezers ihre Meisterschaftsringe von der Gattin des Eisbären-Besitzers Philip Anschutz und Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit überreicht bekamen.
Gleich drei Präsente waren es für die Fans.
Giroux und Briere grüßen vom Video-Würfel
Erst wurde in der Halle, in der Tags zuvor noch die Dallas Mavericks ihren Auftritt hatten, der Transfer-Coup der beiden NHL-Stars Claude Giroux und Danny Briere von den Philadelphia Flyers während der Zeit des Lockouts offiziell bekanntgegeben.
Die beiden Starspieler ließen es sich nicht nehmen, per Video-Botschaft, die Fans ihrer neuen Heimat zu begrüßen: "Hallo Eisbären-Fans, wir freuen uns auf euch."
Lob aus München
Peter John Lee ist von seinem Transfer-Coup begeistert. "Die beiden sind absolute Top-Stars, und sie werden das deutsche Eishockey, unsere Liga und unsere Mannschaft auf eine neue Stufe heben", sagt der einstige Eisbären-Kapitän in der "Berliner Morgenpost".
Und auch das Lob seiner Kollegen aus der Liga ist ihm gewiss. "Unglaublich. Solche Top-Stars in der DEL. Die Fans werden sich freuen. Bleibt das Duo länger, wird Berlin garantiert wieder Meister", prophezeit Münchens Manager Christian Winkler.
Sieg über Freezers um NHL-Star Benn
Anschließend bekamen die Zuschauer den bereits in der Liga eingetroffenen NHL-Star der Gäste Jamie Benn, der zum zwischenzeitlichen 2:1 der Freezers einnetzte und das 3:2 durch Colin Murphy vorbereitete, und eine packende Begegnung mit dem glücklichen Ende auf Seiten der Berliner zu sehen ( STENOGRAMME: Der 9. Spieltag).
Eine Sekunde vor Schluss erzielte Nationalspieler Frank Hördler den 3:3-Ausgleich, nach torloser Verlängerung versenkte Kapitän Andre Rankel den entscheidenden Penalty zum 4:3-Sieg der Eisbären ( DATENCENTER: Die Saison 2012/13).
Und zu guter Letzt konnten sich die Fans mit dem heiligen Gral des Eishockeys fotografieren lassen. Der Stanley Cup stattete nach Hamburg auch der Hauptstadt einen Besuch ab.
"Da musst du zugreifen"
Dass die Jagd der beiden Superstars Giroux und Briere nach dem Cup derzeit auf Eis liegt, kommt den Eisbären nun zu Gute. Auch, wenn die Berliner eigentlich nicht im Sturm, sondern in der Verteidigung nachrüsten wollten.
"Wir haben viel geredet, aber bei so viel Talent musst du zugreifen", meint Lee (DIASHOW: Die Wechsel der NHL-Stars nach Europa).
Auch Coach Don Jackson ist einer Meinung mit dem Manager. "Er hat sofort gesagt, ich soll das machen. Das mit der Abwehr würden wir schon irgendwie hinkriegen", führte Lee weiter aus.
DEL wegen NHL-Ähnlichkeit
Dass Giroux, mit 93 Punkten drittbester Scorer der vergangenen NHL-Saison, und Briere sich für die Eisbären entschieden und gegen die KHL und Schweizer NLA, hatte einen bestimmten Grund.
"Ich glaube, dass der Stil in Deutschland von der Robustheit her dem in der NHL ähnelt", sagt der Flügelstürmer. "Ich denke, dass es wichtig ist, im gleichen Spielsystem zu bleiben."
Und Lee ist überzeugt: "Sie haben sich wegen des Umfelds entschieden, Berlin ist attraktiv für sie."
Hördler voller Vorfreude
Zumal es nicht der erste Einsatz von NHL-Spielern bei den Eisbären ist, die Berliner wissen, was sie den Neuzugängen geben, und was sie von ihnen neben der gestiegenen Karten-Nachfrage mitnehmen können.
Während des Lockouts 2005 trugen Olaf Kölzig, Nathan Dempsey und Erik Cole, ein Jahr später Stanley-Cup-Champion mit den Carolina Hurricanes, das Trikot des Rekord-Champions.
"Zu sehen, wie sie sich vorbereiten, was sie so machen, das wird interessant", sagt Hördler, der mit dem NHL-Trio die Meisterschaft gewann.
Neues Leben im Team
Und Coach Jackson ist sich sicher: "Sie werden neues Leben in die Mannschaft bringen."
Vor allem bei den jungen Spielern erhoffen sich Jackson und Lee dadurch einen zusätzlichen Schub. "Wir haben sie auch jeden Tag im Training. Man darf nicht vergessen, was das bringt", meint der Manager.
Am Freitag gegen Köln sollen Giroux und Briere das erste Mal zum Einsatz kommen - vor heimischem Publikum. Ein nächster Festtag für die Fans.