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DEG-Center Tino Boos spielte von 2000 bis 2007 und 2011/12 für Köln © imago

Düsseldorf ist finanziell und personell gebeutelt. Tino Boos schürt bei SPORT1 Hoffnung, dem Center droht Tragisches.

Von Thorsten Langenbahn

Düsseldorf - Ganz unten. Dort befindet sich die Düsseldorfer EG. In der Tabelle. Finanziell.

Es sieht duster aus in diesen kalten Dezembertagen 2012 für die Zukunft des achtmaligen Deutschen Meisters. (DATENCENTER: Die Saison 2012/13).

Sportlich holte das DEL-Gründungsmitglied in 27 Spielen nur vier Siege, mit 95 Gegentreffern hat der Tabellenletzte die schlechteste Abwehr der Liga, elf Punkte sind es bis zum Playoff-Platz.

Finanzlücke von 2,4 Millionen Euro

Finanziell hält sich die DEG über Wasser - noch. "Die laufende Saison werden wir abwickeln können ", sagt DEG-Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp zu SPORT1.

Doch für die Saison 2013/14 fehlen 2,4 Millionen Euro für einen ausreichenden Etat. "Wir müssen hart um die Finanzierung kämpfen ", weiß der 68-Jährige.

Bis zum 15. Februar erwartet die Liga von allen Vereinen einen Sicherheitsschein über 100.000 Euro. "Bis zu diesem Tag müssen wir uns entschieden haben, wie es weitergehen soll", sagt Schmellenkamp.

Rettungsaktion der Toten Hosen

Die Sponsorensuche läuft unentwegt, zudem bietet der Klub Anteile an der DEG Eishockey GmbH an, um durch neue Anteilseigner an neues Kapital zu kommen.

Schon vor der laufenden Spielzeit befand sich die DEG in finanziellen Nöten. Nachdem die Metro als Namensgeber und Hauptsponsor abgesprungen war, klaffte ein Finanzloch von 2,3 Millionen Euro.

Mit einem einmaligen Sondersponsoring der Stadt über 450 000 Euro und einer Rettungsaktion der Rockband Die Toten Hosen konnte die Lücke nahezu geschlossen werden, der Etat wurde auf 4,5 Millionen Euro gesenkt.

"Das geht nicht jedes Jahr. Die Stadt kann nicht der Retter der DEG sein", betont Schmellenkamp.

Boos droht Ende als Sportinvalide

Unterdessen stemmt sich die Mannschaft mit körperbetontem Eishockey gegen den Niedergang.

"Sportlich ist es die erwartet schwere Saison, die durch extra Nackenschläge wie Verletzungen und Sperren nicht leichter wurde", sagt Tino Boos zu SPORT1.

Der Ur-Düsseldorfer kehrte diese Saison von den Kölner Haien zurück zu seinem Stammklub, wo dem 37-Jährigen nun das Karrierende droht. ( 614332 DIASHOW: NHL-Stars in Europa )

Eine alte Adduktorenverletzung ist wieder aufgebrochen - inoperabel. "Die Ärzte sagen nichts Gutes, mein Gefühl ist bescheiden", sagt Boos.

Angst um den Arbeitsplatz

Neben seinem bevorstehenden Ende als Sportinvalide will er nicht auch noch das Ende der DEG im Eishockey-Oberhaus erleben. "Die Hoffnung, dass es weitergeht, ist sehr groß", sagt der 100-malige Nationalspieler.

"Ich weiß, wie hart alle arbeiten, die Jungs und auch die Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle", betont der Center.

Die Moral sei nach wie vor gut, sagt Boos. "Aber ich kann mir schon vorstellen, dass sich der eine oder andere Gedanken um seinen Arbeitsplatz und seine Zukunft macht."

Die Fans der Rot-Gelben leiden mit, der Zuschauerschnitt ist sogar leicht gestiegen.