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Comedian Oliver Pocher (r.) bekam im Spiel eine Zehn-Minuten-Disziplinarstrafe © imago

Trotz voller Zuschauerränge beim Allstar-Game kommen die Eishockey-Fans erst auf Touren als ein Comedian das Eis betritt.

Berlin - Als sich Oliver Pocher mit Trippelschritten aufs Eis wagte, erreichte die Stimmung beim Allstar-Game der DEL gewissermaßen ihren Höhepunkt.

"Haut den Pocher um", skandierten die Fans in der Berliner Arena und hatten ihren Spaß, als der Comedian und "Co-Trainer" der Europäer nach ein paar leichten Remplern tatsächlich auf dem Hosenboden landete.

Ansonsten riss das Show-Event das verwöhnte Berliner Publikum kaum von den Sitzen. Dass am Ende das Team Nordamerika wie in den vergangenen zwei Jahren die Kollegen aus Europa mit 9:8 in die Schranken wies, hatten manche der 8500 Zuschauer vermutlich beim Passieren der Ausgänge schon wieder vergessen.

"Eine runde Sache"

"Es ist natürlich schwierig, Stimmung zu erzeugen, wenn die Zuschauer kein Fanherz für ein Team haben und sich nur über Tore und Kabinettstückchen animieren lassen", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke.

Der dennoch mit der 11. Auflage der Veranstaltung zufrieden war: "Das war eine runde Sache, das Zuschauen hat Spaß gemacht."

Schaulaufen im Aufwärmtempo

Auch die Spieler genossen das muntere Scheibenschießen und Schaulaufen im Aufwärmtempo. "Das Spiel war sicherlich viel langsamer als in der DEL. Aber wir hatten unseren Spaß in der Kabine und die Zuschauer auf der Tribüne", meinte das Berliner Urgestein Sven Felski. (DATENCENTER: Alles zur DEL)

Sein Europa-Teamkollege Andreas Renz von den Kölner Haien sah die Strategie der DEL, das Allstar-Game nach NHL-Vorbild als Show-Spektakel anzubieten, positiv: "Wenn man so ein Event groß aufziehen will, muss man in eine solche Halle gehen. Es kamen knapp 9000 Zuschauer, da würden sich viele Vereine die Finger nach lecken. "

Standort bleibt ein Thema

Noch im vergangenen Jahr hatte die DEL mit dem Gastspiel in Dresden eine andere Philosophie verfolgt.

Damals wollte man der langen Eishockey-Tradition in Sachsen mit dem Allstar-Game wieder neues Leben einhauchen. "Wir halten uns beim Standort alle Optionen offen", erklärte Tripcke.

Termin 2010 auf wackeligen Beinen

Sollte sich allerdings die deutsche Nationalmannschaft bei der Olympiaqualifikation in Hannover das Ticket für Vancouver 2010 sichern, droht das Treffen der besten DEL-Kufencracks im kommenden Jahr auszufallen.

Dann sei es sehr schwer, einen Termin zu finden, so der DEL-Geschäftsführer.

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