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Kölns Marco Sturm (l.) wechselte 2012 von den Florida Panther zu den Kölner Haien © imago

Der Ex-NHL-Star erzielt beim Kantersieg gegen Straubing sein erstes Tor für die Haie. Titelverteidiger Berlin startet irritiert

München - Die Kölner Haie und ihr neuer Star Marco Sturm sind genau richtig zum Playoff-Start der DEL in Schwung gekommen. (DATENCENTER: Die Saison 2012/13)

Der deutsche NHL-Rekordspieler erzielte beim überzeugenden 6:1 im ersten Viertelfinale gegen die Straubing Tigers (Bericht) nicht nur sein erstes Tor für den Vorrundenzweiten, sondern zeigte auch sein bisher bestes Spiel.

"Es war ein schöner Moment, ich habe ja lange darauf warten müssen", sagte der 34-Jährige, der in seinen ersten fünf Spielen keinen einzigen Scorerpunkt verbucht hatte.

Die Eisbären Bären starteten dagegen völlig irritiert.

Stille auf den Rängen

Die ungewohnte Stille auf den Rängen brachte den Titelverteidiger beim spektakulären 6:5 nach Verlängerung gegen die Hamburg Freezers zunächst völlig aus dem Tritt.

"Wir brauchten Zeit, um uns daran zu gewöhnen", sagte Trainer Don Jackson. Fan-Boykott und 0:4-Rückstand zum Trotz wurde der DEL-Rekordmeister seiner Favoritenrolle am Ende doch noch gerecht.

Ganz anders Vorrundensieger Adler Mannheim: Der Vizemeister rutschte beim 2:3 nach Verlängerung gegen den Tabellenzehnten EHC Wolfsburg böse aus und ärgerte sich danach über die Mätzchen des Gegners.

Adler-Ärger über Wolfsburg

"Es ist nervig, wenn das Spiel andauernd unterbrochen und in die Länge gezogen wird", sagte Nationalspieler Frank Mauer.

Wolfsburgs Trainer Pavel Gross hatte mit langsamen Wechseln und Diskussionen mit den Schiedsrichtern dem Favoriten den Rhythmus geraubt.

Einen Start nach Maß erwischten auch die Krefeld Pinguine. Beim 3:1 gegen den ERC Ingolstadt war Kapitän Herberts Vasiljevs mit zwei Toren der Matchwinner. Zunächst flogen aber die Fäuste: 86 Strafminuten hagelte es gleich im ersten Drittel. (STENOGRAMME: Viertelfinale)

Protest gegen Preiserhöhungen

Meister Berlin musste auf 3000 seiner treuesten Fans verzichten, weil sie aus Protest gegen die Preiserhöhungen für Dauerkarten mit Spielbeginn die Halle verließen. "Das ist kackegal, meine Familie ist da, und das zählt", kommentierte Eisbären-Stürmer Florian Busch die Protestaktion.

Wirklich egal war es dem DEL-Rekordmeister aber nicht, dass die gewohnte Unterstützung fehlte. Nach 15 Minuten lagen Busch und Co. schon mit 0:4 hinten.

Die Eisbären drehten mit einer fulminanten Aufholjagd das Spiel, die verbliebenen Zuschauer sprangen für die streikenden Fans in die Bresche, am Ende hatte der Titelverteidiger den ersten von vier notwendigen Siegen in der "Best-of-seven"-Serie eingefahren.

Rankel: "Noch ist nichts gewonnen"

"Noch ist nichts gewonnen, das wird noch ganz schwer", warnte Nationalspieler Andre Rankel.

Noch schwieriger wird die erste Aufgabe für Vizemeister Mannheim. Im zweiten Spiel am Freitag (19.30 Uhr LIVESCORES) in Wolfsburg droht ein 0:2-Rückstand.

"Wir müssen in den entscheidenden Situationen cleverer werden", forderte Stürmer Mauer, der sein Team selbst mit zwei unnötigen Strafzeiten in Bedrängnis gebracht hatte. Besonders bitter: Bis fünf Minuten vor Schluss hatten die Adler mit 2:0 geführt.

Sturm kommt ins Rollen

In Köln bewies der ehemalige NHL-Star Sturm, dass er nach langer Eishockey-Pause und einigen Leistenbeschwerden in den vergangenen Wochen rechtzeitig zu den Playoffs in Form kommt.

"Es war ein guter Start", sagte der 54-malige Nationalspieler: "Wir sind alle ein bisschen erleichtert."

In der Sturmreihe mit Felix Schütz und Alexander Weiß deutete er an, dass er in der Meisterrunde eine echte Verstärkung für die Haie sein kann.

Videobeweis nach Treffer

Sein erstes Tor für Köln zum zwischenzeitlichen 4:1 war so sehenswert, dass die Schiedsrichter gleich den Videobeweis bemühten.

Der Schuss in den Winkel nach einer feinen Einzelaktion war für den einen oder anderen offenbar zu schnell gewesen.

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